Das Ensemble in Szene setzen Mike Eickhof ist Spielleiter in Hüsede

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Hüsede. Mike Eickhof ist seit 25 Jahren aktiv in der Theatergruppe Hüsede. Derzeit laufen die Proben für das neue Stück „Der Sauna-Gigolo“, das am Samstag, 31. Januar, Premiere im Saal Tönsmeyer in Brockhausen feiert.

Als Eickhof begann, bildeten die Laienschauspieler noch eine Gruppe im Gemischten Chor Hüsede. Wie kam Eickhof zum Ensemble? Ganz einfach: Werner Henrichs, der in der Nachbarschaft wohnt, hat ihn gefragt, ob er nicht mitmachen will. „Das Winterfest mit der Theateraufführung hat eine jahrzehntelange Tradition“, sagt Eickhof. Damals, auf der Bad Essener Friedenshöhe, wurden nur zwei Vorstellungen auf die Bühne gebracht. Eine zum Auftakt des Winterfestes am Samstagabend und eine weitere am Sonntagnachmittag. „Als Dankeschön für die Schauspieler gab es immer eine Rindsroulade – unvergesslich...“, erinnert sich der Hüseder. Geprägt haben die Theaterabteilung viele Jahre lang Ernst Massmann, Günter Böhning, Gerda Langer, und auch Siegfried Mauntel war ein Aktivposten.

Im Lauf der Zeit hat der Hüseder Chor dann allerdings die Zahl der Auftritte reduziert und schließlich seine Aktivitäten ganz eingestellt. Wie soll es mit den Laienschauspielern weitergehen? „Wir mussten uns neu aufstellen“, so Eickhof. 2006 wurde daher die Theatergruppe Hüsede als eigenständiger Verein gegründet, der rund 30 Mitglieder zählt. Dabei soll es auch bleiben. Das sind die Hobbyschauspieler, Angehörige und Unterstützer. Viel mehr mache keinen Sinn, denn die Zahl der Rollen in den Stücken, die auf die Bühne gebracht werden können, ist nicht unermesslich groß. Die Gruppe hat seit Kurzem eine eigene Homepage, die noch ausgebaut werden soll: www.theatergruppe-huesede.de .

Eickhof ist seit der Gründung 1. Vorsitzender des Vereins. Und er hat dann in der Gruppe eine andere Aufgabe übernommen und gewissermaßen das Fach gewechselt: vom Schauspieler zum Spielleiter. „Das kommt mir entgegen.“ Beruflich ist der 42-Jährige stark eingespannt – er ist seit 2009 Verkaufsleiter bei Barre Bräu – und hat nicht immer die Zeit, um an den Probeabenden teilzunehmen. Zuvor war er Gebietsleiter und in diesen Jahren noch häufiger dienstlich unterwegs. Seit 2002 ist der gelernte Speditionskaufmann für das Familienunternehmen tätig.

Ein neues Stück einzustudieren, das erfordert großes Engagement. Die Hüseder üben seit Oktober zweimal wöchentlich im Dorfgemeinschaftshaus. Hinzu kommen dann in der heißen Phase kurz vor der Premiere drei Proben auf der Bühne im Saal Tönsmeyer und schließlich die Generalprobe.

Als Spielleiter kümmert sich Eickhof vor allem um organisatorische Dinge und die Werbung für das Stück und dessen Aufführungen. Vom Regisseur ist dann voller Einsatz gefragt, wenn die Proben bei Tönsmeyer stattfinden. Dann beherrschen die Schauspieler ihre Texte, und es geht darum, das Ensemble auf der Bühne zu dirigieren – sprich, gut in Szene zu setzen – und darüber hinaus auch Lacher zu kreieren, die nicht auf dem Text des jeweiligen Stücks basieren. Manchmal muss Eickhof aber auch auf und nicht hinter der Bühne agieren. Fällt ein Schauspieler kurzfristig aus, springt der Spielleiter ein, „In den vergangenen Jahren war das bisher zweimal der Fall.“

