Wunsch nach einem Riesenerfolg... Bad Essen: Schafstallausstellung mit Benefizgedanken

Von Karin Kemper

Gute Laune im Schafstall mit (von links) Caspar Sieveking, Gerda Kleinschmidt, Ulrich Müller, Dieter Dietrich, Günter Harmeyer und Hartwig Ventker.Foto: Karin KemperGute Laune im Schafstall mit (von links) Caspar Sieveking, Gerda Kleinschmidt, Ulrich Müller, Dieter Dietrich, Günter Harmeyer und Hartwig Ventker.Foto: Karin Kemper

Bad Essen. Verhandlungen eher ungewöhnlicher Art, von denen die Macher des Theaterwaggons profitieren, erfolgten im Vorfeld der Ausstellung von Ulrich Müller, die am Freitag, 19. September, im Schafstall Bad Essen eröffnet wird. Ihm war wichtig, die Hälfte der Einnahmen verkaufter Arbeiten zu erhalten – und nicht mehr.

Beim Vorabortstermin schmunzelt Gerda Kleinschmidt vom Team des Theaterwaggons: „Abends um 21 Uhr kommen immer die schönen Anrufe.“ In diesem Fall nahm Hartwig Ventker vom Vorstand des Kunst- und Museumskreises , der für die Organisation der unmittelbar bevorstehenden Ausstellung verantwortlich ist, an. Seine Frage lautete: „Darf ich Ihnen Geld geben?“ Selbstverständlich darf er. Kleinschmidt sagte am Dienstag: „Danke schon jetzt an den Künstler, dass er schöne Sachen macht und uns hilft. Wir wünschen ihm natürlich einen Riesenerfolg.“

Mit diesen Worten hatte sie die Lacher auf ihrer Seite. Ulrich Müller erläuterte, dass er im Vorfeld bei Hartwig Ventker angefragt habe, wie denn die Konditionen seien. Die Antwort: „Der Schafstall erhält 25 Prozent.“ Im Kunstbetrieb werden aber zwischen Künstler und Galerie in der Regel die Einnahmen geteilt. „So möchte ich das hier auch“, so der Maler und Bildhauer. Die Ergänzung folgte: „Ich möchte, dass das restliche Viertel an eine kulturell orientierte Organisation in Bad Essen geht.“

Bei der Besprechung im Vorstand des Kunst- und Museumskreises wurden die Möglichkeiten durchgegangen. Schnell entstand die Idee, das Waggontheater über die Kunstschule zu bedenken. Vorsitzender Caspar Sieveking: „Wir sind sozusagen die Großeltern des Waggontheaters, da dieser ein Kind der Kunstschule und diese wiederum unser Kind ist...“

Bürgermeister Günter Harmeyer verwies auf die Bedeutung des Waggontheaters für die umfangreiche Bad Essener Kulturlandschaft. Er fügte hinzu: „Der Waggon ist inzwischen fast fertig, aber die Kosten sind noch nicht vollständig finanziert. Deshalb ist es schön, dass aus der neuen Ausstellung heraus Geld in das Projekt fließt.“

Und vor den Preisen der Kunstwerke braucht niemand Angst zu haben. Müller machte deutlich: „Ich habe extra kleine Skizzen angefertigt, die ab 100 Euro kosten.“ Ab 150 Euro sind kleinformatige Arbeiten erhältlich, die großen sind teurer. Der Künstler: „Auf kleinem Raum komme ich meist schneller zu befriedigenden Ergebnissen. Bei großen dauert es oft lange, bis es so weit ist.“ Allemal aber gilt: „Man muss es mögen. Das steht an erster Stelle.“ Müller ergänzt: „Wir haben die Preisgestaltung bewusst niedrig gehalten.“

Keine Namen vergeben

Wichtig ist dem Künstler, dem Betrachter nicht so viel vorzugeben – etwa durch die Namensgebung des Bildes. So bleibe die Möglichkeit, mit der täglichen persönlichen Befindlichkeit stets neue Konstellationen zu finden. Das gilt ebenso für das Bild mit dem „sehr schönen Hemd“, wie es Sieveking formulierte, wie für die vier Bilder, die die vier Jahreszeiten darstellen. Auf handgeschöpftem Papier sorgt die Art des Farbauftrags dafür, dass „eruptive Aufrisse“ zu sehen sind. Das gesamte Thema steht dabei für die Vergänglichkeit, das Sterben – aber die durchgehende Linie, die die Bilder beim Zusammenschieben verbindet, für den Wandel.