Verhandlung vor dem Amtsgericht Brandstiftung in Bad Essen: Frau freigesprochen

Von Heiko Kluge

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Eine 48-jährige Frau wurde jetzt vor dem Amtsgericht Osnabrück vom Vorwurf der Brandstiftung in Bad Essen freigesprochen. Symbolfoto: dpaEine 48-jährige Frau wurde jetzt vor dem Amtsgericht Osnabrück vom Vorwurf der Brandstiftung in Bad Essen freigesprochen. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Das Amtsgericht Osnabrück sprach jetzt eine 48-jährige Frau vom Vorwurf der versuchten Brandstiftung frei: Ihr war vorgeworfen worden, sie habe im Juli vergangenen Jahres versucht, in Bad Essen eine Holzhütte anzuzünden.

Einem Teenagerpärchen war die Angeklagte aufgefallen, die mehrfach mit ihrem Auto auf einen Parkplatz in der Wittekindstraße fuhr und sich wieder entfernte. Im Rückspiegel seines Wagens hatte der heute 19-jährige Zeuge beobachtet, wie die Frau hinter einer Holzhütte, die einem Taxiunternehmen als Büroraum diente, verschwand. Sehr schnell sei sie aber wieder zurückgekommen, in ihren Wagen gestiegen und davon gefahren. Wenig später bemerkten Anwohner ein Feuer auf der Rückseite der Hütte und eilten mit Wassereimern herbei. Die Flammen waren schnell gelöscht, jedoch hatten sie bereits drei untere Holzbretter der Hütte beschädigt. Das Feuer war offenbar mit einem Lappen und Grillanzündern gelegt worden.

Doch die Frau hatte eine Erklärung für ihr zunächst merkwürdig erscheinendes Verhalten: Sie habe ihre Tochter besuchen wollen, die in direkter Nähe des Parkplatzes wohne. Allerdings habe sie an den Rollos im Fenster ihrer Tochter gesehen, dass diese noch nicht Zuhause sei und sei daher einmal um den Block gefahren und wieder zurückgekommen. Hinter die Holzhütte sei sie tatsächlich gegangen, räumte die 48-Jährige ein: Sie habe dringend auf die Toilette gemusst. Doch dann habe sie Stimmen gehört und sei unverrichteter Dinge wieder zurück in den Wagen gestiegen. Im Übrigen würde sie die Zeugen vom Sehen kennen, da würde sie ja wohl nicht für alle sichtbar eine Hütte anzünden: „Was ist denn das für ein Quatsch?“, so die Angeklagte.

Am Ende wollte auch die Staatsanwältin den Vorwurf nicht aufrecht halten. „Ich sehe kein Motiv der Angeklagten.“ Die hatte angegeben, das Taxiunternehmen, dem die Hütte als Firmensitz dient, nur einmal als Kundin in Anspruch genommen zu haben – ansonsten sei ihr das Unternehmen unbekannt.

Ähnlich wie die Staatsanwältin sahen es der Verteidiger und auch das Gericht. „Es bleiben berechtigte Zweifel“, begründete der Richter den Freispruch. Die Einlassung der 48-Jährigen sei in „weiten Teilen nachvollziehbar.“ Es sei auch durchaus möglich, von der hinteren Seite durch das Buschwerk an das Häuschen zu gelangen und es sei somit nicht auszuschließen, dass ein Dritter unbemerkt von den Zeugen den Brand gelegt habe.


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