Susanne Kuckert engagiert sich Kleine Büchereien wie Rabber haben große Vorzüge

Von Kerstin Balks

Die Welt des Buches lässt sich in der von Susanne Kuckert geleiteten Bücherei in Rabber erleben. Foto: Kerstin BalksDie Welt des Buches lässt sich in der von Susanne Kuckert geleiteten Bücherei in Rabber erleben. Foto: Kerstin Balks

Rabber. Sie strahlt, wenn es um Bücher geht: Susanne Kuckert leitet die evangelische öffentliche Gemeindebücherei in Rabber und bringt mit ihrem Team jede Menge an den Start.

Wer beim Betreten der Gemeindebücherei in Rabber keine Lust aufs Schmökern bekommt, der muss vermutlich des Lesens unkundig sein. Mehr als 3200 Medien, aufgereiht in Regalen, ausgelegt auf Tischen, wollen entdeckt sein. Die überbordende Fülle an Büchern, CDs und Kassetten spricht für sich, macht aber auch den Wunsch nach mehr Raum nachvollziehbar. „Es wäre so schön, wenn wir noch Platz für eine Leseecke hätten“, sagt Susanne Kuckert. Die 48-Jährige widmet sich seit vielen Jahren ehrenamtlich der Bücherei, 2008 trat sie die Nachfolge von Margit Leopold als Büchereileiterin an, unterstützt von einem Team von 13 wiederum ehrenamtlich tätigen Frauen.

Eine Leseratte sei sie schon immer gewesen und habe diese Liebe zum Buch an ihre vier Kinder weitergegeben. Über Jan, den Jüngsten, der aber inzwischen auch schon erwachsen ist, kam sie seinerzeit mit der Bücherei in Berührung. „Wir kamen aus Linne und hatten in Rabber gebaut, und ich bin mit Jan regelmäßig zur Krabbelgruppe im neuen Gemeindehaus gegangen“, erinnert sie sich. Dort war vormals auch die Gemeindebücherei untergebracht und bot Familie Kuckert einen reichen Fundus an Bilderbüchern, an Büchern zum Vorlesen und an Bastelbüchern.

„Das Basteln mit Kindern wurde früher ja großgeschrieben. Das ist heute leider nicht mehr so, die Mütter sind meist berufstätig, die Kinder sind schon früh in der Schule gefordert. Da bleibt oft zu wenig Zeit fürs Basteln“, bedauert Susanne Kuckert, die gerade die kreative Gestaltung entsprechend der Jahreszeiten als unvergessliche familiäre Erfahrung zu schätzen weiß. Damit auch die jungen Familien von heute dazu angeregt werden, hält die Bücherei nach wie vor zahlreiche Bastelanleitungen bereit und veranstaltet auch Aktionen, bei denen Eltern mit Kindern oder auch nur die Kinder unter Aufsicht und Anleitung des Büchereiteams im Mäusesaal des alten Gemeindehauses zusammen werkeln.

Auch in der dortigen Küche, denn alljährlich werden dort in der Vorweihnachtszeit mit Kindern ab sechs Jahren Kekse gebacken, in diesem Jahr am Freitag, 21. November, ab 15 Uhr (Anmeldung in Bücherei oder Pfarrbüro erwünscht). Und weil auch die Vorkonfirmanden nicht auf Plätzchen verzichten sollen, gibt es auch für die eine zusätzliche Backaktion.

Hörbücher sehr gefragt

Schließlich fängt genau in deren Alter die Beziehung zum Buch an zu bröckeln. „Andere Hobbys, Schule, vor allem aber das Internet halten die Jugendlichen, besonders die Jungs, vielfach vom Lesen ab“, weiß Susanne Kuckert. Teilweise würden aber immerhin Hörbücher an die Stelle des gedruckten Buches treten.

Auch Susanne Kuckert selbst ist ein großer Fan dieser Medien. „Ob beim Bügeln oder anderer Hausarbeit – mit dem Hörbuch kann man ein spannendes Buch verfolgen und dabei noch fleißig sein. Allerdings müssen meine Nachbarn mitunter mithören, wenn ich bei Gartenarbeit ein Buch höre“, lacht sie. Es kann dann sein, dass die Nachbarn sich ein wenig gruseln, denn Susanne Kuckert liest –oder hört – leidenschaftlich gerne Kriminalromane, besonders die skandinavischen. Aber auch Krimis aus dem Osnabrücker Land findet sie spannend, „weil man da die Orte kennt und dadurch den unmittelbaren Bezug hat“.

Natürlich hält sie in der Bücherei auch Krimis vor, aber auch vieles andere vom Sachbuch, über das christlich-philosophische Werk bis zum Liebesroman. Die Spiegel-Bestsellerliste ist dabei nicht das Entscheidungskriterium, vielmehr geht vieles über Empfehlungen – auch bei der Ausleihe. „Das ist ja gerade das Schöne an einer kleineren Bibliothek. Man trifft sich, tauscht sich aus, weiß, was die Leser mögen.“

Für Sonntag steht aber erst einmal ein anderes literarisches Erlebnis auf dem Programm: Um 10 Uhr lädt die evangelische Kirche zu einem Literaturgottesdienst in die Marienkirche ein. „Der Poet der kleinen Dinge“ heißt das Werk, das den Leitfaden des Gottesdienstes liefert. Zuvor hat die Bücherei wie jeden Sonntag von 9.30 bis 10 Uhr geöffnet; außerdem jeden Dienstag von 18 bis 19.30 Uhr und jeden Donnerstag von 15.30 bis 16.30 Uhr. Es kommt also einiges an ehrenamtlicher Arbeit für Susanne Kuckert und ihre Kolleginnen zusammen.

„Ach, das hat doch mit Menschen und Büchern zu tun, das ist doch keine Arbeit“, bringt die Büchereileiterin ihre Tätigkeit auf eine einfache Formel.