Premiere: Projekt der Diakonie Schnelle und diskrete Hilfe für Mitarbeiter in Bad Essen

Von Almut Hülsmeyer

Innerhalb von 48 Stunden bekommen die Mitarbeiter des Unterhaltungsverbands Obere Hunte einen Beratungstermin von der Diakonie vermittelt. Foto: dpaInnerhalb von 48 Stunden bekommen die Mitarbeiter des Unterhaltungsverbands Obere Hunte einen Beratungstermin von der Diakonie vermittelt. Foto: dpa

Bad Essen. „Man hilft den Mitarbeitern und tut etwas Sinnvolles für das Unternehmen“, beschreibt Geschäftsführer Heiko Grube den Nutzen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, das die Diakonie in Stadt und Landkreis Osnabrück anbietet. Als erster Betrieb aus dem Altkreis Wittlage nimmt der Unterhaltungsverband Nr. 70 Obere Hunte zusammen mit dem Wasserverband Wittlage und der Hunte Dienstleistungs-GmbH an dem Programm teil.

Zum Gesundheitsmanagement gehört ein breites Beratungsangebot der Diakonie. Gleichgültig, ob Mitarbeiter Schulden haben, unter Beziehungsproblemen leiden oder suchtkrank sind, können sie sich an das Beratungsteam der Diakonie wenden. „Wir bieten schnelle Hilfe direkt vor Ort. Innerhalb von 48 Stunden bekommt der Mitarbeiter bei uns einen Termin“, sagt Grube. Die Hilfe geschieht diskret. „Der Mitarbeiter kann sich direkt an die Diakonie wenden, ohne dass das Unternehmen davon erfährt. Bei uns steht die Verschwiegenheit an oberster Stelle“, betont Grube.

Dass Arbeitnehmer immer wieder mit privaten Problemen konfrontiert sind, die sie allein nicht bewältigen können, erfährt der Diakonie-Geschäftsführer in seiner täglichen Arbeit: „Wir stellen fest, dass es in Unternehmen große Probleme mit Burn-Out gibt. Außerdem nehmen psychische Erkrankungen und Familienstörungen zu.“

Bis zu sieben Prozent der Unternehmensmitarbeiter nutzen jedes Jahr das Beratungsangebot der Diakonie. Ziel des betrieblichen Gesundheitsmanagements sei, dass der Mitarbeiter im Arbeitsleben bleibe, Hilfe statt Kündigung laute das Motto, sagt Grube.

Von dem Angebot der Diakonie profitieren auf diese Weise auch die Unternehmen, die in Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels nicht auf Arbeitskräfte verzichten können. „Wenn mich Mitarbeiter wegen Problemen angesprochen haben, war häufig das Kind schon in den Brunnen gefallen“, berichtet Uwe Bühning, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Obere Hunte. Oft habe er nicht gewusst, an wen er die Hilfesuchenden verweisen könne. Durch das Beratungsangebot der Diakonie stehen seinen Mitarbeitern nun kompetente Ansprechpartner zur Verfügung, an die sie sich frühzeitig wenden können.

Neben der Hilfe im Krisenfall bietet die Diakonie aber auch präventive Maßnahmen an, wie etwa Ernährungsberatung, Anti-Stress-Training, Finanzcoaching oder Deeskalationstraining. Welche Angebote der Unterhaltungsverband in Zukunft nutze, werde man individuell nach den Bedürfnissen der Mitarbeiter entscheiden, betonen Grube und Bühning. Auch Mitarbeiter in Leitungspositionen schule man, beispielsweise im sensiblen Umgang mit Arbeitnehmern. Alle Angebote beruhen dabei auf der Freiwilligkeit der Mitarbeiter: „Es gibt keine Zwangsbeglückung bei uns. Der Mitarbeiter entscheidet, welche Hilfe er annimmt“, so Grube.