Musik aus Italien Bad Essen: Altes und Neues mit viel Flair

Von Christa Bechtel

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Bad Essen. Pulsierende Lebendigkeit, gepaart mit Klängen, in denen man schwelgen und die Füße wippen lassen konnte: Dafür sorgte „I Liguriani“ – ein Ensemble von bekannten Musikern der italienischen Volksmusikszene aus der Region im Nordwesten zwischen Mittelmeer und Alpen im Rahmen der 1. Literatur- und Musiktage im Bad Essener Schafstall. Dieser war mit nahezu 120 Besuchern zum Bersten gefüllt.

Wolfgang Bielefeld vom Kur- und Verkehrsverein Bad Essen hieß die Gäste willkommen und verriet auch gleich das Motto des Abends: „Die Italiener kommen“.

Mit Literatur begeisterten zum Auftakt Claudia Imig, Vorsitzende der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Osnabrück, und Kathrin Raack aus dem Vorstand der Gesellschaft. Erst in Italienisch, dann auf Deutsch entführten sie das Publikum beispielsweise in „Das Haus aus Eiscreme“ – ein zauberhafte Geschichte. Doch dann hatte die Musik das Sagen.

„I Liguriani“ das sind Fabio Biale, Gesang/Geige, Michel Balatti, Traversflöte, Fabio Rinaudo, Dudelsack, Filippo Gambetta, Akkordeon/ Mandoline, und Claudio De Angeli, Gitarre. Alle Mitglieder der Band sind bekannte Musiker der italienischen Folkszene, die über einen reichen musikalischen Erfahrungsschatz verfügen.

Voller Lebensfreude präsentierten die fünf traditionelle Gesänge aus dem Ersten Weltkrieg, aber auch Tanzmusik aus Ligurien, die oft mit Melodien aus anderen nahen Kulturen assoziiert wird: Mazurcas, Sbrandi und Monferrine aus Ligurien und dem Piemont, ebenso wie französische und schottische Walzer. Das Liedrepertoire, traditionelle und populäre Lieder im ligurischen Dialekt, in eigenen Arrangements, sodass sich Altes und Neues bei ihnen mit bezauberndem Flair vereinen.

Das Programm eröffnete das Quintett mit den Tänzen „Allessandrina – Duo Monferrine“: Jigs und Reels wurden in einem atemberaubenden Tempo gespielt, sodass das Auditorium bereits nach kurzer Zeit mitklatschte. Während des Songs „Stamattina si va all’assalto/trad. Boghe“ überzeugte Fabio Biale nicht nur mit seiner einschmeichelnden, rauchigen Stimme, sondern Fabio Rinaudo verlieh mit seinem Dudelsack dem Ganzen auch einen leicht irischen Touch.

Wie viel Spaß die Musiker an ihrem Auftritt hatten, bewies ihre humorige Moderation in Italienisch und Englisch, die überwiegend Flötist Michel Balatti übernahm. „Ninna Nanna“, ein Schlaflied, das mit sanftem Gesang und zarter Instrumentalbegleitung beginnt, sich jedoch mit tollkühner Rasanz entwickelt, sodass man sich nicht sicher sein kann, ob diese Musik tatsächlich einschläfernd wirken wird. Mit Fabio Rinaudos „Jolanda“, ein Walzer, den er seiner Großmutter gewidmet hat, ging es in die Pause.

Auch im zweiten Teil wechselten sich gefühlvolle Balladen wie „Sutta a chi tucca“, Lieder wie „O Gorizia tu sei maledetta“ unter der Rubrik „Wir lieben Partisanenlieder“ oder das zungenbrecherische „Tiribi Taraba“, das Sänger Fabio Biale in Perfektion interpretierte, ab.

Nach dem nicht enden wollenden Applaus und einer Zugabe kam es zum Überraschungsmoment: Mit ihren Instrumenten in der Hand verabschiedeten sich die fünf Musiker hautnah mit einem Bad durch die Menge und stellten noch einmal ihr perfekt harmonierendes Zusammenspiel unter Beweis.


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