Beteiligung an „Cittaslow“ Bad Essen setzt auf nachhaltigen Tourismus

Von Andreas Schnabel

Die Solearena wurde als auffälliges Rondell zur Landesgartenschau 2010 errichtet und ist mit ihrer ungewöhnlichen Architektur zu einem weiteren Wahrzeichen Bad Essens geworden. Die Bad Essener Thermalsole sprudelt seit 1991 aus 800 Meter Tiefe in Harpenfeld. Der Mineralgehalt der Sole liegt bei 31,8 Prozent. Foto: Jörn MartensDie Solearena wurde als auffälliges Rondell zur Landesgartenschau 2010 errichtet und ist mit ihrer ungewöhnlichen Architektur zu einem weiteren Wahrzeichen Bad Essens geworden. Die Bad Essener Thermalsole sprudelt seit 1991 aus 800 Meter Tiefe in Harpenfeld. Der Mineralgehalt der Sole liegt bei 31,8 Prozent. Foto: Jörn Martens

Bad Essen. Die Gemeinde Bad Essen setzt in Sachen Tourismus immer wieder Akzente. Jetzt hat der Fachwerkort am Fuße des Wiehengebirges, der nach der erfolgreichen Ausrichtung der Landesgartenschau 2010 erst vor wenigen Tagen auch nach Millioneninvestitionen die neue Marina am Mittellandkanal in Betrieb genommen hat, die Aufnahme in das Netzwerk „Cittaslow“ beantragt.

Bad Essen plant als erste Kommune in Niedersachsen die Beteiligung im bereits etablierten Cittaslow-Netzwerk für die Förderung und Umsetzung von nachhaltigem Tourismus.

Städte und Gemeinden, die der „Internationalen Vereinigung der lebenswerten Städte – Cittaslow“ angehören, haben sich nachhaltige Umweltpolitik, eine charakteristische Struktur, Gastfreundschaft, Kultur und Traditionen bei Wahrung von regionalen Besonderheiten, den Schutz der Vielfalt von Flora und Fauna, regionaltypische Produkte, regionale Märkte mit Förderung der Direktvermarktung und Wochenmärkten sowie Bewusstseinsbildung mit Förderung der regionalen Identität als Ziele gesetzt.

Cittaslow (= langsame Stadt) ist eine Bewegung, die 1999 in Italien gegründet wurde, inspiriert von der Slow-Food-Bewegung.

Gegen eine Amerikanisierung

Hauptziele sind die Verbesserung der Lebensqualität und das Verhindern der Vereinheitlichung und Amerikanisierung.

Bad Essen, das durch verschiedene Angebote einschließlich der Gartenfestivals auf Schloss Ippenburg jährlich bis zu 400000 Tagesgäste anlockt, will nach Aussage von Bürgermeister Timo Natemeyer „mit Cittaslow das Profil schärfen, damit auch in Zukunft unsere Stärken wie Gemütlichkeit, Entschleunigung, Heimat und die eigene Identität zum Tragen kommt. Ich denke, wir passen gut in dieses Netzwerk.“

Weiterlesen: So war die Eröffnung der Marina

Um das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus stärker zu fördern, hatten das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und die Tourismus Marketing Niedersachsen GmbH unlängst den Wettbewerb „Tourismus mit Zukunft – Preis für Nachhaltigkeit im Reiseland Niedersachsen“ ins Leben gerufen.

Aus insgesamt 33 gültigen Bewerbungen konnten jetzt elf Nominierte ausgewählt werden. Mit dabei ist auch das Bad Essener Projekt „Cittaslow“. Im Rahmen des Wettbewerbs „Tourismus mit Zukunft – Preis für Nachhaltigkeit im Reiseland Niedersachsen“ wurden erstmals neue Projektideen im Bereich des nachhaltigen Tourismus in Niedersachsen gesucht. Und offensichtlich auch gefunden.

Voraussetzung für eine Teilnahme war eine realisierungsfähige, aber noch nicht umgesetzte Projektidee, die eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus verfolgt. Insgesamt stehen laut Ministerium 90 000 Euro an Preisgeldern für den Wettbewerb zur Verfügung. Die Preisverleihung findet am 24. September mit Wirtschaftsminister Olaf Lies statt.

Bad Essen könnte mit seiner jüngsten Initiative durchaus Impulsgeber für Cittaslow in Niedersachsen werden.

„Mit dem zur Verfügung gestellten Preisgeld sollen Prozesse beschleunigt und Ideen schneller umgesetzt werden. Denn auch um Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Bundesländern zu sichern, gilt es, neue, attraktive Angebote für Urlauber zu schaffen“, heißt es in einer Mitteilung von Wirtschaftsminister Olaf Lies. Bad Essen ist dabei.

Informationen zu den weiteren Nominierten sind unter www.tourismuspartner-niedersachsen.de zu finden.