Konzert mit „Gospel and More“ Abschied, Premiere und viel gute Laune in Rabber



Rabber. Sein Name gilt längst als Synonym für mitreißende Musikbegeisterung. Und die stellte der Chor „Gospel and More“ einmal mehr unter Beweis: In der einschließlich Emporen- und Stehplätzen gefüllten Marienkirche zu Rabber begeisterten die Sänger am Sonntag mit einem ansteckenden Kontrastprogramm von Pop bis Musical.

Es wird eng in den Altarräumen der Region, wenn die Sänger von „Gospel and More“ auftreten. Denn vom Mitgliederschwund, den viele Ensembles beklagen, kann bei dem über 60 Sänger zählenden Chor keine Rede sein. Zu verdanken ist das nicht zuletzt seiner musikalischen Leiterin Karin Ventker, die seit zehn Jahren mit unerschöpflicher Energie ein vielseitiges Repertoire erarbeitet hat und die Stücke noch dazu oft auch selbst arrangiert.

Bekannte Popsongs

Musikalische Überraschungen sind dabei durchaus beabsichtigt: „Ein Lied zum Einzug? Das kann ja jeder“, mochten sich die Sänger gedacht haben und eröffneten ihr Konzert stattdessen schnipsend, klopfend, klatschend und trampelnd mit einem tonlosen Klanggewitter, um gleich darauf eine sanfte Melodie zu intonieren: Mit dem 1965 von den „Mamas and Papas“ herausgebrachten Popsong „California Dreamin‘“ ließen sie in diesen ersten Herbsttagen die Erinnerung an den Sommer aufleben.

Die Fülle eines 60-stimmigen Klangkörpers, reine Harmonien, präzise Einsätze selbst bei rhythmisch anspruchsvollen Bearbeitungen und dazu die instrumentale Begleitung von Matthias Ventker am Piano und Florian Graf am Schlagzeug garantierten echtes Musikvergnügen, etwa beim peppig und akzentuiert umgesetzten Kult-Song „Mamma Mia“ von Abba oder dem Gute-Laune-Hit „Happy“.

Filmmusik und Musical

Mit einem Gesangssolo von Susanne Heister und Querflöten-Einlagen von Jonas Schoster schlug der Chor bei „Gabriella’s Song“ in einem Arrangement von Karin Ventker ruhigere Töne an. Gefühlvoll in Harmonien voller Tiefe erklang „One Moment in Time“ aus dem Film „Bodyguard“. Eine echte Uraufführung riss zuvor die Konzertbesucher zu Begeisterungsstürmen hin: Chor-Pianist Matthias Ventker hatte den Song „Trust in higher meaning“ komponiert und getextet, der mit treibenden Rhythmen, anspruchsvollen Taktwechseln und einer eingängigen Melodie ansteckenden Optimismus verbreitete. Seine bemerkenswerte Virtuosität am Piano stellte er zudem in einem selbst arrangierten, jazzig inspirierten Medley aus „König der Löwen“ unter Beweis. Einen Ausflug in die Welt des Musicals unternahm auch Jonas Schoster , der nicht nur mit Querflöten-Einlagen, sondern bei „Defying Gravity“ aus „Wicked“ auch als Gesangssolist mit Intensität und ausdrucksstarker Dynamik das Konzert bereicherte.

Für die gute Sache

Unterstützung vom künftigen Sängernachwuchs erhielt der Chor für den „Cup-Song“: Lara, Pia und Maike zeigten gemeinsam mit Jonas Schoster, dass Rhythmus nicht unbedingt ein Schlagzeug braucht. Ihnen reichten dazu einfache Plastikbecher. Ein echtes Percussion-Feuerwerk brannte danach Schlagzeuger Florian Graf ab: Sein Solo zum Bill-Withers-Song „Lean on me“ fuhr Sängern und Konzertbesuchern gleichermaßen in die Beine. Der mit einem Solo von Alexandra Wendtland eingeleitete Song bildete den mitreißenden Abschluss eines rundum gelungenen Konzertes, das nicht nur gute Laune machte, sondern auch noch einem wohltätigen Zweck diente. Denn nach dem Musikgenuss öffneten die Besucher gerne ihre Geldbörsen für die „Tafel“. Einziger Wermutstropfen: Matthias Ventker und Jonas Schoster müssen sich aus zeitlichen Gründen von „Gospel and More“ verabschieden. Nur noch einmal stehen sie mit dem Chor auf der Bühne: Sein Programm präsentiert „Gospel and More“ erneut am Sonntag, 18. Oktober, ab 17 Uhr in der Christophorus-Kirche von Melle-Neuenkirchen.


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