Kostenpunkt 5,4 Millionen Euro? Bad Essen tritt bei Freibadsanierung auf Kostenbremse

Das Sole-Freibad in Bad Essen soll saniert und neu gestaltet werden. Es geht dabei um Millionenbeträge, nach der Ausschreibung drohte eine Kostenexplosion auf 5,4 Millionen Euro. Die Gemeinde tritt nun auf die Kostenbremse. Foto: Friedrich LükeDas Sole-Freibad in Bad Essen soll saniert und neu gestaltet werden. Es geht dabei um Millionenbeträge, nach der Ausschreibung drohte eine Kostenexplosion auf 5,4 Millionen Euro. Die Gemeinde tritt nun auf die Kostenbremse. Foto: Friedrich Lüke

Bad Essen. Die Sanierungsarbeiten für das Sole-Freibad in Bad Essen werden neu ausgeschrieben. Die Gemeinde tritt auf die Kostenbremse, das machte Bürgermeister Timo Natemeyer in seinem Verwaltungsbericht während der jüngsten Ratssitzung deutlich. Sonst droht eine Kostensteigerung von 30 Prozent.

Hintergrund: In den vergangenen Wochen und Monaten haben die mit dem Projekt beauftragten Büros Schick-Architekten aus Karlsruhe als verantwortliches Planungsbüro sowie Jager und Partner aus Osnabrück, Büro Loeper und Büro Hunger aus Bad Essen als Fachplaner eine umfassende Bestandserhebung vorgenommen und die entsprechenden Leistungsausschreibungen vorbereitet und öffentlich durchgeführt.

Mittlerweile haben die Submissionstermine für die wichtigsten Gewerke im Zuge der Freibadsanierung stattgefunden. Mit „ernüchternden Ergebnissen“, so der Bürgermeister. Unter Berücksichtigung aller bekannten Nebenkosten würden sich die Kosten der Sanierung des Sole-Freibades auf der Grundlage des vorliegenden Konzeptes auf etwa 5,4 Millionen Euro belaufen. Natemeyer: „Dies ist auch für eine vergleichsweise ertragsstarke Gemeinde wie Bad Essen finanziell nicht mehr leistbar.“

Daher seien bereits erste Überlegungen von Politik und Verwaltung im Dialog mit den Planungsbüros angestellt worden, „wie eine deutliche Kosteneinsparung erreicht werden kann“. Dies werde voraussichtlich auch eine Aufhebung der Ausschreibung und eine Neuausschreibung der reduzierten Leistungen erfordern.

Fast 60 Betriebsjahre

In der Ratssitzung am 10. Dezember 2015 hatte der Gemeinderat einstimmig dem vorgestellten Konzept zur Sanierung des Sole-Freibades zugestimmt. In der nachfolgenden Ratssitzung am 17. März 2016 sind dann Haushaltsmittel in Höhe von 4,1 Millionen Euro netto im Haushaltsplan 2016 und in der Finanzplanung 2017 bereitgestellt worden.

Der Bürgermeister betonte weiter. „Dass eine Sanierung nach fast 60 Betriebsjahren erforderlich ist, ist im Zuge der Beratungen in den gemeindlichen Gremien intensiv diskutiert worden. Die Badewassertechnik im Sole-Freibad genügt nicht mehr den aktuellen DIN-Anforderungen. Heutzutage werden deutlich höhere Wasserumwälzleistungen pro Stunde zugrunde gelegt, als das seinerzeit der Fall war. Aber auch dem Beckenkörper sind die Betriebsjahre mit der Bad Essener Sole inzwischen anzumerken.“

Ziel solle dabei weiter sein, Anfang September dieses Jahres mit den Abbrucharbeiten beginnen. Bei einem normalen Winter 2016/2017 wären die Arbeiten dann planmäßig zum Beginn der Saison 2017 im Juni fertiggestellt. Timo Natemeyer äußerte die Hoffnung, dass auch unter veränderten Bedingungen „keine Freibadsaison in Bad Essen ausfällt“.


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