Gefährlicher Eingriff in den Schiffsverkehr Bei Fischwilderei in Wehrendorf alle Fische gerettet


Wehrendorf. Am Sonntagmorgen entdeckte ein Angler am Nordufer des Mittellandkanals in Wehrendorf ein Standnetz. Stichwort: Fischwilderei. Er verständigte die örtliche Polizei, die die Wasserschutzpolizei aus Minden informierte.

Zwei Beamte rückten aus Minden an. Das Netz hatte eine Länge von 150 Metern und war parallel zum Ufer in etwa vier Metern Abstand gespannt. Das Auslegen eines Stellnetzes stelle den Straftatbestand der Fischwilderei dar. Außerdem könnten sich Schiffsschrauben im Netz verfangen. Daher bestehe auch der Verdacht des gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr, teilte Konstantin Heidrich, Leiter des Außenbezirks Bad Essen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Minden, telefonisch mit.

Sperrung der Wasserstraße

Der Kanal wurde für die Bergung des Netzes halbseitig gesperrt. Der THW-Ortsverband Bad Essen wurde um 12 Uhr alarmiert – mit dem Auftrag, das Standnetz einzuholen und als Beweismittel zu übergeben.

Hans-Heinrich Hüsemann, Gewässerwart der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung (NWA) wurde ebenfalls informiert. Das THW-Boot erreichte die Einsatzstelle und nahm Hüsemann mit ins Boot. Meter für Meter wurde das Netz eingeholt.

Zander in Pflege genommen

Hüsemann befreite zwei Fische, einen großen Karpfen (etwa 53 cm) und einen Döbel, aus dem Netz und setzte sie ins Wasser zurück. Der dritte Fisch, ein Zander, war schon etwas geschwächt und wurde in einen Eimer mit Wasser gelegt. „Den nehme ich mit nach Haus. Er ist untermaßig, und ich versuche ihn wieder aufzupäppeln. Bei Erfolg kommt er wieder zurück in den Kanal“, sagte Hüsemann. Durch das Stellnetz könnten Fische beim Versuch sich zu befreien stark entkräftet werden und elend zugrunde gehen, erläuterte der Gewässerwart.

Suche nach Tätern

Zum Glück hatten sich nur drei Fische im Netz verfangen, die alle gerettet werden konnten. Das Zusammenarbeiten der verschiedenen Behörden funktionierte reibungslos. Der Gerätekraftwagen des THW ging am Wehrendorfer Hafen in Bereitstellung. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Die Polizei hofft, den oder die Täter ermitteln zu können.

Wer am Samstag oder Sonntag am Nordufer des Kanals zwischen Wehrendorf und Harpenfeld entsprechende Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, Hinweise bei der Polizei in Bohmte, Telefon 05471/9710, zu melden.


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