Altmaschinenfreunde luden ein Jede Menge Dampf und Diesel in Levern

Von Gertrud Premke

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Levern. Mit lautem „Buff, Buff, Buff“ schoben die ersten schweren Lanz-Bulldogs, unverkennbar an ihrem dumpfen Klang aus dem Auspuff zu hören, und weitere alte Traktorschätzchen über die Landstraßen zwischen reifenden Kornfeldern bis zur Kolthoffschen Hofmahlmühle in Levern. Auf dem Mühlengelände in Levern fand das 11. Alttraktorentreffen statt, zu dem der Verein Altmaschinenfreunde Levern eingeladen und dieses auch organisiert hatte.

„Einladen brauchen wir eigentlich gar nicht. Die Traktorenfreunde kommen von der Mund-zu-Mund-Propaganda und dieses Mal erwarten wir hier 450 alte Schätzchen,“ so Uwe Stothfang, 1. Vorsitzender des Vereins Altmaschinenfreunde Levern.

Bei strahlendem Sonnenschein und unter wolkenlosem blauen Himmel reihten sich dann die alten mit Liebe restaurierten Trecker von den schweren Lanz-Bulldogs über zahlreiche Hanomags und Deutz bis zu den kleineren, weniger PS-starken Maschinen, Kleinschleppern wie Normag, Güldner, Eicher und viele andere Fabrikate in allen Farben auf dem abgeernteten Kornfeld unterhalb des Mühlengeländes.

Von weit her Angereiste kamen mit ihren Schlafquartieren , schön restaurierte Zirkuswagen oder hübsche kleine Wohnwagenanhänger.

Deutz-Willi vor Ort

Promi-Teilnehmer, zwischenzeitlich bekannt aus Funk und Fernsehen, war Wilfried Langner a aus Langenförde auch „ Deutz-Willi „ genannt, der von seiner Treckertour zum Nordkap auf der Rückreise zuvor noch an einem Treckertreffen in Zeven teilgenommen und dann von Petershagen kommend „einen Schlenker“ mit seinem grünen Deutz und „Schnecke“-Anhänger nach Levern gemacht hatte . Auf seiner insgesamt 8000 Kilometer langen Reise vom 8. Mai bis zum Ehrenempfang am 8. August in seinem Heimatort war ihm für diese Sonderaktion noch Zeit verblieben. Und so wurde er beim Eintreffen im Leverner Fahrerlager von Uwe Stothfang und der großen Leverner „Treckerfamilie“ ganz herzlich begrüßt, fast zeitgleich, als eine Fernsendung über die ungewöhnliche Reise des 79-jährigen im NDR lief.

Über den Samstag hinweg trudelten noch weitere Schlepper aus nah und fern ein. Die ersten Vorführungen, wo alte Maschinen auf dem Stoppelfeld zum Einsatz kamen, starteten. Wer Spaß haben wollte, drehte mit seinem alten Schätzchen auf dem Feld seine Runden bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit, natürlich unter Beachtung der „Vorfahrtsregeln“. Im alten Sägegatter unterdessen wurde mit Geknatter ein richtig dicker Eichenstamm „zerlegt „.

Feiner und süßer ging es nachmittags im Festzelt bei duftendem Kaffee, leckerem Kuchen und Sahnetorten zu, und die Blaskapelle Riepe gab ihr Debüt vor dem traditionellen „Dämperball“ mit DJ Klaus, der übrigens an allen Tagen ganz souverän durch das bunte vielseitige Programm führte.

Ein Wettheizen

Publikumsmagnet war wie in jedem Jahr das „Bulldogwettheizen“ am Sonntagmorgen. Zu dem Zeitpunkt ab 11 Uhr waren wohl geschätzte 1000 Besucher auf dem Festplatz unter den alten Eichen, die den Glühkopf- Experten beim Wetteifern zuschauten und ihren Favoriten anfeuerten.

In der Klasse 4,5 l (bis 25 PS) sprang der Funke zum Start des Glühkopfes beim Lanz Bulldog von Jochen Müller, Alteisenfreunde Espelkamp, am schnellsten über, und die Maschine stieß den dicken grauen Qualm gleichmäßig gen Himmel . Zweiter wurde der Bohmter Jürgen Schnier, und auf dem dritten Platz landete Matthias Müller aus Pr. Oldendorf, Schröttinghausen.

Bei den 10-Liter-Bulldogs bis 55 PS wurde Sieger unter den Glühkopfzündern der „alte Hase“ Karl Schleußinger aus Linne mit seinem Bulldog Baujahr 1929, übrigens das älteste Schätzchen auf dem Platz, Zweiter Matthias Müller, Schröttinghausen, der mit der größeren PS -Zahl mehr Glück hatte und Dritter Manfred Tontrup aus Wehrendorf.

Ein DDR-Traktor

Sein besonderes Fahrzeug und äußerst selten , eine IFA Pionier RS 01/40 , 40 PS Bj. 52, einen Scheunenfund aus Cottbus, führte Uwe Stothfang vor. Von dem Fahrzeug gibt es nur noch 15 Stück. Die eigentliche Besonderheit ist an dem alten DDR-Traktor die Benzinstarteinrichtung.

Mühlentag lockte

Außerdem lockte der traditionelle Mühlentag noch zusätzlich zahlreiche Gäste, auch Radtouristen, auf das Mühlengelände. Musikalische Unterhaltung gab es weiterhin von der Blaskapelle Riepe, und die Harlinghauser Tanzgruppe präsentierte ihr Können.

Tombola, Kinderspielplatz, Hüpfburg, Trecker-Karussell, zahlreiche Marktbeschicker und vielseitige Beköstigung rundeten das Bild ab. „Ich bin kaputt, aber glücklich, es ist alles super gelaufen“, so Uwe Stothfang am Ende der Veranstaltung.


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