Auftrag „Energiewende“ Bad Essen als regenerativste Kommune im Osnabrücker Land ausgezeichnet

Bad Essen ist regenerativste Kommune: Unser Foto zeigt (vordere Reihe): Johannes Bartelt (Kreisverband Bündnis 90/ Die Grünen), Jürgen Ebert (Kreistagsmitglied Bündnis 90/Die Grünen), Bürgermeister Timo Natemeyer, Kreisrat Dr. Winfried Wilkens. Mittlere Reihe: Siegfried Lippert, Elke Matthey, Reiner Borgmeyer (EFG Energy-Farming), Professor Dr. Klaus Kuhnke. Hintere Reihe: Ernst Mönter, Andreas Pante (Fachdienstleiter Umwelt), Dr. Joachim Lücht, Laurenz Brackmann (Bundesverband Windenergie), Stefan Thebing (PEG Landvolk Energie). Foto: Cornelia MüllerBad Essen ist regenerativste Kommune: Unser Foto zeigt (vordere Reihe): Johannes Bartelt (Kreisverband Bündnis 90/ Die Grünen), Jürgen Ebert (Kreistagsmitglied Bündnis 90/Die Grünen), Bürgermeister Timo Natemeyer, Kreisrat Dr. Winfried Wilkens. Mittlere Reihe: Siegfried Lippert, Elke Matthey, Reiner Borgmeyer (EFG Energy-Farming), Professor Dr. Klaus Kuhnke. Hintere Reihe: Ernst Mönter, Andreas Pante (Fachdienstleiter Umwelt), Dr. Joachim Lücht, Laurenz Brackmann (Bundesverband Windenergie), Stefan Thebing (PEG Landvolk Energie). Foto: Cornelia Müller

Bad Essen. Bad Essen ist die „regenerativste Kommune im Osnabrücker Land“ 2014. Zum elften Mal vergibt der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen diese Auszeichnung an diejenige Gemeinde, die die stärksten Zuwächse im Bereich der erneuerbaren Energien zu verzeichnen hat.

Bad Essen ist die „regenerativste Kommune im Osnabrücker Land“ 2014. Zum elften Mal vergibt der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen diese Auszeichnung an diejenige Gemeinde, die die stärksten Zuwächse im Bereich der erneuerbaren Energien zu verzeichnen hat. Und da war Bad Essen im Jahr 2014 einsame Spitze: Satte 22,75 Prozent betrug hier die Steigerung gegenüber dem Vorjahr.

Insgesamt wurde in der Kommune Bad Essen inzwischen mehr als die Hälfte des Strombedarfs (51,9 Prozent) durch Windenergie, Fotovoltaik, Biomasse und Wasserkraft bereitgestellt. Damit liegt Bad Essen deutlich über dem Bundesdurchschnitt (26,2 Prozent) und dem Kreisdurchschnitt (32,8 Prozent). Den Löwenanteil stellte dabei die Windkraft: Neun Anlagen lieferten eine Gesamtleistung von 21800 Kilowatt.

„Wir freuen uns, dass wir als Gemeinde unseren Teil zur Energiewende beitragen können“, sagte Timo Natemeyer bei der Präsentation der Wettbewerbs-Ergebnisse. Er verwies auf mehrere Projekte, die von der Gemeinde vorangetrieben worden seien, z. B. die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude, die Vermietung von Dachflächen für Fotovoltaiknutzung oder der Betrieb einer Windkraftanlage durch den Wasserverband Wittlage.

Die Zeiten, in denen man den erneuerbaren Energien nur einen Minimalbeitrag zur Stromerzeugung zutraute, seien längst vorbei, waren sich Jürgen Ebert (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Klaus Kuhnke, Professor für erneuerbare Energien an der Hochschule Osnabrück, einig. Energiewende bedeute allerdings „nicht nur Stromwende, sondern auch Wärmewende und Verkehrswende“, betonte Professor Kuhnke. Haushalte verbrauchten etwa die Hälfte der Energie fürs Heizen und ein Drittel fürs Auto. „Für mich stellt sich Energiewende so dar: Sonne und Wind, Speichern und Sparen.“ Durch die Erneuerbaren stehe immer mehr Energie dezentral zur Verfügung. Das sei ein großes Plus. „Wer Windenergie im Binnenland ausbaut, braucht auch keine Stromautobahnen“. Aber ohne die Akzeptanz der Bürger sei die Energiewende nicht zu machen.

„Die Anlieger miteinzubeziehen hat in Bad Essen gut geklappt“, bestätigte Reiner Borgmeyer vom Windanlagen-Planer „Energy-Farming“. „Wenn das überall so liefe, wären wir schon einen Schritt weiter.“

Kreisrat Dr. Winfried Wilkens berichtete, dass es bereits gute Fortschritte gebe, das ehrgeizige Ziel, bis 2030 den gesamten Strombedarf des Kreises aus erneuerbaren Energien zu decken, zu erreichen. Der Landkreis habe eine ganze Reihe von Projekten ins Leben gerufen, mit denen er mit gutem Beispiel vorangehen und die Bürger stärker für das Thema sensibilisieren wolle – vom Beratungsportal für energetische Sanierung bis zum Elektro-Fahrschulprojekt. Immerhin gebe es viele gute Gründe, die Energiewende voranzutreiben, darunter auch wirtschaftliche: „Privatleute und Gewerbe geben im Landkreis Osnabrück jährlich 1,1 Milliarden Euro für Energie aus. Das Geld geht im Moment noch zum Großteil über die Kreisgrenzen hinaus. Uns ist daran gelegen, möglichst viel davon in der Region zu halten. Wir haben nichts davon, wenn wir unsere Gasrechnung bei Putin bezahlen.“


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