Tag der offenen Tür Wehrendorfer Verein Tabita informiert über Arbeit

Von Almut Hülsmeyer


Wehrendorf. Mit einem Tag der offenen Tür informierte der Freundeskreis Tabita am Freitag Besucher über seine Arbeit und sammelte Spenden für sein Kinderheim „Voice of Heaven“ im indischen Chennai.

Mehrere Wochen hatten die 50 ehrenamtlichen Helfer den Tag der offenen Tür im Klausmeyerschen Kotten vorbereitet, der in diesem Jahr unter dem Motto Gesundheit stand. So boten Mitarbeiter des Bad Essener Gesundheitszentrums Aktivita entspannende Massagen an und das DRK maß bei Besuchern kostenlos den Blutdruck. Manuela Singer, Vorsitzende des Freundeskreises, berichtete in ihren stündlichen Führungen neben der Vereinsarbeit auch über das Gesundheitssystem in Brasilien, einem der Länder, in denen Tabita hilft.

Der christliche Freundeskreis , der seine Arbeit in den 90er Jahren begann, unterstützt mittlerweile Projekte in Indien, China, Russland und verschiedenen osteuropäischen Staaten. Daneben engagieren sich die Mitglieder aber auch vor Ort. So kochen zwölf Ehrenamtliche im Wechsel jeden Freitag eine warme Mahlzeit für die Gäste der Suppenküche. „Viele Menschen kommen zur Suppenküche, um Gemeinschaft zu haben. Eine Frau sagte mir, dass es ihr während der Ferien gar nicht gut ging, weil sie nicht wusste, mit wem sie reden könnte“, berichtet Singer. Mit den wöchentlichen Treffen wolle man den Gästen ein Stück Heimat geben,

Neben dem Betrieb der Suppenküche investieren die Tabita-Mitglieder viel Zeit in das Sortieren und Verpacken von Sachspenden, die von Wehrendorf in verschiedene Teile der Welt verschickt werden. „Wir haben eine Mitarbeiterin, die jede Woche acht bis zehn Maschinen wäscht“, erläuterte Singer während ihrer Hausführung. Eine andere Helferin bessere kaputte Kleidungsstücke aus, denn nicht immer würden die Spenden in einwandfreiem Zustand abgeliefert.

Für den Tag der offenen Tür hatten die Mitarbeiter gebacken, Kleidung gestrickt und Aquarelle gemalt, um mit dem Verkauf Geld für das Kinderheim „Voice of Heaven“ zu sammeln. Seit 2010 wird die Einrichtung vom Freundeskreis finanziert. Durch eine Überschwemmung verloren jedoch die 28 Kinder und die Heimleiterin im vergangenen Jahr ihr Zuhause. Seitdem leben sie in beengten Verhältnissen in einem Mietshaus.

Für den Kauf einer neuen Immobilie, die bis Ende September bezahlt werden muss, fehlen Tabita noch rund 90000 Euro. Kommt die Summe nicht rechtzeitig zusammen, droht dem Kinderheim die Auflösung von staatlicher Seite. So hoffen Singer und der Freundeskreis, dass sich kurzfristig doch noch großzügige Spender finden oder ein Wunder geschieht.