Pädagogik und Therapie Neue Dialog-Wohngruppe in Eielstädt

Matthias Meyerding ist Hausleiter der neuen Dialog-Wohngruppe in Eielstädt. Foto: Lars HerrmannMatthias Meyerding ist Hausleiter der neuen Dialog-Wohngruppe in Eielstädt. Foto: Lars Herrmann

Eielstädt. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Irgendwann ist die Geduld aber auch am Ende. An diesem Punkt war Matthias Meyerding angelangt. Der 27-Jährige aus Hunteburg ist Hausleiter der neuen Dialog-Wohngruppe für Kinder und Jugendliche im Maschweg in Bad Essen-Eielstädt.

Vier Mädchen und ein Junge sind vor einigen Tagen in Eielstädt eingezogen. Drei weitere Jungen sowie eine 16-Jährige, die im Obergeschoss eine eigene Wohnung für sich hat, werden in Kürze folgen.

Meyerding ist bereits seit 2011 in verschiedenen Dialog-Wohngruppen tätig. Nach drei Jahren im Ulmenhof (Heithöfen) wechselte er in die Wohngruppe Wimmer. Hier war er auch Stellvertreter von Hausleiter Frank Wenzel. „Die Kinder und Jugendlichen, die im Maschweg einziehen, kenne ich daher schon durch einrichtungsübergreifende Angebote und Vertretungsdienste“, sagt der Hausleiter.

Eine Gesprächsrunde

In dieser Woche kommt zudem Ombudsfrau Johanna Walkenhorst in die Wohngruppe, um an einer Gesprächsrunde mit den Mitarbeitern, Kindern und Jugendlichen teilzunehmen. Matthias Meyerding hat schon zur Schulzeit Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen gesammelt. Zehn Jahre lang war er beim „HUBA-Zeltlager“ dabei, von 2010 bis 2011 hat er für die Jugendpflege Bohmte des Kinderhaus Wittlager Land gearbeitet. Dann folgte der Wechsel zur Dialog gGmbH, die mit dem Kinderhaus Wittlager Land einen Trägerverbund bildet. „Ich habe mich recht früh entschieden, in diesem Bereich zu arbeiten.

Sozialpädagogik

Alles begann 2007 mit dem Wechsel vom Gymnasium Damme zur Fachschule Sozialpädagogik an der BBS Melle“, erinnert er sich.

Eine erste Führung durch das Haus hat er mit den Kindern und Jugendlichen schon vor dem offiziellen Einzug gemacht. Im September sollen auch die Nachbarn mal an einem Tag der offenen Tür einen Blick in das Haus werfen dürfen. Wie sind die Zimmer denn aufgeteilt? „Im Erdgeschoss werden vier Jungen untergebracht, im ersten Stock vier Mädchen. Die Wohnung im Dachgeschoss wird von einer 16-jährigen Auszubildenden bezogen“, erklärt Meyerding. „Im Alltag geht es dann vor allem darum, das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Bei uns sollen Kinder Kinder sein können und dürfen. Und natürlich wollen wir sie auf ein eigenständiges Leben vorbereiten.“

Bachelorarbeit wartet

Als hätte er damit nicht schon genug Arbeit, steht er auch noch kurz vor Ende seines berufsbegleitenden Studiums der Sozialpädagogik. „Wenn ich Zeit finde, werde ich endlich meine Bachelorarbeit schreiben“, sagt Meyerding und schiebt gleich schmunzelnd hinterher: „Die muss aber erst einmal warten, bis sich hier alles eingespielt hat.“ Aber er weiß ja: Vorfreude ist die schönste Freude.


Organisation und Aufgaben: Die Dialog gGmbh (gemeinnützige Gesellschaft für familienorientierte Sozialarbeit) bildet einen Trägerverbund mit der Kinderhaus Wittlager Land gGmbH. Geschäftsführer ist Tim Ellmer, ihm zur Seite stehen die Prokuristen Simone Wiesehahn (kaufmännische Leitung) und Heiner Wilken (pädagogische Leitung). Mit den intensivpädagogisch-therapeutischen Angeboten bietet die Dialog gGmbH Entwicklungschancen mit stabilen und belastbaren Rahmenbedingungen in der stationären Kinder und Jugendhilfe für bindungsgestörte und/oder traumatisierte sowie milieugeschädigte Kinder, Jugendliche und junge Heranwachsende an. Wohngruppen gibt es in Wittlage (Jungen und Mädchen getrennt), Wimmer, Heithöfen, Schledehausen und nun auch in Eielstädt. Infos unter

www.dialog-badessen.de