Kinder aus Pflegefamilien Spannende Tage auf dem Bad Essener Berg


Essenerberg. „Phänomenal. Sie sind über sich hinausgewachsen.“ Wen Sarah Peters in höchsten Tönen lobt? Zehn Kinder und Jugendliche aus Pflegefamilien. Gemeinsam mit ihnen hat die Mitarbeiterin des Kinderhauses Wittlager Land eine Woche im Haus Sonnenwinkel auf dem Essenerberg verbracht. Möglich wurde dies auch dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes. Und schon nach dem zweiten Tag war Sarah Peters sich sicher: Dies ist eine ganz besondere Gruppe.

Bereits am ersten Tag, nachdem das Gelände erkundet worden war, hinterließ die Gruppe 12- bis 15-Jähriger bei verschiedenen kennenlern- und gruppendynamischen Spielen einen guten Eindruck bei ihr und ihrem Kollegen Stefan Beck. „Obwohl sie sich vorher nicht kannten, haben sie sich unglaublich schnell gefunden. Wir waren begeistert von dem freundlichen, vertrauten Umgang“, freut sie sich. Unterstützung bekam sie zudem von Fabian Klotz, der jeweils abends dazu stieß und über Nacht blieb.

Eine super Gruppe

Am zweiten Tag kamen Joachim Breitkopf und Andreas Hutfleß von „Games & Ropes – Erlebnispädagogik und Soziale Entwicklung“ dazu. Beim Schmieden von Brotmessern stellten die Pädagogen umgehend fest: „Eine super Gruppe. Sie helfen sich gegenseitig und brauchen kaum Anleitung.“ Beim nächsten Programmpunkt, dem Niedrigseilpfad, war Teamfähigkeit gefragt. Aber auch diese Aufgaben meisterten die Mädchen und Jungen mit Bravour. „Um zum Ende des Parcours zu gelangen, mussten sie sich helfen und dabei auch anfassen. Es gab überhaupt keine Berührungsängste“, so Peters.

An drei Nachmittagen war Lars Geisler vom Büro 49 zu Gast. Der Anti-Aggressions-Trainer sprach mit den Teilnehmern unter anderem über den Umgang mit Gewalt, thematisierte die Frustrationstoleranz jedes einzelnen und bat sie um eine Selbsteinschätzung. Gruppenarbeit und Fairness in Form von verschiedenen Teamspielen wurden trainiert. Individuelle Grenzen der Teilnehmer wurden erreicht, aber im gleichen Zuge auch neue Ressourcen aktiviert.

Im Hochseilgarten

Apropos Selbsteinschätzung: Viele Jungen und Mädchen hatten sich nicht zugetraut, den Hochseilgarten zu bewältigen. Doch insbesondere hierbei verdienten sie sich das Lob der Leiterin. Eine Teilnehmerin bedankte sich auch gleich bei ihren Unterstützern: „Ohne eure Hilfe hätte ich niemals den Mut gehabt, so hoch zu klettern.“ Eine Ortsrallye durch Bad Essen, ein Ausflug in den Tierpark Olderdissen und weitere Aktionen mit Games & Ropes rundeten das Programm der Freizeit ab.

Nach einer Woche endete der „Erlebnisurlaub“ mit einer Diashow, auch die Pflegeeltern und/oder Erziehungsberechtigten waren dabei. Sarah Peters war mehr als zufrieden: „Die Zeit hier war für das Selbstwertgefühl der Kinder gut und wichtig. Sie trauen sich jetzt mehr zu als vorher, und alle haben neue Fähigkeiten an sich entdeckt. Die Woche hat sich wirklich gelohnt.“ Für 2016 ist daher eine Folgefreizeit angedacht.