Timo Natemeyer im Gespräch Bad Essens Bürgermeister will „konstruktiv zusammenarbeiten“

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Bad Essen. Seit dem 1. November ist Timo Natemeyer Bürgermeister der Gemeinde Bad Essen. Mit 55,78 Prozent der Stimmen war der 44-jährige Wehrendorfer im Mai als Nachfolger von Günter Harmeyer auf den Chefsessel ins Rathaus gewählt worden.

Am morgigen Donnerstag wird Natemeyer nun während der Gemeinderatssitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Rabber offiziell vereidigt. Im Vorfeld der Sitzung des Kommunalparlamentes hatte unsere Zeitung Gelegenheit zu einem Interview. Das Gespräch im Wortlaut:

Nach den ersten Tagen im Amt: Wie fühlt es sich an, Bürgermeister zu sein?

Die Zeit seit der Kommunalwahl im Mai war lang genug, um sich mit dem Gefühl vertraut zu machen Aber im Ernst: Es ist zunächst mal natürlich ein gutes Gefühl, in verantwortungsvoller Position für die Gemeinde Bad Essen arbeiten zu dürfen. Gleichzeitig sind die Verhältnisse bei uns im ländlichen Raum noch überschaubar, sodass man stets eine direkte Rückkopplung zu den Leuten hat, für die man tätig ist.

Als Wehrendorfer Ortsbürgermeister sind Sie zurückgetreten. Ihr Kreistagsmandat hat Ulla Möhr-Loos übernommen. Wie bewerten Sie rückblickend die Arbeit im Kreistag und im Ortsrat?

Die Ortsbürgermeister beziehungsweise Ortsvorsteher haben in unserer Gemeinde eine ganz zentrale Funktion. Sie repräsentieren nicht nur ihre Ortschaft, sondern sind in vielen Bereichen des örtlichen Lebens die organisatorische Schaltstelle und üben Hilfsfunktionen für die Gemeindeverwaltung aus. Mir hat diese Aufgabe sehr viel Spaß gemacht. Gemeinde- und Kreispolitik haben viele Berührungspunkte. Deshalb ist es für die Tätigkeit im Kreistag sehr hilfreich, wenn man gleichzeitig auch in Ortschaft und Gemeinde verankert ist. Auf Ulla Möhr-Loos, die für mich in den Kreistag nachgerückt ist, trifft das definitiv zu.

Sie haben gesagt, ein Bürgermeister für alle zu sein. Was wünschen Sie sich für diese Ihre Arbeit als Bürgermeister ?

Ich wünsche mir, dass wir alle in der kommunalpolitischen Arbeit weiterhin das in den Mittelpunkt stellen, wofür wir als Mandatsträger unseren Auftrag bekommen haben. Nämlich konstruktiv zusammenzuarbeiten, um die gedeihliche Entwicklung der Gemeinde gemeinsam weiter voranzutreiben. Das sind wir den Bürgerinnen und Bürgern schuldig, aber auch denen, die vor uns tätig waren und die viel für Bad Essen erreicht haben.

Wo und wie sehen Sie die Gemeinde Bad Essen ? Aktuell und in Zukunft? Wie sind die Perspektiven Bad Essens?

Die 17 Ortschaften, die seit 1972 die Gemeinde bilden, haben ihre eigene Identität, fühlen sich aber gleichzeitig stark verbunden. Das eine schließt das andere nicht aus. Sinnbildlich wird das vielleicht am Beispiel des Drachenbootrennens der Ortschaften deutlich, bei dem die einzelnen Teams mit viel Einsatz und Ehrgeiz antreten, damit aber dazu beitragen, dass etwas Gelungenes für alle entsteht. Durch das positive Zusammenwirken vieler hat sich Bad Essen in den zurückliegenden Jahren einen guten Namen in der Region und sogar darüber hinaus gemacht. Mit dieser Herangehensweise werden wir auch neue Herausforderungen bewältigen. Der demografische Wandel bringt gewisse Veränderungen in der Siedlungsstruktur mit sich, auf die wir uns einstellen müssen. Dasselbe gilt für die Integration von Zuwanderern.

Ein Wort zur Zusammenarbeit im Wittlager Land?

Im Altkreis Wittlage gibt es ein echtes Gemeinschaftsgefühl. Außenstehende Beobachter finden das immer wieder erstaunlich; schließlich hat der Landkreis Wittlage schon vor 42 Jahren aufgehört zu existieren. Das heißt, selbst die heute 50-Jährigen werden kaum noch eine Erinnerung an die damalige Verwaltungseinheit beziehungsweise an die alte Behörde haben. Prägend ist aber die ähnliche Mentalität, ist der Menschenschlag in unseren Ortschaften. Die räumliche und geschichtlich gewachsene Nähe unserer Gemeinden spiegelt sich auch in der guten Zusammenarbeit der heute politisch Verantwortlichen wider. Diese Stärke sollten wir pflegen.

Was macht der Bürgermeister Timo Natemeyer eigentlich so in seiner Freizeit ?

Gerne lesen. Hintergrundartikel und Reportagen helfen immer, den Blick über das tagesaktuelle Geschehen hinaus zu richten. Das Gleiche gilt für viele gute Beiträge im Radio, die man ja heute zeitunabhängig als Podcast hören kann. Natürlich wird künftig das Aktenstudium zum Teil in die Freizeit hineinreichen. Anders lässt sich die Fülle der Inhalte nicht bewältigen, da im Büroalltag viel Zeit durch Termine und Besprechungen gebunden ist. Wenn es aber eben geht, werde ich auch künftig zu den Heimspielen des VfL Osnabrück gehen.


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