Der Rockstar von Nebenan Smokie-Gitarrist Silson im Kleinen Tonstudio Lübbecke

Von Martin Nobbe

Smokie-Gitarrist Alan Silson mit seiner Gitarre, die er nach 25 Jahren wieder im Internet gefunden hat. Er war zu Gast im KTL-Radio-Studio. Foto: Martin NobbeSmokie-Gitarrist Alan Silson mit seiner Gitarre, die er nach 25 Jahren wieder im Internet gefunden hat. Er war zu Gast im KTL-Radio-Studio. Foto: Martin Nobbe

Lübbecke. In seinem Radio-Studio konnte Uli Werner jetzt eine Größe der Rockmusik begrüßen: Smokie-Gitarrist Alan Silson stellte sich im Interview den Fragen des Moderators. Mit dabei: Eine ganz besondere Gitarre.

Jetzt gab es für Oldie-Fan eine Überraschung der besonderen Art. Seit vielen Jahren geht Moderator Uli Werner aus Lübbecke mit seinem KTL-Radio (Kleines Tonstudio Lübbecke) auf Sendung und macht jeden Tag von 19 Uhr bis 22 Uhr Musikfreunde glücklich.

Neben dem Tagesgeschäft stand diesmal ein „Smokie-Spezial“ mit Ex-Smokie Alan Silson auf dem Programm. Der Gründer von Smokie lebt seit vielen Jahren im Lübbecker Land und ist nach einer schweren Krankheit wieder genesen und voller Tatendrang.

Aktuelle CD vorgestellt

Seine aktuelle CD „Solitary Bird“ spricht eine deutliche Sprache. Als Dolmetscher fungierte an diesem Abend sein Landsmann und Kumpel Pete Haywood, seines Zeichens Schlagzeuger bei den Dominos in der Zeit von 1971 bis 1985. Auch heute wird der begnadete Schlagzeuger von Smokie-Gitarrist Alan Silson bei seinen Konzerten verpflichtet.

Im Interview sprach Silson über die Anfänge seiner Band und erinnerte sich an die Zeit, als er sich von der Gruppe trennte. Moderator Uli Werner wollte dann wissen, ob es noch einmal die Originalbesetzung der Smokies geben wird.

Reunion von Smokie?

„Alles ist möglich“, schmunzelt Alan Silson der zu seinen ehemaligen Bandmitgliedern noch Kontakt hat. „Vielleicht ziehen wir noch einmal gemeinsam so eine Show ab, wie die Rolling Stones auf Kuba“. Mit dieser Aussage hatte der 64-jährige Silson die Lacher auf seiner Seite.

Zwischen den Interviews legte Uli Werner immer wieder bekannte Smokie-Hits wie „Needles and Pins“, „Lay Back in the Arms of Sameone“, „Mexican Girl“ oder „Living next door to Alice“auf, und ließ damit nicht nur Alan Silson in Erinnerungen schwelgen.

Bei dem Hit „Living next door to Alice“, griff Alan Silson selbst in den Saiten seiner Gitarre, mit der er schon zu Smokie-Zeiten gespielt hatte, und sang ein paar Takte mit.

„Lieblingsgitarre“ dabei

„Meine Lieblingsgitarre“, lacht Alan Silson. Vor über 25 Jahren hatte Silson diese Gitarre aus den Augen verloren, durch Zufall im Internet wiedergefunden – und sofort zurückgekauft. Heute nennt der Sänger über 60 Gitarren und 50 Goldene Schallplatten sein Eigen. Eine Goldene Schallplatte gibt es bei 100000 verkauften Tonträgern.

Eduard Meyer aus Gehlenbeck war ebenfalls ein Interviewpartner im Kleinen Tonstudio Lübbecke. Der Tontechniker sprach über seine Zeit mit David Bowie in Berlin. Bis kurz vor seinem Tod habe der Gehlenbecker noch Kontakt zu dem Künstler gehabt. „Als er sich dann nicht mehr meldete, wusste Bowie wohl schon, dass er nicht mehr lange leben wird“, so Meyer im Gesprach mit Uli Werner.

Gedenken an David Bowie

Meyer sprach von „Glück in seinem Leben“, als er in den 70gern durch Zufall einen Job als Tontechniker in Berlin bekommen hatte und somit David Bowie kennen lernen konnte.

Beim Smokie-Spezial traf er nun zum ersten Mal auf den Gründer der Band Smokie Alan Silson und zollte dem erfolgreichen 64-jährigen Musiker für seine Leistung großen Respekt.


Die britische Band Smokie gründete sich in den frühen 1970er Jahren. Ihr erstes Album „Pass it around“ erschien im Jahr 1975, die gleichnamige Single floppte. Mit dem zweiten Album im selben Jahr kam der Erfolg quasi über Nacht: Die Single „If you think you know how to love me“ hielt sich in Deutschland Monate in den Charts und erreichte Platz 8. 1977 belegten Smokie mit „Living next door to Alice“ und „Lay back in the arms of someone“ wochenlang Platz 1 der deutschen Charts, goldene Schallplatten und Publikumspreise folgten. 1982 löste sich die Band auf, drei Jahre später folgte die Wiedervereinigung. Sänger Chris Norman trennte sich bald endgültig von seinen Bandkollegen, um als Solo-Künstler tätig zu sein. Smokie stehen noch immer auf der Bühne, allerdings mit veränderter Besetzung.

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