Interessengemeinschaft: Chance „Belastung in Wehrendorf wird weiter steigen“



Wehrendorf. Die Interessengemeinschaft B 65 in Wehrendorf sieht im Zusammenhang mit dem Bundesverkehrswegeplan die Chance, nach vielen Jahren endlich zu einer Verbesserung der Situation für Wehrendorf zu kommen.

Raimuth Walkenhorst, Linda Sommerfeld-Beckmann und Dirk Beckmann betonten bei einem Ortstermin, dass „wir seit 2003 auf die extremen Verkehrsbelastungen für Wehrendorf hingewiesen und immer wieder gefordert haben, über dem Tellerrand zu schauend, damit Verbesserungen möglich werden.“

Linda Sommerfeld-Beckmann hofft auf gute Gespräche mit allen Verantwortlichen, den Initiativen in Bohmte und „Stoppt die B 65 neu“, um „endlich nach all den Jahren zu Fortschritten zu kommen.“

Jetzt seien Sachlichkeit und Abwägung gefragt. Die Interessen Wehrendorfs seien berechtigt, bei einer Unterschriftensammlung hätten sich 396 Bürgerinnen und Bürger aus dem Ort gegen die zunehmenden Verkehrsbelastungen ausgesprochen und für Verbesserungen. Linda Sommerfeld-Beckmann: „Wehrendorf benötigt Unterstützung und sollte gehört werden. Die Belastungen werden weiter steigen. Was Wehrendorf nicht benötigt, ist Bevormundung. Man sollte mit uns sprechen und nicht über uns. Denn in Wehrendorf sind direkt Menschen betroffen von den immer weiter anwachsenden Verkehrsströmen.“ Dirk Beckmann fordert: „Die Planung muss im Bundesverkehrswegeplan bleiben - die Ausführung muss aber überarbeitet werden.“ Vielleicht ergäben sich neue Ideen im Zusammenhang mit den Forderungen aus Bohmte: „Man muss miteinander reden.“ Grundsätzlich sieht die IG die bestehende Ortsdurchfahrt als problematisch an, mit erheblichen Mängel und Rückstaus, zu hohen Geschwindigkeiten. Laut Raimuth Walkenhorst, der die offiziellen Zahlen heranzog, hat das tägliche Fahrzeugaufkommen in Wehrendorf von 9240 Fahrzeugen in 1999 über 12 000 Fahrzeuge (2005) und 15 000 Fahrzeuge (2011) weiter zugenommen. Für 2030 sind 17 730 Fahrzeuge prognostiziert, was einem Lkw-Plus von 38 Prozent entspreche. Walkenhorst: „So kann es nicht weitergehen.“

Ausgangspunkt und Motiv, die Trassenplanung der B 65 überhaupt neu zu überdenken, sind laut Landkreis Osnabrück zwei Aspekte:

Erstens war der Auslöser von Überlegungen für eine neue Trasse der B 65 im Wittlager Land die Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt Wehrendorf. Für die B 65 wird zukünftig mit einem weiter ansteigenden Verkehrsaufkommen zu rechnen sein, sodass sich die Situation in Wehrendorf weiter verschärfen würde. Die Chance, sich planerisch damit auseinanderzusetzen, sollte nicht aus der Hand gegeben werden.

Zweitens stuft der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans auf der Seite des Landes Nordrhein-Westfalen eine Verlegung der B 65 in den „Vordringlichen Bedarf“ ein, also in eine hohe Kategorie, für die eine bauliche Umsetzung bis 2030 beabsichtigt ist. Solche Maßnahmen jenseits der Landesgrenze können gegebenenfalls deutliche Auswirkungen beim Verkehrsaufkommen auch auf dem Gebiet von Bad Essen nach sich ziehen. Ein einseitiger Ausbau der B 65 w ürde einige Risiken beinhalten, heißt es.


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