Kunstschule lädt ein Am Bahnhof in Bad Essen einmal selbst malen

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Beim Malen und Einfangen des Lichts am Atelier Alter Bahnhof der Kunstschule in Bad Essen: Bettina Alexa Göbeler an der Staffelei. Foto: Helge HolzBeim Malen und Einfangen des Lichts am Atelier Alter Bahnhof der Kunstschule in Bad Essen: Bettina Alexa Göbeler an der Staffelei. Foto: Helge Holz

Bad Essen. Verwunschen schön bricht sich die Sonne durch die herbstlichen Blätter Bahn. Der Altweibersommer zeigt sich nochmals von seiner besten Seite. Ein Licht, das schöner nicht sein kann. In diesem Moment braucht sich Bad Essen (lichtmäßig) nicht hinter Worpswede oder Arenshoop zu verstecken.

Zugegeben, bis Bad Essen zu einer bekannten Künstlerkolonie geworden ist, wird es sicher noch dauern. Dafür verfügt die heimische Kunstschule bereits heute über einen eigenen Bahnhof, der auch regelmäßig von Personenzügen angefahren wird – immer vorausgesetzt die Museumseisenbahner spielen mit.

Die Funktion als „Wartehäuschen“ hat die Bahnstation allerdings längst verloren. Wo einst Güter abgefertigt wurden oder die Passagiere ihre Fahrkarten gekauft haben, stehen heute Staffeleien, hängen farbenfrohe Bilder an der Wand oder großformatige Fotos künden von den pittoresken Ecken des Altkreises Wittlage.

Eigene Kreativität

Jedoch steht heute weder Bettina Alexa Göbeler noch Christiane Bludau der Sinn danach, sich an den Kunstwerken ihrer Mitstreiter zu erfreuen. Sie nutzen die gegenwärtigen Lichtverhältnisse selbst, um ihre eigene Kreativität in ein Bild zu verwandeln. Von daher bietet es sich regelrecht, an diesem Sonnabend draußen zu malen. Ganz nebenbei kommen so auch die verwendeten Farben besser zur Geltung.

Beide Frauen haben sich heute der Ölmalerei verschrieben, der „Königsdisziplin“ der Malerei. Ihre gewählten Sujets können dagegen nicht unterschiedlicher sein. Während Christiane Bludau sich mehr dem Abstrakten verschrieben hat, geht die Kursleiterin ihr Motiv eher realistisch an: Sie hat ihr künstlerisches Herz diesmal an den Baum vor der Kunstschule verloren. Was macht den Reiz aus, mit Ölfarben ein Bild zu malen? Zum einen ist es die Langsamkeit, erklärt Bettina Alexa Göbeler, „es braucht seine Zeit, bis die Farbe auf der Leinwand komplett getrocknet ist“. So lange die Farbe noch feucht ist, kann das Bild weiter bearbeitet werden und beispielsweise besonders weiche, pastellartige Übergänge zwischen den einzelnen Farbbereichen geschaffen werden. Zum anderen sind es die Farben selbst. Die mit Öl versetzten Pigmente verfügen über eine intensive Farbenkraft.

Zeit zum Trocknen

Mit kräftigen Acrylfarben ließen sich zweifelsohne ebenfalls sehenswerte Bilder erstellen, doch die Verarbeitungszeit wäre kürzer, weil die Farben schneller trocknen würden, verrät die Fachfrau. In Geduld üben müssen sich die Künstler auch nach Abschluss ihrer Arbeiten. Erst wenn das Ölgemälde durch und durch getrocknet ist, kann es mit Firnis für die Ewigkeit konserviert werden. Diese Geduld fehlte oft den Impressionisten – wissen Experten. Aus diesem Grund verändert sich im Laufe der Zeit die Struktur, die Konsistenz ihrer Kunstwerke. So werden es die beiden Bad Essener Künstlerinnen in dieser Hinsicht eher wie die großen Meister halten und ihren Arbeiten die notwendige Zeit zum Trocknen geben.

Wie sind Sie eigentlich zur Malerei gekommen? „Es war mehr aus Zufall“, berichtet Christiane Bludau. Vor ein paar Jahren kam sie nach Bad Essen und hat ihre neue Wahlheimat lieben und schätzen gelernt. So ist sie halt auch auf die Angebote und Möglichkeiten der Kunstschule Bad Essen gestoßen. Ihre Wirkung als Magnet kann die Kunstschule einfach nicht leugnen. So inspirierend sich heute die Lichtstimmungen auf die Schaffenskraft der beiden Künstlerinnen auswirkt, trotzdem müssen sie des öfteren die Pinsel aus der Hand legen und Fragen von Touristen beantworten, die ebenfalls das schöne Wetter genießen und just ihren Spaziergang an die Essener Straße gelegt haben. Auch diese Unterbrechungen macht den beiden sichtlich Spaß und sie lassen sich gerne in ein Gespräch verwickeln.

Wer den beiden Künstlerinnen einmal über die Schulter schauen möchte, oder selbst wissen will, wie sich einst van Gogh oder ein Tizian bei ihrer Arbeit gefühlt haben könnte, ist am kommenden Sonnabend (10. Oktober zwischen 11 und 14 Uhr) in der Kunstschule willkommen. Noch sind einige Plätze im Malkurs frei. Informationen: Kunstschule in Bad Essen , Essener Straße 15, 49152 Bad Essen, www.kunstschule-badessen.de mail: info@kunstschule-badessen.de


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