Geheimnis der weißen Bilder gelüftet Bettina Göbeler stellt in Bad Essener Rathausgalerie aus

Bei der Fertigung spielen Japanbütten und Rigips eine Rolle, verrät die Bohmter Künstlerin Bettina Göbeler. Foto: Karin KemperBei der Fertigung spielen Japanbütten und Rigips eine Rolle, verrät die Bohmter Künstlerin Bettina Göbeler. Foto: Karin Kemper

Bad Essen. Manche Dinge ändern sich, andere nicht oder nur bedingt. Die Bad Essener Rathausgalerie, die derzeit Arbeiten von Bettina Göbeler zeigt, sorgt seit rund zwei Jahrzehnten im ersten Stock des Rathauses für Abwechselung. Neu war jetzt, dass Timo Natemeyer die Ausstellung erstmals als Bürgermeister eröffnete.

Dank richte der Hausherr an die Kunstschule in Bad Essen, die die schöne Tradition überhaupt möglich mache. Natemeyer sagte: „Mein erster Eindruck ist, dass die Bilder von Bettina Göbeler Aufmerksamkeit erregen werden.“ Besonders traf das bei ihm auf die hellen Bilder an der südlichen Wand des Flurs zu. „Das erinnert mich an Profilmodelle. Die Bilder werden nicht nur bei mir die Fantasie anregen“, meinte der Bürgermeister.

Iris Nepke verwies bei einer kurzen Einführung darauf, dass sie überrascht sei, dass es immer noch wieder Neues und anderes gebe, das in der Rathausgalerie präsentiert werden könne. Besonders sei, dass die Künstlerin Bettina Göbeler höchst unterschiedliche Techniken verwende. Klassische Ölmalerei ist demnach ebenso vertreten wie Acryl – und die Bilderserie ohne Farbe, aber mit Profil. „Das ist eine ganz verrückte Technik, bei der der Betrachter rätselt, wie das Ganze entstanden ist“, meinte Nepke. Sie fügte hinzu: „Das ist eine hervorragende Ausstellung. Wir haben Bettina Göbeler angesprochen und hinsichtlich ihrer Kreativität aus dem Dornröschenschlaf geweckt.“ Die Künstlerin gibt inzwischen Kurse in der Kunstschule. Im neuen Semester steht „Ölmalerei“ auf dem Plan. Abschließend hieß es: „Ich hoffe, dass Leute beim Betrachten der Bilder Lust bekommen, selbst etwas auszuprobieren.“ Zu ihrem Werdegang meinte Göbeler, dass sie Kommunikationsdesign studiert habe. Das wiederum umfasse mehr als das reine Kunststudium – reiche beispielsweise bis hin zu Werbegrafik und Installationen.

Im Hinblick auf die Ölbilder meinte sie: „Durch die Schichtung kann man an den Bildern lange arbeiten. Und Tiefe lässt sich meiner Meinung nach nur mit Öl erreichen.“ Anschließend löste sie das Geheimnis ihrer „weißen Bilder“. Entstanden sind sie vor etlichen Jahren als Teil ihrer Studienarbeit. Das Motiv ist eine Boddenlandschaft, das Material Japanbütten. Das ist aber längst nicht alles. In feuchtem Zustand verhält sich das Papier ähnlich wie weiches Leder. Es lässt sich formen. Abgenommen wurden die Bilder von Rigipsplatten, auf die Göbeler ihre Skizzen übertragen hatte. Das gut gewässerte Papier wurde aufgelegt, durchgedrückt und danach getrocknet. Ergebnisse sind in der Rathausgalerie zu sehen.

Ursprünglich gab es von insgesamt 13 Motiven jeweils eine 7er-Auflage. Göbeler: „Die Serie ist aber nicht mehr vollständig. Mehr ist dem Rigips aber nicht zu entlocken.“ Kommentar aus der Runde: „So etwas wollen wir unbedingt im nächsten Kurs machen.“


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