Quirlige Kobolde Frettchenfreunde Osnabrück feiern Sommerfest in Bad Essen

Von Horst Troiza


Bad Essen. Kleine Kobolde und ihre großen Halter trafen sich auf dem Vereinsgelände der Frettchenfreunde Osnabrück in Bad Essen. Die dortige Auffangstation ist inzwischen Mittelpunkt der Vereinsaktivitäten und so kamen zum Sommerfest des Vereins nicht nur Mitglieder, sondern auch Besucher aus ganz Deutschland.

Das Netzwerk der Frettchenfreunde funktioniert bundesweit hervorragend. Zum Sommerfest kamen Tierhalter aus der Region, aus Wuppertal, Frankfurt, Stuttgart und vielen anderen Orten. Sogar aus dem 2000 Kilometer entfernten spanischen Alicante konnte eine Besucherin begrüßt werden. Die Deutsche Nicole Baron lebt seit mehr als 20 Jahren an der Costa Brava und gehört seit acht Jahren zu den Haltern der possierlichen Tiere. „Heute bin ich allerdings ohne eines meiner sechs Frettchen hier. Das wäre wegen der Hitze auch nicht gut gegangen“, erklärte sie. Wenn die Temperatur höher als 25 Grad steigt, müssen die kleinen Fellträger besonders behandelt werden.

27 Gäste in der Auffangstation

Baron konnte trotzdem ein Frettchen in die Arme schließen. Sie ist Patin eines der gegenwärtig 27 Pensionsgäste in der Auffangstation. Manch einer, der sich eines dieser ungewöhnlichen Haustiere anschafft, muss schnell erkennen, dass die Frettchenhaltung einiges an Aufwand mit sich bringt.

Jessica Aufenfehn, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des 1999 gegründeten Vereins, nennt Allergien bei den Besitzern, Ärger mit Vermietern, Umzug und Überforderung bei der Versorgung der kleinen Raubtiere als die häufigsten Gründe dafür, dass sie ausgesetzt werden.

Dabei kommen sie in freier Wildbahn überhaupt nicht zurecht.

Wildtierinstinkte verloren

Frettchen, die domestizierte Art des wild lebenden Europäischen Waldiltis´, haben durch Zucht einige ihrer Wildtierinstinkte verloren. So zum Beispiel den überlebenswichtigen Drang, sich selbst Nahrung zu suchen. „Es ist unverantwortlich, solch ein Tier einfach auszusetzen“, empört sich Aufenfehn. Manche werden rechtzeitig aufgefunden und in Tierheimen abgegeben und landen dann in der Auffangstation in Bad Essen, wo sie liebevoll von Gabriele und Reinhard Hess aufgepäppelt werden. Wenn es ihnen besser geht, wird versucht, sie an neue Halter zu vermitteln. Gegenwärtig befinden sich in der Obhut des Ehepaares auch vier Tiere aus der Familie der Marder, darunter ein Mauswiesel. „Es war von Kopf bis Fuß voll mit Zementstaub, der auch seinen Geruchssinn angegriffen hat. Deshalb kann es jetzt nicht wieder ausgewildert werden“, berichtete Reinhard Hess.

Lieblingsbeschäftigung schlafen

Einige der Frettchenhalter hatten ihre Tiere zum Sommerfest mitgebracht. Mancher führte es auf dem weitläufigen Gelände an der langen Leine, andere hatten Transportkäfige mitgebracht, in denen manchmal ganze Rudel eng gedrängt aneinander lagen, ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgingen und schliefen. Etwa 18 Stunden Schalf benötigt ein Frettchen pro Tag, die restlichen Stunden verbringt es mit Fressen, Spielen mit den Artgenossen und Kuscheln mit seinem Halter.

Lange Reihen von Fahrzeugen an den Rändern des Senfdammes in Bad Essen zeugten von einem regen Besucherstrom zum Sommerfest. Es wurde ein reger Gedankenaustausch gepflegt, Tipps wurden gegeben und Freundschaften erneuert. Und etwas viel auf: Je quirliger sich die kleinen Kobolde gebärdeten, desto entspannter waren Herrchen und Frauchen. Denn wenn es dem pelzigen Liebling gut geht, freut sich der Mensch.