Berliner Modell wird umgesetzt Krippe auf dem Essener Berg öffnet Anfang 2016

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Auf der Baustelle: Links Thalea Künker, rechts Britta Warsinsky, Leiterin des Natur- und Erlebniskindergartens. Die Einrichtungen liegen direkt aneinander und werden oft gemeinsame Projekte angehen. Foto: Lars HerrmannAuf der Baustelle: Links Thalea Künker, rechts Britta Warsinsky, Leiterin des Natur- und Erlebniskindergartens. Die Einrichtungen liegen direkt aneinander und werden oft gemeinsame Projekte angehen. Foto: Lars Herrmann

Essenerberg. Anfang kommenden Jahres wird die Charly’s-Kinderparadies-Krippe auf dem Essener Berg eröffnen. Für die Kinder sind dann aber nicht nur die Räume neu. Sie werden erstmals mehrere Stunden von ihrer Familie getrennt sein. „Die Eingewöhnung ist daher ein besonders wichtiger Prozess, der bei uns nach dem sogenannten ,Berliner Modell‘ abläuft“, sagt Thalea Künker, die die Einrichtung leiten wird.

Was hat es mit dem Berliner Modell auf sich? „Es gliedert den Verlauf der Eingewöhnung in mehrere Phasen“, erklärt die 25-Jährige: „In den ersten drei Tagen verbringt das Kind etwa eine Stunde bei uns. Die Bezugsperson, die die Eingewöhnung begleitet, ist die ganze Zeit dabei.“

Ab dem vierten Tag erfolge eine kurze Trennung für etwa 15 Minuten. „Die Bezugsperson hält sich aber so lange in einem Raum in der Nähe auf. Einige Kinder haben auf Anhieb kein Problem mit der Trennung, andere brauchen etwas mehr Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Dann bringen wir die Familie schnell wieder zusammen“, berichtet Künker.

Nach der bewussten Verabschiedung und der kurzzeitigen Trennung kommt die Bezugsperson zum Abholen zurück und nimmt das Kind mit nach Hause. „Das ist wichtig, damit das Kind weiß: Mama oder Papa kommt zurück, und dann nehmen sie mich wieder mit nach Hause.“ Und welches Geschlecht lebt sich schneller ein?

„Das lässt sich pauschal nicht sagen. Jungen können genauso anhänglich sein wie Mädchen“, weiß sie aus eigener Erfahrung.

Thalea Künker leitet zurzeit nämlich die Charly’s-Kinderparadies-Krippe in Melle. Diese Einrichtung ist vom PädQUIS-Institut ausgezeichnet worden. Punkten konnte die Krippe vor allem mit dem Konzept der Eingewöhnung. „Die Mitarbeiterinnen beweisen großes Bewusstsein für die Bedeutung der Eingewöhnung“, heißt es in einer Anmerkung.

Dazu gehört – sofern gewollt – auch ein Hausbesuch, bevor ein Kind in die Krippe kommt. „Bei dieser Gelegenheit lernt das Kind uns in vertrauter Umgebung kennen. Und mit den Eltern können wir den Ablauf der Eingewöhnung besprechen“, sagt Künker.

Flexibel reagieren

Den Hausbesuch übernimmt die sogenannte Bezugserzieherin. Sie notiert später im Alltag alle Beobachtungen, führt Gespräche mit den Eltern und kümmert sich um das Portfolio. „Manchmal fühlen sich die Kinder aber auch zu einer anderen Fachkraft hingezogen. Wir können flexibel darauf reagieren und gegebenenfalls tauschen“, erklärt Thalea Künker. Auch in Bad Essen soll es ab dem 1. Februar 2016 so ablaufen.

Bevor es so weit ist, muss der Bau natürlich abgeschlossen sein. In diesen Tagen ist die Betondecke gegossen worden, die Fenster werden im nächsten Schritt eingesetzt.


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