Persönlichkeit entwickeln 30 Jahre Taekwondo in Lintorf

Lehrern hinterher: Schüler folgen (von links) Joachim Pletschmüllers, Klaus Dittmann und Andreas Bischof. Foto: Oliver KratoLehrern hinterher: Schüler folgen (von links) Joachim Pletschmüllers, Klaus Dittmann und Andreas Bischof. Foto: Oliver Krato

Lintorf. Es sind oft die stakkatohaften „U“- und „A“-Laute“, die mit Kampfsportarten in Verbindung gebracht werden. „U“ und „A“ nicht deshalb, weil sie von Europäern leichter auszustoßen sind als asiatische Vokale, wenn man weiß, dass die Wiege der meisten Sportarten in dieser Sparte in Fernost steht. Auch für Taekwondo, weshalb freilich beim Trainingsalltag des VfL Lintorf nicht die lautstarken Vokale die Akustik in der hell erleuchteten Lintorfer Halle durchdringen.

Lediglich dann, wenn es um Wettkampf geht, bei dem es „nur Haue gibt“, wie Klaus Dittmann kaum ganz ernst gemeint anmerkt mit Blick auf die Wettkampfsportler, die donnerstags unter den Fittichen von Dennis Gösling im VfL aktiv sind. Die Mehrheit der in Spitzenzeiten 80 Mitglieder in dieser Abteilung sieht und nutzt Taekwondo montags und mittwochs mehr als eine Art Selbstverteidigung, die bei einer enormen Körperspannung beginnt und eine stattliche allgemeine Fitness voraussetzt.

Zunächst ist wie bei anderen Kampfsportarten auch das Fallenlernen angesagt, dann das entsprechend spielerische Heranführen an die Bewegungsformen, die dann nach und nach entwickelt werden, wie Dittmann zusammen mit Joachim Pletschmüllers und Andreas Bischof als drei von insgesamt acht Trainern den lern- und disziplinwilligen Interessenten klarmachen.

Und das nur nicht als Nebeneffekt, sondern vielfach auch als Hauptsache in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung, was Selbstbehauptung, Selbstsicherheit, allgemein sicheres Auftreten und Selbstbewusstsein bis hin zur Gängigkeit auf der Straße betrifft. „Es gibt mal Prellungen, aber Verletzungen sehr wenig“, berichtet Dittmann, weil sehr viel Wert auf Aufwärmen gelegt wird. Gerade auch in bereits praktizierten Kursen zum Beispiel zusammen mit Haupt- und Realschule Bad Essen sowie bei einem Wochenendkurs, den Kinder mit Elternteilen gemeinsam absolvieren – den nächsten im Januar.

Für Kinder kommt oft der Zugang zum Taekwondo, weil sie im Internet sehen, wie viel Power in diesem Sport steckt. Im Fernsehen hat dieser Sport den damals jungen Dittmann gepackt, der zum Beispiel von Kung-Fu beeindruckt war und dann 1976 mit Frank Strasblatt, Heiner Kleinfeld & Co in Bohmte anfing, ehe er 1985 in Lintorf startete. Taekwondo als Wettkampfsport bis hin zum Vollkontakt mit Weste und Kopfschutz hat der heute 56-jährige Maschinenbauer nach Knie-Operation aufgegeben, „weil er extrem schnell und technisch anspruchsvoll geworden ist“.

Umso mehr schätzt er die Möglichkeit, mit Taekwondo neben Fitness vor allem Werte für Entwicklung und Stärkung der Persönlichkeit im Lebensalltag zu vermitteln.


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