The Glory Gospel Singers Eine Sternstunde der schwarzen Musik

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Der traditionelle Black Gospelchor verzauberte alle mit seiner leidenschaftlich vorgetragenen Mischung aus Traditionals, Gospelsongs und Spirituals. Foto: Christa BechtelDer traditionelle Black Gospelchor verzauberte alle mit seiner leidenschaftlich vorgetragenen Mischung aus Traditionals, Gospelsongs und Spirituals. Foto: Christa Bechtel

Eine Sternstunde der schwarzen Musik boten am Sonntagabend „The Glory Gospel Singers“ aus den USA, die im Rahmen ihrer Wintertournee und auf Einladung der Kirchengemeinde in der Bad Essener St.-Nikolai-Kirche gastierten

„One of the finest gospel shows“ lautete der Titel ihrer gut zweistündigen Gospel-Gala. Organisiert hatten das Konzert Ingrid Meyer und Jostine Schönfelder.

Obwohl der hohe Eintrittspreis, 19 Euro im Vorverkauf und 22 Euro an der Abendkasse, möglicherweise manchen abschreckte, zu kommen, war das Gotteshaus dennoch gut gefüllt.

„Ich wollte den Chor einfach hören, weil ich selbst in einem Gospelchor singe“, betonte Christine Putze aus Brockhausen. Mit dieser Aussage stand sie nicht allein.

„Solange es die Christenheit gibt, gibt es auch die Musik“, meinte Pastor Klaus Haasis in seiner Begrüßung. „Gospel“, ein altenglisches Wort, heiße nichts anderes als „gute Nachricht“ erklärte der Geistliche der Konzertgemeinde. Und: „Es gibt Menschen, die können nicht nur singen, sondern müssen sich dabei auch noch bewegen“, bemerkte er mit Blick auf das Ensemble, das kurze Zeit später singend und tanzend den Altarraum betrat.

Allison Sanders, Tenor, Marc Anthony, Tenor, Cortney Richardson, Tourmanager, Shatima Felder, Musicdirector, Martina Bruno, Sopran, und Alain Merville, Keyboard, sind ein Teil der bis zu 70-köpfigen New Yorker WWRL Community Chorale. Für jede Tournee wird eine Gruppe mit den Besten neu zusammengestellt.

„We are so happy! We are singing Gospel Music for you and with you“, strahlte Cortney Richardson, der zum Auftakt zwischen den Kirchenbänken sofort den Kontakt zum Publikum suchte. Dass dieser original „traditional black gospel“ direkt unter die Haut geht – auch in Bad Essen, erkannte man daran, dass sogleich gemeinsam gesungen, geklatscht und Gott gepriesen wurde.

Voller Inbrunst und zeitweise a cappella sangen sie das bekannte „Kumbaya my Lord“, „I will follow him“, „Joshua fit the Battle of Jericho“ oder mit Rhythmus und Humor „Ezekiel saw the Wheel“, der Gospel, der den Wirbelwind beschreibt, den der Prophet Ezekiel sah. Dabei interpretierten sie die Gospels auf ihre ganz eigene Art, sodass eine Besucherin spontan feststellte: „So habe ich die Stücke noch nie gehört!“

Für Erstaunen sorgte die Sopranistin Martina Bruno, die mühelos in die verschiedenen Stimmlagen wechselte. Aber auch jedes weitere Mitglied bestach immer wieder solistisch. Zur Pause erklangen dann die vertrauten Gospelklassiker „Down by the Riverside“ und „O when the Saints“. Hier holten sich „The Glory Gospel Singers“ Verstärkung aus den Zuhörerreihen…

Den zweiten Teil eröffnete erst Allison Sanders solistisch mit „Joyfull, Joyfull“, Beethovens Ode „An die Freude“ aus der neunten Sinfonie als Gospel, die sich zur orchestralen Klangfülle steigerte und sogar als Rap interpretiert wurde. Zu „He’s got the whole World in his Hands“ holte Cortney Richardson die Kinder im Publikum in den Altarraum. Nicht nur die ganze Welt hielten sie in ihren Händen, sondern schaukelten auch die Babys der ganzen Welt.

Als Allison Sanders voller Leidenschaft „Let it go“ gesungen hatte, erklang das erste Stampfen im Gotteshaus, das sich zum Ende des Konzerts hin immer mehr steigerte. Denn auch die Hymne der Bürgerrechts- und Protestbewegung aus den 1960ern „We shall overcome“ dufte ebenso nicht fehlen, wie das abschließende „Oh happy Day“. – Mal laut, mal leise, mal ruhig, mal stürmisch hatten „The Glory Gospel Singers“ mit ihrer besonderen Ausstrahlung für ein besonderes Event in Bad Essen gesorgt.

Mit stehenden Ovationen entlockte das begeisterte Auditorium dem Quintett noch eine Zugabe, das sich dann am Ausgang von allen Konzertbesuchern persönlich per Handschlag und „God bless you“ (Gott segne dich) verabschiedete.


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