Oratorium in St.-Nikolai-Kirche Kompositionen zu biblischen Passagen in Bad Essen

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Bad Essen. Kompositionen zu Passagen der Bibel präsentierte der Komponist Klaus Heinzmann in der St.-Nikolai-Kirche. Facettenreich interpretierte er die alttestamentarische Geschichte von Abraham und seinem Volk, wie er aus Ägypten flüchtete samt deren Torturen auf dem Weg durch die Wüste bis ins gelobte Land.

Unterstützung fand er bei Johannes Jourdan, der eigens für seine Kompositionen die passenden Worte formulierte. „Israel Schalom“ lautet daher der vielsagende Titel des Oratoriums. Wo lässt sich ein derartiges Werk besser in Szene setzen als in einem Gotteshaus? So bot die St.-Nikolai-Kirche den würdigen Rahmen für dieses Konzert.

Vor genau drei Jahrzehnten reiste Klaus Heizmann nach Israel. Was er dort erlebt hat, inspirierte ihn zu dieser Komposition. Von daher überraschte es während des Konzerts keinen der Anwesenden, dass im Oratorium nicht nur deutschsprachige Passagen zu hören waren. Hebräische Ergänzungen runden das Oratorium perfekt ab, sodass sich der Zuhörer nach Israel versetzt fühlen konnte.

Für einige der Anwesenden ist das Orchester pro musica aus der Friedensstadt keine unbekannte Größe. Unter der Leitung von Peter Harbaum präsentierten die Orchester-Mitglieder hier in Bad Essen schon öfters ihr Können. Kathrin Brauer (Mezzosopran) und Bariton Christian Meyer-Perkhoff liehen ihm ihre Solo-Stimmen.

Unterstützung fanden die Musiker auch in Bad Essen selbst. Der Nikolaichor und der Kinderchor „Die Flotten Noten“ füllten mit ihrer Sangeskraft zusätzlich den Kirchenraum. Für das optimale Zusammenspiel aller Beteiligten zeigte sich Martin Stindt verantwortlich. Ihm oblag die Leitung des Orchesters.

Klaus Heizmann präsentierte sich an diesem Nachmittag als Gegengewicht zur musikalischen Darbietung. Der Komponist selbst schlüpfte in die Rolle des Sprechers und zitierte die passenden Passagen aus der Bibel. Raum und Fülle bot ebenso die Weihnachtsgeschichte und wenig später auch das Leben und Wirken Jesu Christi. Für das musikalische Finale diente die Ostergeschichte vom Verrat durch Judas über die Kreuzigung bis zur Wiederauferstehung.

„Ich möchte mit meiner Musik die Menschen erfreuen“ – dieses Ziel hat sich Klaus Heizmann gesetzt und fraglos auch mit Bravour realisiert. Für Johannes Jourdan wäre das Konzert jedenfalls ein besonders schönes Geschenk geworden – wäre er denn an diesem Nachmittag in Bad Essen gewesen. Für seine Abwesenheit war er aber entschuldigt: Just an diesem Sonntag im Mai feierte er seinen 92. Geburtstag.


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