Infoveranstaltung ist geplant Burg Wittlage soll Pufferfunktion übernehmen

Das Tagungs- und Gästehaus der Burg Wittlage (am Burggraben rechts) steht im Zentrum der Verhandlungen zwischen Landkreis Osnabrück und Heilpädagogischer Hilfe in Sachen kurzzeitiger Flüchtlingsunterbringung. Foto: Friedrich LükeDas Tagungs- und Gästehaus der Burg Wittlage (am Burggraben rechts) steht im Zentrum der Verhandlungen zwischen Landkreis Osnabrück und Heilpädagogischer Hilfe in Sachen kurzzeitiger Flüchtlingsunterbringung. Foto: Friedrich Lüke

Wittlage. Auf der Burg Wittlage sollen Flüchtlinge für eine begrenzte Zeit untergebracht werden, die anderen Gemeinden zugeteilt sind, dort aber nicht sofort aufgenommen werden können. Der Bad Essener Bürgermeister Timo Natemeyer, der am Montagabend in der Ortsratssitzung in Wittlage zu Gast war, sagte: „Bei der Burg geht es eindeutig um die Pufferfunktion, nicht um eine Dauerbelegung.“

Etwa ein Dutzend Zuhörer war in das Dorfgemeinschaftshaus gekommen, obwohl der Tagesordnungspunkt „Flüchtlinge auf der Burg Wittlage“ erst nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Den dazugehörigen Beschluss fassten die Ortsratsmitglieder einstimmig. Ortsbürgermeister Christa Warning unterbrach zwischenzeitlich die Sitzung, um Gelegenheit für Fragen zu geben.

Aktuelle Zahlen

Natemeyer erläuterte die aktuelle Situation in der Gemeinde Bad Essen. Derzeit sind sämtliche der Kommune zugewiesenen Flüchtlinge (diese Woche soll die Zahl 35 erreicht werden) in der Gemeinschaftsunterkunft in Rabber untergebracht. Entsprechend bekämen Bürger der anderen Ortschaften davon kaum etwas mit. Die vergleichsweise niedrigen Zahlen, das unterstrich der Bürgermeister, sei darauf zurückzuführen, dass durch das Erstaufnahmelager in Bramsche-Hesepe, erheblich geringere Zuweisungen in die Kommunen des Osnabrücker Landes erfolgten. Natemeyer: „Das wird aller Voraussicht nach nicht so bleiben. Die entsprechenden Ankündigungen lauten so.“

Keine volle Belegung

Die Aussage des Landkreises, so hieß es weiter, sei eindeutig: „Die Pufferfunktion der Burg Wittlage funktioniert nur, wenn sie nicht ständig voll belegt ist.“ Er, so Natemeyer, könnte sich vorstellen, dass die Durchschnittszahlen dort letztlich ähnlich aussehen könnten wie derzeit in Rabber. Und dabei sei bereits einkalkuliert, dass die Gemeinde Bad Essen einige der maximal 70 Plätze, die im Tagungs- und Gästehaus zur Verfügung stehen, für die Unterbringung von Flüchtlingen nutzen will.

Eigentümer der Burg Wittlage ist bekanntlich die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück, die ab Februar oder März 2016 den größeren Teil der Räumlichkeiten der Burg für Kurzzeitpflege und als Wohnungen übergangsweise wieder selbst nutzen will. Die Verhandlungen zwischen Landkreis und Heilpädagogischer Hilfe seien noch nicht abgeschlossen. Wichtig sei, dass die Perspektiven der Eigentümer, die Burg zu veräußern, offen blieben – beispielsweise um stationäre Betten im Gesundheitsbereich dort zu etablieren.

Infoveranstaltung

Vorgesehen, das betonte Natemeyer, ist eine Informationsveranstaltung nach Verhandlungsabschluss. Anvisiert sei die zweite Novemberwoche. Auf jeden Fall sei hinsichtlich der Nutzung der Burg von einem überschaubaren Umfang die Rede, als einer Art Nischenangebot, das der Landkreis Osnabrück zur Überbrückung von Verzögerungen (etwa wenn Wohnungen noch renoviert werden müssen) beim Zuzug in die Gemeinden benötige.

In Bad Essen, das teilte der Bürgermeister mit, lebten bislang noch keine Flüchtlingsfamilien, sondern einzelne Männer. Das sei aber auch der Wunsch der Kommune gewesen. Der wiederum sei bei der Zuweisung leicht zu erfüllen, da laut Statistik, rund 80 Prozent der in Bramsche-Hesepe eintreffenden Flüchtlinge genau dieser Kategorie zuzuordnen seien.

Natemeyer machte deutlich, dass die Gemeinde Bad Essen davon ausgehe, dass zum Jahresende eine dreistellige Zahl von Flüchtlingen erreicht sei. Wie es dann 2016 weitergehe, könne heute noch niemand wissen. Auf jeden Fall sei „die Gemeinde auf dem Mietwohnungsmarkt aktiv, um Flüchtlinge dezentral unterzubringen .“ Natemeyer: „Wir werden klarkommen, auch wenn die Zahlen deutlich steigen.“


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