Abend mit Rolli Bührmann und Wolf Berke Jede Menge Grund zum Lachen in Bad Essen

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Ein fröhliches Gespann: Wolf Berke (links) und Rolli Bührmann. Foto: Ingrun WaschneckEin fröhliches Gespann: Wolf Berke (links) und Rolli Bührmann. Foto: Ingrun Waschneck

Bad Essen. Herzlich gelacht wurde am Freitagabend in der Wiehenbuchhandlung, als das Bad Essener Original Rolli Bührmann mit Wolf Berke im Wechsel Anekdoten und amüsante Geschichten vortrug. Die beiden traten zum ersten Mal gemeinsam auf.

Rolli Bührmann erzählte von seinen Erlebnissen aus seiner Kindheit und Jugend, als es „noch keine Fernseher, Computer, Internet und Handys“ gab. „Wir waren eine Jungengruppe und ständig draußen. Neben Opa Hollmeiers Haus spielten wir Fußball. Er mochte keine Kinder und beobachtete uns hinter der Gardine. Als wir einmal einen Ball auf sein Grundstück geschossen hatten, kam er, wie von der Tarantel gestochen, herausgerast, nahm den Ball, legte ihn auf einen Hauklotz und zerschlug ihn mit einer Axt.“ Das konnten sich die Jungen natürlich nicht gefallen lassen. Sie nahmen einen kaputten Ball und ließen diesen beim nächsten Spiel in Opa Hollmeiers Garten fallen. „Als er auch diesen Ball aufhob, fiel dieser schon in zwei Teile. Das hat Opa Hollmeier sehr geärgert – und uns gefreut“, erzählt der 74-Jährige schmunzelnd.

Dem Polizisten gehorcht

Ein anderes Mal waren sie zu dritt unterwegs und wollten beim Architekten Müller im Garten Erdbeeren stibitzen. Müller entdeckte sie, und die Jungs gaben Fersengeld. „Gekriegt hat er uns nicht, denn wir kannten jeden Weg und jeden Strauch im Ort“, so Rolli Bührmann. Dann trafen sie jedoch den Dorfpolizisten Lütteke, „das war ein ganz Lieber“, der ihnen sagte, dass sie zu Müller hingehen und sich entschuldigen müssten. „Uns schlotterten die Knie, als wir klingelten, und brachten stotternd eine Entschuldigung heraus“, erinnert sich Rolli Bührmann. „Jungs, das ist ja nett, dass ihr kommt“, sagte Müller. „Die Erdbeeren sind noch nicht reif, und ich wollte nur nicht, dass ihr krank davon werdet!“ Seit dieser Begegnung „hatten wir die beste Beziehung zu Müller“.

Wolfgang Berkenkamp, der unter dem Namen Wolf Berke selbst geschriebene Geschichten auf Hörbüchern veröffentlicht, las aus seinem großen Repertoire. Aus Situationen, die er als stiller Beobachter sah, malt mit seinen Worten Bilder. So wie bei der Geschichte über einen Jungen, der bei einer Hochzeit auf der Venner Mühleninsel im Wassergraben mit den Füßen einsinkt. Als seine Mutter ihn herausziehen will, passiert ihr das Gleiche. Die festliche Kleidung von Sohn und Mutter nehmen Schaden und werden mühsam mit Taschentuch und Spucke gereinigt. Was jedoch nicht zum Erfolg führt, sondern wiederum Schmutzränder hinterlässt.

Als der Autor sich wenig später an einen der Tische zu der älteren Generation setzt, beschreibt er, wie sich die Großmütter über die Mitgift unterhalten und dabei Zeigefinger und Daumen aneinanderreiben, um ihrem Interesse an dem Thema Deutlichkeit zu verleihen.

Meist barfuß unterwegs

Der gebürtige Lipper frotzelt auch über die „angeborene Sparsamkeit“ seiner Landsleute, die sogar Schotten in Erstaunen versetzten. Auch er liest eine Geschichte aus seiner Kindheit, wie er mit drei Jungen und einem Mädchen, der „Dümper-Bande“, versuchte, Bachforellen im glasklaren Bach mit der Hand zu greifen und sie hinterher auf einem selbst gebauten Grill zuzubereiten. „Damals trugen wir Lederhosen, leinene Hemden und Holzschuhe, im Sommer waren wir meist barfuß unterwegs.“

Während Wolf Berke seine Erlebnisse feinfühlig schilderte, begeisterte Rolli Bührmann mit seiner fröhlichen Art, die Geschichten aus Bad Essen zu erzählen. Und von manchem Zuhörer war ein „Ja, den kenne ich noch“ zu hören.

Fazit: Die Premiere der beiden, im Duett in Erscheinung zu treten (und sich so gegenseitig zu ergänzen), war gelungen. Man wünscht sich wie die, die am Abend dabei waren, noch mehr von ihnen zu hören – gerne wieder in der Buchhandlung mit ihrem besonderen Ambiente.


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