Prozess ohne Leiche Von Karl-Friedrich Meyer fehlt jede Spur: Führt Uhr zum Täter?

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Lübbecke. Kann ein Mensch einfach verschwinden? Spätestens seit dem mysteriösen Verschwinden von Aenne Koch im Jahr 1999 wissen die Menschen im Wittlager Land, dass es möglich ist. Im Zusammenhang mit dem nahezu spurlosen Verschwinden des Physiotherapeuten Karl-Friedrich Meyer aus Hüllhorst im Wittlager Nachbarkreis Minden-Lübbecke sind bis heute eine Reihe von Fragen ungeklärt. Seit Oktober 2012 gilt Meyer als vermisst.

Vor dem Landgericht Bielefeld muss sich nun ab dem 21. Juli ein 46-jähriger Mann aus Petershagen wegen Totschlags verantworten. Die ehemalige Lebensgefährtin des Opfers ist ebenfalls angeklagt. Sie soll dem Haupttäter ein falsches Alibi gegeben haben.

Karl-Friedrich Meyer , selbstständiger Physiotherapeut mit Praxis in Hüllhorst, wurde zuletzt am 12. Oktober 2012 lebend gesehen.

Seine Lebensgefährtin, die mit Meyer ein Eigenheim in der Straße „Schnathorster Holz“ bewohnte, will ihn am Abend des 21. Oktober letztmalig gesehen haben. Ohne Angabe von Gründen („Ich muss noch einmal weg“) habe er an besagtem Abend das Haus verlassen. Die Mordkommission nimmt inzwischen an, dass Meyer zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr lebte.

Im Mai 2013 gründete die Kripo eine Ermittlungskommission. Doch kein Zeuge hatte Meyer oder seinen auffälligen Jeep Wrangler gesehen. Es gab keinerlei Bewegung auf seinem Konto, sein Handy hat sich nirgends mehr eingeloggt.

Als alle Hinweise ohne Ergebnis blieben, bekamen die Beamten immer mehr Zweifel an der Version der 40-jährigen Lebensgefährtin, die Meyer als vermisst gemeldet hatte.

Die Frau hatte zudem versucht, die Dreiecksbeziehung mit dem jetzigen Angeklagten zu verheimlichen. Dem wegen Eigentumsdelikten vorbestraften 46-Jährigen wurde dann die Rolex-Armbanduhr (Modell Submariner) des Opfers zum Verhängnis. Unter falschem Namen und über einen Mittelsmann verkaufte er nach Erkenntnissen der Polizei diese Rolex-Uhr an eine dritte Person. Diese Spur wiederum konnte die Polizei bis zu dem Mann zurückverfolgen, der am 22. Januar dieses Jahres verhaftet wurde. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft und schweigt.


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