Johan Sol stellt aus Visuelles Erlebnis der besonderen Art in Bad Essen

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Bad Essen. Mit Tinten, Pinseln und Federn hält der Niederländer künstlerisch frei und handwerklich perfekt Komisches und Skurriles fest. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen – wie „Der Naseweis“ oder „Der Klugscheißer“ – wären rein zufällig.

Auf Einladung des Kunst- und Museumskreises (KMK) Bad Essen stellt der Künstler bis zum 11. Januar im Schafstall an der Bergstraße in Bad etliche seiner Werke aus. Zur Vernissage meinte der Venner Tierarzt Michael Brackmann spontan mit Blick auf die humorvollen Tierbilder: „Ich bin begeistert, das erweitert meinen Horizont!“

„Wir lieben die Kontraste“, unterstrich KMK-Vorsitzender Caspar Sieveking in seiner Begrüßung. Denn während der letzten Ausstellung, wo es um informelle bzw. abstrakte Kunst ging, sei sehr die Fantasie des Betrachters gefordert gewesen.

Diesmal sei es anders: „Sie brauchen nicht sehr viel Fantasie, um festzustellen, was im Kopf von Herrn Sol vor sich geht“, sagte Sieveking verschmitzt lächelnd mit Blick auf Sols Selbstporträt. Es sei eine Kunst, „wie die Welt wirklich ist“, erklärte der Vorsitzende, und Sol versicherte sofort: „Ja, kann man so sagen.“ Mit Absicht sei diese Ausstellung in die Vorweihnachtszeit gelegt worden, erläuterte Sieveking, dass die Bilder sich auch sehr gut als Weihnachtsgeschenk zum kleinen Preis oder zu einem runden Geburtstag eignen würden. „Sie werden sicher ein Bild finden, das den Jubilar haargenau trifft“, scherzte der Kunst- und Museumskreisvorsitzende.

„Es sind hier einige Bilder mit so schrägen Figuren, dass auch Geburtstage mit ungeraden Zahlen sehr geeignet sind“, betonte Frido Jacobs, Vorsitzender des Kultur- und Bildungsvereins Harsewinkel, zur allgemeinen Erheiterung. Er führte in die Ausstellung ein und verdeutlichte eingangs Biografisches des Malers, dessen Wiege in Groningen stand, der Grafik studierte und viele Jahre bei der Königlichen Niederländischen Textilunion als Chef-Designer tätig war.

Nachdem Sol in den Ruhestand gegangen war, wurden seine Fabelwesen auf dem Papier Realität. „Wundersame, rätselhafte Schöpfungen, in der Fauna beheimatet, mit völlig neuen biologischen Eigenschaften“, stellte Jacobs heraus. Der Künstler spreche gerne vom „strukturierten Unsinn, von dem diese Wesen befallen sind“, verdeutlichte der frühere Designer-Chef von Miele. Bei etlichen Bildern werde der Charme der Zeichnung noch durch einen beigefügten listig-hintersinnigen Text gesteigert, praktisch „Short Storys“. Diese würden ein absolut gleichgewichtiges Pendant zu den Grafiken darstellen, so Jacobs, der akzentuierte: „Bild und Text vereinen sich zu einem Gesamtkunstwerk; das Lesen lohnt sich wirklich.

Doch Johan Sol wäre nicht Johan Sol, würde er nicht zu neuen Darstellungsweisen und zu neuen Inhalten finden. Jacobs: „Seine unerschöpfliche Fantasie hat in den jüngsten Werken neben den exotischen Tiergestalten auch eine gänzlich neue utopische menschliche Leibhaftigkeit geboren.“ Natürlich entzögen sich die Sol’schen Gestalten jedweder Logik, jedoch mit Absicht. Die Gestalten würden viele Absurditäten offenbaren, seien aber nie unsympathisch, negativ oder gar böse, versicherte Jacobs.

Sich leiten lassen

Er forderte die Besucher auf, sich bei einem Rundgang durch die Ausstellung von der eigenen Lust leiten zu lassen, um visuelle Erlebnisse der ganz besonderen Art zu erfahren und zu genießen. Das können Besucher dienstags bis sonntags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr im Schafstall an der Bergstraße Bad Essen.


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