Wittlager Land kennengelernt Urlaub für Alleinerziehende in Bad Essen

Die Gruppe vor dem Haus Sonnenwinkel auf dem Essener Berg. Foto: Lars HerrmannDie Gruppe vor dem Haus Sonnenwinkel auf dem Essener Berg. Foto: Lars Herrmann

Essenerberg. Ein Nachmittag im Sole-Freibad, schöne Stunden im Familienpark oder eine Fahrt mit dem Planwagen durch Bad Essen: Was für viele Einwohner der Gemeinde selbstverständlich geworden ist, hat den Urlaub einer Gruppe alleinerziehender Mütter und Väter aus Gelsenkirchen zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Elf Tage hatten sie Zeit, die schönen Seiten des Wittlager Landes kennenzulernen – und diese Zeit haben sie auch ausgiebig genutzt.

„Viele Teilnehmer waren das erste Mal außerhalb von Gelsenkirchen, dazu noch im Ländlichen und Grünen“, sagt Güllü Gök, die die Gruppe gemeinsam mit Linda Leh und Sabine Potratz begleitet und betreut hat. Und was fällt sofort auf? „Die Luft ist herrlich und rein. Das entspannt“, so Gök. Linda Leh ergänzt: „Es gibt kaum Verkehrslärm. Das wird uns aber wohl erst richtig bewusst, wenn wir wieder zurück in Gelsenkirchen sind.“

Die Kosten für Familienfreizeit hat die Stadt Gelsenkirchen übernommen. Es war das erste Mal, dass alleinerziehenden Müttern und Vätern solch ein Angebot gemacht wurde. Thorsten Müller vom Jugendamt der Stadt Gelsenkirchen hatte sich vorab vor Ort von der Unterkunft, dem Haus Sonnenwinkel auf dem Essenerberg, sowie von dem Kurort und den Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung überzeugt. Während der Familienfreizeit kam er noch einmal gemeinsam mit dem Abteilungsleiter der Abteilung Jugend - und Familienförderung des Jugendamtes Gelsenkirchen, Michael Hannrath-Hanasek, vorbei. „Unser Ferienpassangebot ist immer gleich ausgebucht. Deshalb kam uns die Idee, solch eine Familienfreizeit für Alleinerziehende anzubieten“, erklärt Müller.

Angebote freiwillig

Die Gruppe ist aber nicht nur in der Gemeinde geblieben. Ausflüge haben sie zum Beispiel in den Potts Park nach Minden oder in den Dino-Park Münchehagen geführt. „Alle Angebote waren freiwillig. Aber keine Familie hat ein Angebot ausgelassen“, freuen sich die drei Betreuerinnen.

Trotz aller Ausflüge blieb den elf Erwachsenen und 17 Kindern im Alter von zwei bis 14 Jahren genug Zeit, um einfach mal spazieren zu gehen oder etwas auf eigene Faust zu unternehmen. Abends ging es dann in der Regel gemütlich zu, etwa am Lagerfeuer. Ruhe fanden sie auch bei Birgit Karger (BiVital), die Entspannungsangebote für Kinder und Erwachsene vorbereitet hatte.

Güllü Gök und Thorsten Müller hatten sich im Vorfeld über die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung erkundigt. „Vorschläge sind aber auch aus der Gruppe gekommen. Eine Kinderdisco gab es auf Wunsch der Kinder“, berichtet die Begleiterin.

Rückmeldungen auswerten

In Kürze wird die Stadt die Rückmeldungen auswerten. Die drei Begleiterinnen hoffen, dass die Stadt Gelsenkirchen künftig regelmäßig solche Familienfreizeiten anbietet. „Schon am Abend des zweiten Tages wollten sich alle auf eine Liste für das nächste Jahr eintragen – obwohl es so eine Liste gar nicht gibt“, schmunzelt Sabine Potratz. Gerne würden sie wieder nach Bad Essen und in das Haus Sonnenwinkel kommen: „Uns gefällt es hier sehr gut“, betonen die drei Frauen.