Malerei und Keramik im Schafstall Zwei Künstlerinnen – eine Ausstellung in Bad Essen

Von Christa Bechtel



Bad Essen. „Monika Leonhard zeigt in ihren Arbeiten ein breites Spektrum unterschiedlicher künstlerischer Techniken der Acrylmalerei, während der Schwerpunkt bei Beatrice Gunschera auf der Gestaltung von Keramiken und Keramik-Objekten unter Anwendung archaischer Brennverfahren liegt. Obwohl die Künstlerinnen mit unterschiedlichen Materialien und Techniken arbeiten, hat man das Gefühl, dass die hier ausgestellten Exponate zusammengehören.“

Mit diesen Worten hieß Gerda Dingemann vom Kunst- und Museumskreis die Besucher im Schafstall in Bad Essen willkommen, wo die neue Ausstellung „Acrylmalerei & Keramik“ mit der Malerin und der Keramikerin eröffnet wurde. Die Einführung in die Ausstellung übernahm Marion Marx, Malerin und Restauratorin aus Lengerich.

„Stille, Fülle, Leere – in dieser Ausstellung sind es keine Gegensätze, sondern der sichtbare Faden, der alles zusammenhält und immer wieder verbindet. Bei beiden Künstlerinnen sind diese kompositorischen Formen ständig zu finden“, erklärte Marion Marx. Beatrice Gunschera aus Osnabrück stelle keramische Objekte, Gefäße und Skulpturen aus. Sie experimentiere leidenschaftlich mit unterschiedlichen Brennmaterialien, gebe sich den Risiken und Unwägbarkeiten eines solchen Brandes hin. „Der entweder zauberhafte Einzelstücke oder aber ‚Leichen‘ aus der Asche hebt“, meinte Marx lächelnd, die weiter auf Brenntechniken wie Raku einging. Raku bedeute Ruhe und Gelassenheit. Und so schaffe die Künstlerin mit ihren Objekten Stille, Präsenz und wohltuende Leere. „Raumfördernd für eigene Gedanken, Gefühle, Interpretationen“, meinte die Lengericherin. Die Formen der Objekte seien schlicht, Farben und Linien würden sich einem beeindruckenden Miteinander hingeben.

Monika Leonhard aus Hagen am Teutoburger Wald male feinfühlige, stille, elegante Bilder mit zarten Linien und zurückhaltenden Flächen in vielfältigen Brauntönen. Marx: „Hin und wieder finden Collagen aus Metall, Fundstücke vom Strand und gefundene Schriftstückchen einen Platz in ihrer Komposition.“ Oder Sand, der immer wieder in ihren Bildern mit eingearbeitet werde, egal ob grob oder fein: „Ungewöhnlich muss er sein in Farbe und Struktur. Das reizt zu ungewöhnlichen Aussagen, hat Spannung oder weiche Stille“, so Marion Marx, die weiter herausstellte, dass die Malerin den erdigen, braunen, rötlichen, gelben und anthrazitfarbenen Brauntönen eine unglaubliche Explosivität und Dichte gebe. „Hinter jeder Farbspur, jeder Linie lässt sich Überraschendes entdecken, eine neue Wendung, ein bisher unentdecktes Papier“, hob die Restauratorin hervor. Ebenso finde in Monika Leonhards Arbeiten das Figürliche in abstrahierender Weise Platz.

„Ich war immer schon kreativ“, verrät Monika Leonhard im Gespräch mit unserer Zeitung, die im Jahr 2000 mit der Aquarellmalerei, anfangs noch gegenständlich, begann. Doch sehr schnell sei klar geworden: „Acryl ist das beste Medium für mich. Ich fange an, wenn ich etwas gesehen habe, beispielsweise in der Natur“, verdeutlicht sie, woher sie für ihre abstrakt-informellen Arbeiten die Inspirationen bekommt, in denen die Erdfarben meistens im Mittelpunkt stehen. Da ihre Bilder keine Titel vorgeben, kann der Betrachter mit seinen Augen auf Reisen gehen.

„Das Künstlerische war schon immer in mir drin, aber man schlägt manchmal erst eine andere Laufbahn ein“, erklärt Beatrice Gunschera, die gelernte Übersetzerin ist. Als sie den Ton kennenlernte, habe sie jedoch gemerkt, „dass das mein Ding ist. Ich bin klassisch mit dem Drehen angefangen, habe dann aber zu den freien Arbeiten gewechselt und kam zu ganz anderen Verfahren“, berichtet die gebürtige Bremerin, die ihre Ideen mit der Liebe zum Gefäß bekommt. „Das ist für mich nicht nur ein reiner Gebrauchsgegenstand, sondern auch eine Skulptur“, sagt sie spontan. Eine Form, die man in zahlreichen Varianten darstellen könne. Für ihren figurativen Bereich fertige sie vorab Skizzen, „da ich aus der Malerei komme.“

Die Ausstellung im Schafstall an der Bergstraße kann bis zum 1. Juni dienstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr besucht werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN