Eigenes Musical erleben Brockhauser komponiert und schreibt Theaterstücke

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Matthias Ventker ist Musiker mit Leib und Seele. Foto: Christa BechtelMatthias Ventker ist Musiker mit Leib und Seele. Foto: Christa Bechtel

Brockhausen. „Musik war immer schon Bestandteil meines Lebens. Als ich klein war und meine Mutter Klavier spielen gehört habe, wollte ich auch gleich anfangen. Irgendwann durfte ich dann, als ich an die Tasten herangekommen bin, und habe gar nicht mehr aufgehört zu spielen, war total euphorisch“, antwortet Matthias Ventker auf die Frage, wie er seine Liebe zur Musik entdeckte.

Sein erstes Instrument war das Klavier; später sei die Gitarre dazugekommen, so der 19-Jährige. Inzwischen studiert er an der Universität Osnabrück Germanistik und Anglistik auf Lehramt. Im kommenden Jahr möchte er jedoch nach Hannover wechseln, um diese Studienfächer mit dem „Darstellenden Spiel“ zu erweitern.

Musik bedeutet für Matthias Ventker Ablenkung, aber auch, „wohin man flüchten, was einem immer helfen und wo man ganz viel mit ausdrücken kann, was schriftlich oder mündlich nicht möglich wäre. Was man loswerden und was man aufnehmen kann. Musik ist aber auch immer etwas, was alle Teile des Lebens, alle Welten von Gefühlen verbindet. Intellektuell läuft in der Musik alles zusammen“, zählt der Brockhauser auf.

Inzwischen hat der Student seit dem Grundschulalter einiges an Stücken selbst komponiert. Woher bekommt er seine Inspirationen? „Ich setze mich an das Klavier, spiele drauflos. Je nach dem, in welcher Stimmung ich mich befinde, spiele ich solange, bis etwas kommt, was mir gefällt. Das ist eher ein unspektakulärer Prozess“, meint Matthias. In letzter Zeit sei es schon mal Jazzmusik; davor habe er sich durch die verschiedenen Epochen wie Barock, Klassik und Romantik geschrieben. Oder habe etwa ein halbes Jahr an einem dreiminütigen Stück gearbeitet. „Wo ich probiert habe, die Musik aus einem Film in drei Minuten zu packen, um ein anspruchsvolles Solo-Piano zu schreiben.“

Musical-Wettbewerb

Im Moment befindet er sich sehr stark in der Musical-Szene. Denn: Unter dem Motto „Neue Musicals braucht das Land“ haben die Macher des Schmidt Tivoli und Schmidt Theaters einen neuen Wettbewerb ins Leben gerufen, mit dem deutschsprachige Musicals gesucht werden. Und Matthias Ventker hat sich inzwischen auch beworben. Dafür musste er drei Stücke, zwei Szenen und eine Handlungsübersicht schreiben. „Aber etwa 70 Prozent fehlen noch“, gibt der ambitionierte Musiker lächelnd zu, der jedoch die meisten Themen fertig komponiert hat. Sein Musical ist eine klassische Verwechslungsgeschichte, die lose auf dem schwedischen Theaterstück „Jeppe vom Berge“ oder „Der verwandelte Bauer“ (1722) von Ludvig Holberg basiert. „Auf dem Jakobsweg hat mir eine Estländerin von der Geschichte erzählt. Ich habe es im Hinterkopf abgespeichert und gedacht: Das könnte Potenzial für ein Musical haben“, erzählt Ventker.

Die Musik habe er klassisch komponiert. „Nicht in den poppigen Bereich, sondern eher in Richtung klassischeres Musical wie das ‚Phantom der Oper‘“, stellt der Komponist dar, der bescheiden sagt: „Aber ich mache mir da gar keine Hoffnungen. Denn ich habe geschrieben, was ich meine, was die Musical-Szene gebrauchen könnte.“ Er habe momentan den Eindruck, „dass gerade in dieser Szene Stoffe rausgesucht werden, die den Deutschen immer irgendwie gefallen haben, so wie das ‚Wunder von Bern‘ zum Beispiel.“ Was er hautnah zu spüren bekam: „Da gehört viel Arbeit dazu, ein Musical zu schreiben mit den Texten und der Geschichte. Doch es wäre überhaupt nicht denkbar, sich an solch einem Wettbewerb zu beteiligen, wenn man nicht Freunde hätte, auf die man sich verlassen kann“, betont Ventker. Beispielsweise habe Leah Rohdenburg gesungen „und ganz viele Proben auf sich genommen“. Michael Strunk, Lehrer am Gymnasium Bad Essen, habe ebenfalls gesungen. und Uwe Höppe habe in tagelanger Arbeit das Ganze aufgenommen, „als wäre das selbstverständlich“.

Matthias Ventker hat inzwischen auch ein Drama in fünf Akten geschrieben. Arbeitstitel war „Die Täter“, aus dem „20 Jahre“ wurde. Die Handlung spiele auf zwei verschiedenen Zeitebenen: Wie früher, also vor 20 Jahren, und dann zwei Jahrzehnte später, wo sich zwei Menschen wieder treffen, die sich damals trennten und nun eine Geschichte von vor 20 Jahren komplett neu aufrollen. Regisseure wie Reinhard Duhme und Ellen Moschitz-Finger von der Probebühne Osnabrück sowie sein früherer Lehrer Alexander Wichers haben sein Stück zwischenzeitlich gelesen. „Sie fanden es gut. und ich soll auf jeden Fall weitermachen“, freut sich Ventker.

Bislang hat Matthias Ventker in Konzerten nur die Begleitung übernommen, wie kürzlich in Lintorf. Gerne würde er mal ein Solokonzert geben. „Dafür würde ich eine schöne Mischung wählen aus selbst geschriebenen Stücken mit verschiedenen Richtungen, aber auch aus klassischer Sololiteratur.“ Gibt es einen Traum, den er gerne realisieren würde? „Irgendwann in der ersten Reihe bei meinem eigenen Musical sitzen. Der Vorhang geht auf und das Orchester beginnt zu spielen …“


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