Vom Rohdiamanten zum Edelstein GBE-Schüler schlüpften in Rolle des Unternehmers

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<em>Die Teilnehmer des</em> Wirtschaftsplanspiels „Management Information Game“ nach der Marketingpräsentation ihrer Firmen. Foto: Rainer WestendorfDie Teilnehmer des Wirtschaftsplanspiels „Management Information Game“ nach der Marketingpräsentation ihrer Firmen. Foto: Rainer Westendorf

Dahlinghausen. Oberstufenschüler des Gymnasiums Bad Essen schlüpfen in die Rolle von Unternehmern. Eine Woche lang haben sie Marketingstrategien entworfen, Bilanzen studiert, ein Produkt entwickelt und dieses dann potenziellen Großkunden vorgestellt.

Das Wirtschaftsplanspiel „Management Information Game“ (MIG) ist mittlerweile fester Bestandteil im Jahresablauf der Schule. Zum zehnten Mal war die Firma Kesseböhmer Gastgeber des MIG. „Es soll den Schülern Berufsorientierung geben und eine wirtschaftliche Grundbildung vermitteln“, so Karsten Schröder von der Kesseböhmer Holding.

Der Industrielle Arbeitgeberverband Osnabrück-Emsland (IAV) organisiert das MIG. Unterstützt wird dieses Planspiel von der VME-Stiftung Osnabrück-Emsland, der Bildungsstiftung der regionalen Metall- und Elektroindustrie. Es gehe dabei auch darum, die Verbindungen von Schulen und Wirtschaft zu fördern, erläuterte Yvonne Ziomek vom Arbeitgeberverband.

„Das praxisnahe Projekt vermittelt spielerisch einen Einblick ins Wirtschaftsleben, denn die Jugendlichen schlüpfen in die Rolle von Vorständen konkurrierender Aktiengesellschaften“, so Ziomek. Zum zehnstündigen Unternehmeralltag der Teilnehmer gehören Entscheidungen über Fertigung, Einkauf und Personal ebenso wie Preiskalkulation und Bilanzierung – und das alles in einem Umfeld, das sich verändert. „Also sei unternehmerisches Denken und die stetige Überprüfung der eigenen Strategien gefragt.

Dale Drown von der Akademie Schule & Wirtschaft im Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft hat die Gymnasiasten eine Woche lang begleitet. Er war der Spielleiter. Das heißt, Unternehmensberater, Finanzamt, Kunde und vieles andere mehr in einer Person. Die rund 20 Schüler haben drei Firmen gegründet.

Im Großen und Ganzen sei alles ziemlich reibungslos verlaufen, merkte Dale an. „Auch wenn eine Firma ihren Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 38 statt 3,8 Prozent bewilligen wollte...“ Da gab es natürlich ein Problem mit den Bilanzen.

Insgesamt hätten die Jungunternehmer aber hervorragend im Lauf der MIG-Woche geschlagen. „Ihr seid hervorragende Botschafter eurer Schule“, sagte der Spielleiter. Dale Drown ist sich sogar sicher, Rohdiamanten entdeckt zu haben, die während der Woche „zu Edelsteinen geschliffen“ wurden.

Welche Aufgabe mussten die Schülerfirmen lösen? Es galt, einen innovativen Kleiderschrank mit Zusatzfunktionen zu entwerfen, dieses Produkt zu präsentieren und Auftraggeber – also Händler – zu gewinnen. In die Rolle der potenziellen Großkunden schlüpften Vertreter der gastgebenden Firma, Mitarbeiter weiterer Unternehmen sowie Lehrkräfte des GBE. Auch der Erste Gemeinderat Carsten Meyer gehörte zu diesem Kreis. Nach Abschluss der Marketingpräsentation füllten die potenziellen Auftraggeber Stimmkarten aus. Exakt zehn Punkte waren zu vergeben und mussten auf die drei Schülerfirmen verteilt werden.

Der Trend ist eindeutig, zumindest nach Auffassung der Schüler. Ein moderner Schrank muss mit iPad oder Smartphone verbunden sein. Der „intelligente Kleiderschrank“ sucht nämlich die passenden Bekleidungsstücke für verschiedene Anlässe eigenständig heraus. Dabei wird auf soziale Netzwerke zurückgegriffen, um Informationen darüber zu erhalten über das, was man wo tragen sollte.


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