Landbier expandiert Lokales Bier und „Rote Erde“ für das Wittlager Land

Bad Holzhauser Landbier von und mit den Erfindern Stephan Glahs (links) und Jürgen Hohnstädt.Foto: Privatbrauerei Rote ErdeBad Holzhauser Landbier von und mit den Erfindern Stephan Glahs (links) und Jürgen Hohnstädt.Foto: Privatbrauerei Rote Erde

Bad Holzhausen. In der Privatbrauerei Rote Erde wird seit April 2013 Bad Holzhauser Landbier gebraut. Ausgeschenkt wird es vornehmlich in ausgewählten Restaurants zwischen Bünde und Pr. Oldendorf. Auch in Bad Essen kann das geschmackvolle Bier mittlerweile verköstigt werden.

Stattliche Häuser, gepflegte Gärten und verwinkelte Straßen in Hanglage bieten einen idyllischen Anblick. In der Siedlung Rote Erde in Bad Holzhausen deutet zunächst nichts darauf hin, dass sich auf dem Gelände des Hauses mit der Nummer 18 etwas Besonderes befindet. Hier gründeten Jürgen Hohnstädt und Stephan Glahs am 23.4.2013 – nicht zufällig dem Jahrestag der Erlassung des Reinheitsgebots – die Brauerei Rote Erde. Ob der bereits 2007 gefasste Entschluss, ein eigenes Bier zu brauen, in einer Bierlaune entstand, ist nicht bekannt. Als alles andere als eine Schnapsidee entwickelte sich dieses Vorhaben zu einem konkreten Projekt. Eine moderne Brauanlage wurde zu großen Teilen in Eigenregie installiert, die Kunst des Brauens erlernt und mit Rezepturen experimentiert. Am Ende dieser Kette steht ein leicht herbes und süffiges Landbier. Erklärtes Ziel der beiden Braumeister ist es, sich von der Tendenz zum Bier mit Einheitsgeschmack abzuwenden und eine wohlschmeckende lokale Alternative anzubieten. Dies ist mit dem Bad Holzhauser Landbier offensichtlich gelungen.

Auf diese lokale Spezialität aufmerksam geworden sind auch die Betreiber der Bad Essener Restaurants Athen und das Kaffeehaus Hannibal. Im Athen soll der Ausschank noch in diesem Jahr beginnen. Das Hannibal bietet seinen Gästen bereits seit 2013 den besonderen Biergenuss an und bestätigt auf Nachfrage, dass das Landbier sich großer Beliebtheit erfreut. Einer der Gründe ist die Naturbelassenheit: Unfiltriert gebraut, bleiben dem Getränk wichtige Mineralstoffe und Vitamine erhalten. Der Geschmack ist dadurch besonders vollmundig.

Die Nachfrage nach dieser lokalen Spezialität ist mit einem Absatz von etwa 3000 Litern pro Monat so hoch, dass die eigentliche Brautätigkeit durch eine andere Brauerei übernommen wird. Diese produziert nach der Rezeptur und im Auftrag der Privatbrauerei Rote Erde. Angeboten wird das Landbier im 30-Liter-Fass und in handlicher Ausführung im Fünf-Liter-Partyfässchen im Supermarkt Ehlers in Bad Holzhausen. Eine Abfüllung in Flaschen ist aufgrund des hohen Aufwands in Relation zur produzierten Menge nicht geplant.

In der Brauanlage an der Roten Erde wird indes an weiteren Rezepturen gearbeitet. So ist im Frühjahr die Herstellung eines Maibockbieres geplant. Dieses soll in kleiner Stückzahl vor Ort produziert werden und für eine weitere geschmackliche Abwechslung sorgen.

Im eigentlichen Leben sind die beiden Brauer mit weniger greifbaren Dingen beschäftigt: Stephan Glahs arbeitet als Softwareunternehmer, und Jürgen Hohnstädt ist in der Versicherungsbranche tätig. Die sehr konkrete Arbeit in der eigenen Brauerei stellt einen Gegenpol zu ihrem Haupterwerb dar.

„Uns als bekennenden Biertrinkern macht das Brauen großen Spaß. Es ist eine spannende Herausforderung, das eigene Bier herzustellen, und einfach toll für uns zu erleben, wie andere Bierkenner unser Landbier genießen“, schwärmt Stephan Glahs. Das Landbier von der Roten Erde soll nach dem Willen ihrer Erfinder perspektivisch in der Region weiter Fuß fassen. Biertrinker, die auf Vielfalt und Natürlichkeit bedacht sind, wird das freuen.