Spinnen haben wichtige Funktion Wehrendorfer entdeckt im Keller eine Seltenheit

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Wehrendorf. Jörg Meyer aus Wehrendorf ist bekennender Tierfreund. Neben Pferden, Hunden, Katzen und den Weißstörchen im Frühling leben bei den Meyers an der Bohmter Straße auch zwei Skorpione und 18 Spinnen. Darunter die größte Vogelspinne.

Die Theraphosa blondi gilt mit bis zu zwölf Zentimeter Körperlänge und einer Beinspannlänge von bis zu 30 Zentimeter laut dem Guinnessbuch der Rekorde als die größte Vogelspinne der Welt.

Jörg Meyer weiß: Spinnen leben von der Jagd auf Insekten und andere Kleintiere. Sie haben damit eine bedeutende Funktion in der Natur als Regulator.

Unsere Zeitung hat den Tierfreund in der Gemeinde Bad Essen besucht und konnte sich von seinen ungewöhnlichen Haustieren ein Bild machten. Die Tiere leben in geräumigen Volieren.

Wenn der Spinnenexperte seine Lieblinge mit fetten Heuschrecken füttert, bleibt die Vogelspinne zunächst noch ruhig in der Ecke sitzen. Die Heuschrecke ahnt noch nichts von der Gefahr und krabbelt direkt an der Vogelspinne vorbei. Doch plötzlich geht alles blitzschnell. Die Vogelspinne hat ihr Opfer unter sich begraben und beginnt sofort, die Beute zu verspeisen.

Aber auch ein Jörg Meyer kann beim Anblick von fremden frei lebenden Spinnen noch Überraschungen erleben.

Ein Beispiel: Als er kürzlich in seinem Heizungskeller nach dem Rechten sehen wollte, da standen ihm plötzlich die Nackenhaare zu Berge. Vor seinen Augen hatte sich eine weiße Spinne von der Decke abgeseilt und war wohl in ihrem eigenen Netz verendet. Eine sogenannte Albinospinne hatte Jörg Meyer vorher noch nie gesehen.

Vor über zehn Jahren entdeckte Meyer seine Liebe zu den Spinnen. Seitdem hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den schlechten Ruf geradezubiegen. Wenn es seine Zeit erlaubt, ist er mit einem Info-Stand unterwegs und leistet dann Aufklärungsarbeit in Sachen Spinnenhaltung. „Jedes Tier, auch Spinnen, haben einen Platz im Kreislauf der Natur“, sagt Jörg Meyer. Und deshalb sollten wir vor Spinnen keine Angst haben, sondern ihnen dankbar sein.


Im Weltkatalog der Spinnen von Norman Platnick sind derzeit über 44 000 Spinnenarten in 112 Familien verzeichnet. Die Artenliste der Spinnen für Deutschland umfasst 1050 Arten. Die Spinnentiere ( „Spinne“) sind eine Klasse der Gliederfüßer. Zu den Spinnentieren gehören die Webspinnen, aber auch Weberknechte und Skorpione. Alle Spinnen stellen Spinnseide aus Eiweiß her. Viele (aber nicht alle) Spinnen stellen Fanggewebe her.

Spinnen können unter Hungerbedingungen ihre Stoffwechselrate stark herabsetzen und auf diese Weise lange Zeiträume (Monate) von Nahrungsknappheit gut überstehen. Die Kombination der Fähigkeit zum Hungern mit der Fähigkeit, sich durch Fadenflug zu verbreiten und durch Fangnetze sehr effektiv Beute zu machen, machen Spinnen zu erfolgreichen Erstbesiedlern. Daher treten Spinnen praktisch als erste Tiergruppe nach Überschwemmungen oder Vulkanausbrüchen auf und überleben dort, auch wenn noch keine Pflanzendecke und Tierwelt vorhanden sind. Auf der ganzen Welt kommt die Spinne in Mythen und Volksbräuchen vor.

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