Schülertheatertreffen am GBE Elektra überzeugt mit Stimmgewalt in Bad Essen

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Bad Essen. Mit leidenschaftlichem Spiel und tollen Interpretationen haben die Teilnehmer der Regionaltreffen des 18. Niedersächsischen Schülertheatertreffens ihr schauspielerisches Können zum Besten gegeben. Schüler aus Quakenbrück und Emlichheim nahmen an dem Vorentscheid im Gymnasium Bad Essen teil.

Langsam schleichen die Schüler durch das Forum des Gymnasiums Bad Essen. Manche schauen verstohlen zur Seite, andere haben ihren Blick ängstlich zum Boden gerichtet und die Arme vor der Brust verschränkt. Was auf den ersten Blick nach einer tristen großen Pause aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Aufwärmübung für Theaterschauspieler. „Seid fröhlich und springt umher“, ruft eine von drei Schülerinnen, die oben auf der Bühne stehen, in den großen Raum. Schlagartig verändert sich die Stimmung der Schüler, sie lächeln sich an und wirken wie ausgewechselt.

An diesem Vormittag findet im Gymnasium Bad Essen ein Regionaltreffen der niedersächsischen Theater-AGs statt. Hier können sich Laienschauspielgruppen für das 18. Niedersächsische Schüler-Theater-Treffen in Wolfsburg qualifizieren. Alle zwei Jahre findet das Treffen, welches vom Landesverband für Darstellendes Spiel und Schülertheater Niedersachsen veranstaltet wird, statt. Dieses Jahr nehmen 56 Gruppen daran teil.

Mit dabei sind in Bad Essen die Schülertheatergruppen des Artlandgymnasiums Quakenbrück und des Gymnasiums an der Vechte aus Emlichheim. Jeweils eine halbe Stunde zeigen die AGs ihr schauspielerisches Talent, versuchen mit ihren Stücken zu überzeugen.

Am Ende liegt es in den Händen des Auswahlgremiums, ob sie die Gruppe beim Beratungstreffen in Hannover für die Abschlussveranstaltung in Wolfsburg im Juni vorschlagen. Als erste Gruppe starten die Schülerinnen aus Emlichheim. Mit dem Stück „Elektra“ zeigen sie, dass nicht nur eine Person die Hauptrolle übernehmen muss. Fünf Mädchen spielen gemeinsam Elektra. Ihre Sprechchöre verstärken Elektras Hass und ihren Wunsch, Rache für den Tod des Vaters zu nehmen.

Uschi Ritter, Mitglied des Gremiums, ist nach dieser Performance ergriffen: „Das war wahnsinnig gut. Eine echte Sternstunde des Schülertheaters. Das muss ich jetzt erst einmal sacken lassen.“ Ihren Kollegin Andrea Brachetti geht es ähnlich, sie sind sich einig, dass sie die Gruppe für das große Abschlusstreffen vorschlagen werden. Seit eineinhalb Jahren betreut Lehrerin Theresa Sperling die Theater-AG, bereits vier Auftritte hatten sie mit dem Stück. „Die Mädels sind ganz heiß darauf, in Wolfsburg zu spielen“, verrät sie und hofft, dass ihre AG am Ende zu den auserwählten Gruppen gehören wird. Letztendlich entscheidet jedoch die Mehrheit aller niedersächsischen Gremiumsmitglieder, welche zehn von den 56 teilnehmenden Gruppen aus ganz Niedersachsen in die Abschlussrunde kommen.

Auch die Theater-AG aus Quakenbrück gibt alles, um mit ihrem Stück, einer Interpretation von Felix Nussbaums Leben, zu überzeugen. Auf einer weißen Leinwand werden Bilder des Osnabrücker Malers gezeigt, davor zeichnen die Schüler schauspielerisch die Stationen seines Schaffens nach. Auch hier sind die Charaktere doppelt und dreifach besetzt. Ritter, die bereits seit 1992 im Gremium des Theater-Treffens sitzt, empfindet dies als gute Idee. „Das ist ein tolles Element für das Schülertheater“, sagt sie. „Denn so erhalten starke wie schwache Teilnehmer eine faire Chance.“

Alexander Wichers, Lehrer am Gymnasium Bad Essen und Leiter des Improvisationstheaters der Schule, ist ebenfalls Mitglied der Jury. Er ist gespannt, welche AGs den Sprung nach Wolfsburg schaffen. Als Wettbewerb möchte er die Theatertreffen dennoch nicht titulieren. Denn in Wolfsburg wird kein Abschlusssieger gekürt, vielmehr sieht er die Veranstaltungswoche als Belohnung für das Engagement der Schüler. „Hier geht es darum, sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und an Workshops teilzunehmen“, erzählt der Lehrer für darstellendes Spiel. Zudem haben die Schüler die Gelegenheit, sich die verschiedenen Stücke anzuschauen und inspirieren zu lassen. Doch für die Gremiumsmitglieder sind bereits die Vorentscheide eine echte Inspiration. Sie sind begeistert von der Vielfältigkeit und den Ideen der Gruppen. „Da steckt wirklich wahnsinnig viel harte Arbeit dahinter“, sagt Andrea Brachetti abschließend und zeigt damit auf, wie schwer die Arbeit der Jury wirklich wird.

Außer Konkurrenz gaben zum Abschluss des Treffens sowohl das Theaterensemble des Bad Essener Gymnasiums als auch die Improvisationstheatergruppe einen Einblick in ihre Arbeit. So zeigte das Theaterensemble einen Auszug aus „Ein Sommernachtstraum“. Eine Interpretation unter der Leitung von Corinna Maifeld, die Ende Mai Premiere in Bad Essen Premiere feiern wird und der Schüler und Lehrer bereits entgegenfiebern.


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