Kriminelle Energien freigesetzt Literatur- und Musiktage mit Roland Jankowsky in Bad Essen

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Bad Essen. Offensichtlich war Roland Jankowsky der außergewöhnliche Ruf vorausgeeilt, den er sich als Kommissar Overbeck in der belieben ZDF-Krimiserie „Wilsberg“ erarbeitet hat. Ist er tatsächlich etwas schräg? Und liest er wohl mit Sonnenbrille? Fragen, die sich sicher einige gestellt hatten. Andere wiederum wollten das geniale Nachwuchstalent, Pianist Matthias Ventker aus Brockhausen, sehen und hören.

Jedenfalls platzte am zweiten Abend der Literatur- und Musiktage der Bad Essener Schafstall mit rund 130 Besuchern sprichwörtlich aus allen Nähten! Für Thomas Bochniak, der guten Seele des Schafstalls, war es deshalb auch ein Balanceakt, allen Gästen einen Sitzplatz zu bescheren. „Heute Abend geht es weiter im Milieu krimineller Art“, kündigte Wolfgang Bielefeld, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins verheißungsvoll an, der mit Geschäftsführerin Annette Ludzay das Publikum willkommen hieß. Und: „Die Deutschen lieben ihre Schurken, natürlich auch die Kommissare“, kam Bielefeld zum prominenten Gast der Veranstaltung: Roland Jankowsky.

Spannende Klänge vom Klavier

Doch erst einmal eröffnete Matthias Ventker, die örtliche „Geheimwaffe“, fulminant das Programm mit einem Medley bekannter Krimi-Klassiker, wie James Bond, Stahlnetz oder Tatort. Da brodelte bereits der Schafstall, und etliche bedauerten, dass der junge Pianist nur zweimal seinen „Einsatz“ hatte.

„Was für ein Intro! Da kann ich eigentlich nur noch verlieren. So spielen - das würde ich auch gerne können“, bewunderte auch Roland Jankowsky Ventkers exzellentes Klavierspiel. „Bad Essen! Was habe ich mir dabei vorgestellt? Ich kannte bisher nur Essen, das ist ja nicht so schön. Ich habe Bad Essen zwar bisher nur im Dunkeln gesehen, aber sehr schön“, schwärmte er von dem schmucken Ort mit den zahlreichen Fachwerkbauten. Die habe er sogar wahrgenommen.

In bayerischen Zungen

Mit dem Prolog von Ralf Kramp „Jemand muss Frau Kimmel töten“ startete Jankowsky sein Programm – makaber und mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor. Weiter ging´s mit einer Geschichte von Angela Eßer: „Bayerische Henkersmahlzeiten“ aus Süddeutschland. „Da wird ja auch gerne gemordet und gestorben“, meinte der Wahl-Kölner grinsend, der hier genial Lokalkolorit mit seinem bayerischen Akzent vermittelte. Oder mit keifender Stimme Eduardos Mutter mimte – und das Auditorium hing gebannt an „Dirty Harrys“ Lippen. Mit der Eifel-Short-Storie „Der Teich“ von Martina Kempff zeigte Jankowsky wie zuvor schon, dass er nicht nur Schauspieler, sondern auch ein brillanter Vorleser ist, der kriminelle Energien gekonnt freisetzen kann.

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Bad Essener Korinthenstuten

In der Pause gab es dann – wie am Vorabend – erneut kulinarische Köstlichkeiten: Die Bad Essener Bäckerei Titgemeyer hatte ein altes Rezept wieder aufleben lassen: den Bad Essener Korinthenstuten! Diesen hatten sie etwas modifiziert, sodass die Besucher ihn mit Vollkorn- oder Dinkelmehl und sogar mit Walnüssen probieren konnten. „Annette Ludzay hatte die Idee, und wir haben gesagt, wir möchten gerne eine Bad Essener Spezialität anbieten“, erklärten Tanja und Manfred Titgemeyer, die vier verschiedene Sorten kreiert hatten. Aus diesen wählten die Besucher jeweils mit einer Walnuss ihren Favoriten. „Der geht dann in Serie“, signalisierten beide bereits.

Damme

Zweiter Teil: Wenn Verwaltungsangestellte in Meldehallen ihre Kunden disziplinieren wollen, dann kann schon mal was schiefgehen. Aber dass dabei Köpfe rollen – damit rechnet wirklich niemand! Doch in Brigitte Glasers „Publikumsverkehr“ muss Frau Sägemüller dran glauben. Als Auftragskiller muss man sich auskennen, um die Leichen loszuwerden. Doch was ist, wenn an den besten Stellen immer schon jemand ist? Mit Ralf Kramps Geschichte „Dumm gelaufen in Damme“ wurde dem Publikum von Roland Jankowsky eine große Portion Ortskolorit serviert. Da bogen sich die Zuhörer vor Lachen. „In Diepholz ist einer unterwegs, der soll auch schon in Damme gesehen worden sein“, schloss Kommissar Overbeck alias Roland Jankowsky seine amüsante und kurzweilige Lesung. Wer noch mehr wollte, konnte signierte Bücher oder sein Hörbuch „Die verlorene Bibliothek“ mit nach Hause nehmen.


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