Seit 2004 ist der Saal Tönsmeyer in Brockhausen Spielort. Und mittlerweile werden nicht nur zwei, sondern sieben Vorstellungen gegeben. Ein besonderes Lob spricht Eickhof den Bühnenbauern des Vereins aus. „Das Team ist sehr kreativ und setzt gute Ideen um.“

Die Aufführungen haben in den vergangenen Jahren stetig mehr Besucher angezogen. Eickhof sieht dafür zwei Gründe: Zunächst ist das Ensemble schrittweise verjüngt worden. Der Generationswechsel hat funktioniert. Was wiederum zur Folge hat, dass auch das Publikum jünger geworden ist. Das Haus Tönsmeyer trägt ebenso zum Erfolg bei. Hier sitzt das Publikum an Tischen und nicht im bestuhlten Saal, und in Kombination mit der Theateraufführung gibt es jeweils Kaffee und Kuchen, Pickert, Entenbraten oder ein Frühstücksbuffet.

Welches Stück auf die Bühne gebracht wird, das entscheidet ein kleiner Kreis aus der Gruppe. Die Vorauswahl trifft Ensemblemitglied Marion Gies. Sie lässt sich jeweils im Frühjahr Stücke vom Deutschen Theaterverlag zuschicken, liest diese und schätzt ein, welches geeignet ist. So muss die Zahl der Rollen in etwa mit der Zahl der Akteure des Vereins überunstimmen. Ist die Auswahl getroffen, kauft die Theatergruppe das Buch vom Verlag – sonst darf das Stück nicht inszeniert werden. Außerdem geht ein Anteil von jeder verkauften Eintrittskarte an den Deutschen Theaterverlag. Der Verlag wiederum bezahlt dann dem Autor des Stücks einen Betrag und führt auch Geld in die Künstlersozialkasse ab. Reich kann man vom Stückeschreiben also nicht werden.

Den „Sauna-Gigolo“ hat Andreas Wening verfasst. Er ist auch Autor von „Piraten, Ahoi“, das die Hüseder in diesem Jahr gespielt haben. Die Komödie rund um den Sauna-Gigolo wird erstmals am Samstag, 31. Januar, aufgeführt. Für die Musik sorgt auch 2015 wieder Hermann Beeck aus Wehrendorf. „Diese Premierenvorstellung ist aber schon ausverkauft“, berichtet Eickhof. Nach fünf Tagen waren die Karten bereits vergriffen. Auch für die Abschlussvorstellung mit Theaterfrühstück am Sonntag, 15. Februar, sind die Plätze vergeben. Aber es gibt ja noch fünf weitere Veranstaltungen: Am Sonntag, 1. Februar; Mittwoch, 4. Februar; Samstag, 7. Februar; Sonntag, 8. Februar, und Mittwoch, 11. Februar. Platzreservierungen und Gutscheine für Vorstellungen: Telefon 054 72/7138.

Spenden für Löwenherz

Die Gruppe freut sich natürlich über die tolle Resonanz. So lag der Gedanke nahe: „Wir geben etwas ab.“ 2015 werden ein Teil des Kartenerlöses und das Geld, das die Besucher in die Spendenbox werfen, zum dritten Mal dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke zur Verfügung gestellt. „Wahrscheinlich wird im nächsten Jahr sogar die Gesamtspendensumme von 10000 Euro überschritten“, merkte Eickhof an, der sich in seiner Freizeit noch im Wirtschaftsbeirat Bad Essen engagiert. Auch in der Orstfeuerwehr Hüsede ist der Familienvater aktiv.

2016 kann die Theatergruppe zehnten Geburtstag feiern. Und eine Feier soll es geben. Der Spielleiter hat schon einige Ideen, was über die Theatervorstellungen hinaus möglich sein könnte.


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