Nicole Hess und Kubikus Umwelt in Bad Essen mit allen Sinnen erleben

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Für die Umweltbildung engagiert sich Nicole Hess mit dem Projekt Kubikus. Foto: Helge HolzFür die Umweltbildung engagiert sich Nicole Hess mit dem Projekt Kubikus. Foto: Helge Holz

Bad Essen. Etwas düster sieht es hier am Waldesrand schon aus. Die tief stehende Sonne schafft es heute einfach nicht, den leichten Morgennebel zu vertreiben. Wie tiefschwarze Finger recken sich daher die kahlen Baumstämme gen Himmel. Allein dieses Ambiente sorgt schon für eine leichte Gänsehaut-Atmosphäre.

Es ist halt November und dementsprechend grau. Dagegen kann es aus der Perspektive des Marketings eigentlich nicht besser sein: die farbenfrohe Tafel von Kubikus, der „kreativen Umweltbildung für alle Generationen“, wirkt vor diesem Hintergrund einfach noch intensiver; sie ist für die Augen eine fröhlich wirkende, bunte Oase in der herbstlichen Umgebung.

Obwohl sich die Natur nun in die Winterruhe verabschiedet hat, trostlos ist es im Wald keineswegs. Auch in diesen Tagen warten hier Abenteuer auf die Spaziergänger, man muss nur mit offenen Augen durch die Natur flanieren und wissen, wo und an welcher Ecke die Überraschungen lauern können. Und wer kann es besser wissen als die beiden Fachfrauen von Kubikus? Neben Carola Bartelheimer ist es Nicole Hess, die ebenfalls als Umweltpädagogin ihren an der Natur interessierten Mitmenschen die heimische Fauna und Flora näherbringen will.

Es ist erst ein paar Tage her, da streifte sie mit einem Kindergeburtstag abends durch den Wald. „Für gewöhnlich geht es während einer Nachtwanderung recht laut zu, sodass die Tiere längst Reißaus genommen haben, noch bevor eines der Kinder etwas von ihrer Anwesenheit überhaupt wahrnehmen kann“, verrät die Umweltpädagogin. „Doch an diesem Abend war es anders“, ergänzt sie. „Diesmal war ein Waldkauz recht neugierig und hat die frohe Runde die gesamte Tour über treu begleitet.“ Als besonderes Bonbon gab es in der Ferne ein Wetterleuchten. Das dumpfe Gewittergrummeln sorgte in der Dämmerung zusätzlich bei den Wanderern für einen leichten Schauder – noch spannender hätte für die Kinder der Abend nicht sein können. „So eine erlebnisreiche Nachtwanderung haben wir bis jetzt noch nicht gehabt“, freute sich Hess.

Nach ihrem Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen und später in Gießen arbeitete Nicole Hess zunächst als Umweltbeauftragte, erarbeitete Konzepte zu relevanten Themen des Umweltschutzes oder zu Umweltverträglichkeitsprüfungen. In die Umweltpädagogik kam sie quasi als Quereinsteigerin und arbeitete in der Noller Schlucht sowie in Osnabrück im Museum am Schölerberg. Während der Landesgartenschau (LGS) in Bad Essen war der Salzgarten ihr „Baby“. Die Begeisterung der Besucher und das Engagement aller Akteure hinterließ nachhaltige Eindrücke bei den Machern der LGS. Am Ende stand das Urteil fest: „Das nun nicht mehr gebrauchte ,Forum Natur‘ ist viel zu schade, um es wieder aufzugeben.“

Eine neue Nutzung musste her. So setzte sich das Duo Bartelheimer/Hess mit Freifrau Viktoria von dem Bussche, Heinz-Jürgen Nepke und den Professoren Gerd Lohmeier und Joachim Härtling zusammen und tüftelten an einem tragfähigen Konzept für die weitere Nutzung. Mit ihrer Idee einer „kreativen Umweltbildung“ liefen sie dann bei der Gemeinde offene Türen ein. Nicht nur in der Kommune gab und gibt es Anerkennung und Begeisterung, auch die großen wie kleinen Teilnehmer schwärmen von den Möglichkeiten bei Kubikus. Der rote Faden: Die Umwelt soll mit allen Sinnen erlebt werden. Jede Gruppe erlebt ihr Projekt auf ihre Weise, in jedem Kurs warten dadurch jedes Mal neue Abenteuer. Allein 2014 haben sich mehr als 120 Besuchergruppen von den pädagogischen Angeboten faszinieren lassen. Etwa 1800 große wie kleine Forscher haben die heimische Natur für sich neu entdecken können. Dabei können die an der Natur interessierten „Kunden“ aus einem reichhaltigen Fundus wählen, vom Kindergeburtstag bis zum Geocaching reicht das Spektrum.

Längst ist Kubikus weit über den Altkreis Wittlage bekannt. Sogar die Nordrhein-Westfalen schätzen inzwischen die Arbeit von Nicole Hess und Carola Bartelheimer, nehmen längere Anreisen in Kauf, um hier vor Ort ihr Wissen aufzufrischen oder in gerade entstandenen neuen Gruppen ihre Teamfähigkeiten zu verbessern.

Vom kommenden Jahr an warten neue Überraschungen auf die kleinen Abenteurer: Im Portfolio wird sich dann zusätzlich ein Forschungsangebot im Bereich der sogenannten „MINT-Fächer“ befinden. Dieses Angebot findet dann auf dem Wasser- und Abwasserlehrpfad in Harpenfeld statt.

Dank der finanziellen Unterstützung der Sparkassenstiftung Osnabrücker Land der Stiftung des Stahlwerks GMHütte steht für die kommenden beiden Jahren die Finanzierung von Kubikus. Gibt es trotzdem noch Wünsche? „Wir bekommen schon eine große Unterstützung von der Gemeinde und von unseren Sponsoren, keine Frage. Doch wenn wir aus Kubikus eine dauerhafte Einrichtung machen könnten, die auf finanziell sicheren Füßen stehen würde, das wäre schon prima“, meint Nicole Hess.

Informationen unter www.kubikus-badessen .de.


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