RuheForst geplant Waldfriedhof bei Schloss Hünnefeld in Bad Essen-Harpenfeld

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Für die Anlage eines Waldfriedhofes südlich und nördlich der „Clamors Allee“ in Harpenfeld hatte der Bad Essener Gemeinderat mit der 53. Änderung des Flächennutzungsplanes den Weg frei gemacht. Foto: Christian StröhlFür die Anlage eines Waldfriedhofes südlich und nördlich der „Clamors Allee“ in Harpenfeld hatte der Bad Essener Gemeinderat mit der 53. Änderung des Flächennutzungsplanes den Weg frei gemacht. Foto: Christian Ströhl

Harpenfeld. Auf dem Gelände von Schloss Hünnefeld in Bad Essen-Harpenfeld wird ein Waldfriedhof angelegt. Dieser neue Friedhof wird ein „RuheForst“ sein.

Für die Anlage eines Waldfriedhofes südlich und nördlich der „Clamors Allee“ hatte der Bad Essener Gemeinderat mit der 53. Änderung des Flächennutzungsplanes den Weg frei gemacht. Die Waldfläche umfasst 17,3 Hektar und beinhaltet fünf Flustücke. Alle Flächen befinden sich im Eigentum von Luise von dem Bussche-Hünnefeld.

In einem ersten Betriebsabschnitt soll zunächst die Fläche südlich der Allee als Begräbnisfläche eingerichtet und betrieben werden. Im weiteren Verlauf würden dann Ruhebiotope im nördlichen Betriebsteil ausgewählt.

Träger des Friedhofes ist die Gemeinde Bad Essen, wobei ein Betriebsführungsvertrag zwischen der Gemeinde und dem Eigentümer nach dem Niedersächsischen Bestattungsgesetz zur Beauftragung Dritter mit der Errichtung und dem Betrieb des Friedhofs geschlossen werden muss. Der geplante RuheForst sieht vor, dass biologisch abbaubare Urnen in einer Mindesttiefe von 50 cm in ein Ruhebiotop eingebracht werden. Diese Ruhebiotope bleiben naturbelassen. Grabschmuck ist nicht zulässig. Somit bleibt der Wald in seinem Erscheinungsbild unverändert. Die Fläche wird deshalb auch nicht umfriedet. Der Wald bleibt frei zugänglich für Spaziergänger und Tiere. Informationsschilder werden Besucher auf die besondere Nutzung als Waldbestattungsfläche hinweisen.

Die RuheForst GmbH betreibt deutschlandweit mittlerweile über 60 RuheForst-Standorte. Mit dem Betrieb des Ruhe-Forstes Hünnefeld ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Geschäftsbereich Forst, in Hannover beauftragt. Zwischen der Waldeigentümerin, der RuheForst GmbH und der Landwirtschaftskammer ist ein Dienstleistungsvertrag geschlossen worden, der vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung des Vorhabens in Kraft tritt. Eine Widmung des Friedhofs würde für 99 Jahre erfolgen.

Willi Ahrens (SPD) hatte in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause darauf verwiesen, dass der Anteil an Urnenbestattungen seit Jahren zunehme. Große Familiengrabstätten würden auf den heimischen Friedhöfen immer häufiger verkleinert oder ganz aufgegeben. Mit dem RuheForst stelle sich die Gemeinde dieser Entwicklung: „Ich sehe den neuen Waldfriedhof nicht als Konkurrenz für das bisherige Angebot.“

Michael Kleine-Heitmeyer (CDU) sagte, gesellschaftliche Veränderungen führten nun einmal zu veränderten Ansprüchen: „Die Sichtweise auf die letzte Ruhe hat sich ebenfalls verändert. Alternative Bestattungen werden immer mehr nachgefragt. Bei allem gesellschaftlichen Wandel sind auf Hünnefeld Ruhe, Beschaulichkeit und eine würdevolle Bestattung in der Natur gegeben. Es passt alles.“

Joachim Lücht (Bündnis 90/Die Grünen) sagte: „Die Bestattungskultur hat sich verändert. Dieser Hünnefelder Wald ist ein befriedeter Ort. Dort darf nicht geholzt und dort darf auch nicht gejagt werden.“ Heinrich Spethmann (CDU) gab zu bedenken, dass ein RuheForst in der Konsequenz „sicher auch Auswirkungen auf unsere Friedhöfe haben wird.“ – Der Beschluss pro RuheForst Hünnefeld erfolgte einstimmig.


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