Entwicklungskonzept Planer: Erhalten Sie in Bad Essen Ihre schöne Nikolaistraße!

Von Andreas Schnabel


Bad Essen. Mit der Vorstellung des Entwicklungskonzeptes „Nikolaistraße Bad Essen“ hat Klaus Mensing den Gemeinderat aufgefordert: „Erhalten Sie ihre schöne Nikolaistraße im historischen Ortskern Bad Essens. Zusammen mit dem Kirchplatz macht diese Straße den besonderen Charme Bad Essens aus!“

Anlass des „Entwicklungskonzeptes Nikolaistraße“ waren die zunehmenden Funktionsverluste und Leerstände, zuletzt dokumentiert in der Schließung der Gaststätte „Auf dem Kampe.“

Ziel ist es, die Nikolaistraße zu beleben und wieder zu einem attraktiven Standort zu machen. Ein Entwicklungskonzept mit realistischen Perspektiven und für nachhaltige Nutzungen schafft die Voraussetzung dafür, damit die Eigentümer weiterhin in ihre Immobilien investieren und dadurch mit zum attraktiven Auftritt beitragen.

Die Bearbeitung erfolgte durch das Büro „Convent Mensing“ in Kooperation mit dem Landkreis Osnabrück und in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bad Essen sowie unterstützt durch einen projektbegleitenden Arbeitskreis.

Nach einer schriftlichen Befragung der Eigentümer mit Fragebogen plus Gesprächsangebot (Rückläufe zu 25 Immobilien) folgten Ortstermine und Einzelgespräche sowie schließlich die Erarbeitung, Diskussion und Abstimmung von Handlungsoptionen und möglichen Maßnahmen.

Klaus Mensing betont, die Nikolaistraße präsentiere sich städtebaulich und vom gestalterischen Zustand der Immobilien und des Straßenraums her überwiegend attraktiv. Gleichwohl gebe es Handlungsbedarf. Priorität liege auf dem Erhalt der Immobilien und des Charakters der Straße.

Bei den Handlungsoptionen geht es laut Mensing im Wesentlichen um die Entwicklung des Bestands – mit dem angestrebten Ziel einer Wohnnutzung auch in derzeit leer stehenden Erdgeschossen: „Wohnen ist hier die plausibelste Nutzungsoption, da die Nikolaistraße bereits ein Wohnstandort ist.“ Auch Dienstleistungen, von Architekturbüros bis Pflegediensten, schätzen innerörtliche Standorte und kommen als Folgenutzung in Betracht.

Angesichts der bestehenden Neubauplanungen eines Projektentwicklers im Zusammenhang mit einer Folgenutzung für das Haus am Karlsplatz laufen derzeit intensive Gespräche zu einer tragfähigen städtebaulichen Lösung. Das betrifft die Nutzung des Fachwerkhauses am Karlsplatz (ehemals „Da Toni“) ebenso wie mögliche Neubauten im hinteren Bereich des Grundstückes.

Auch in Sachen Alte Apotheke könnte sich etwas bewegen. Derzeit planen Interessenten, die Alte Apotheke zu kaufen und nach Umbau des Gebäudes einen Hotelbetrieb plus kleinem gastronomischem Bereich zu betreiben. Da der attraktive rückwärtige Garten als Biergarten genutzt werden soll, müssten die erforderlichen Stellplätze an anderer Stelle nachgewiesen werden. Eine Perspektive könnte sein, dass die Gemeinde das Grundstück Nikolaistraße 30 veräußert und hier neben den notwendigen Stellplätzen für die Hotel- und Gastronomienutzung 5 gemeindliche Parkplätze mit direkter Zufahrt von der Nikolaistraße aus erstellt.

Fachplaner Mensing ist sich sicher, dass das vom Gemeinderat beschlossene Entwicklungskonzept, dessen Details noch konkret gefasst werden müssen, neue Impulse für den historischen Ortskern auslösen kann: „Als Signal.“

Die Parkraumsituation müsse in jedem Fall verbessert werden, optimalerweise durch eine neue Parkraumbewirtschaftung plus Schaffung neuer Stellplätze. Verträgliche Nutzungen in den Gebäuden sollten das Ziel sein, planungsrechtliche Möglichkeiten für Wohnnutzungen geschaffen und die Gespräche mit den Eigentümern fortgeführt werden.

Sprecher aller im Gemeinderat vertretenen Parteien sind sich einig, dass die Idylle an Nikolaistraße und Kussallee erhalten bleiben muss. Es gehe darum, gemeinsam ein Kleinod zu bewahren: „Und es liegt noch viel Arbeit vor uns.“