Ein Artikel der Redaktion

33. Weihnachtsmarkt Gelebte Gemeinschaft in Wehrendorf

Von Friedrich Lüke | 06.12.2015, 17:52 Uhr

Um die Ecken pfeift der kalte Wind, doch gleich am Eingang zum 33. Wehrendorfer Weihnachtsmarkt haben Besucher die Möglichkeit, sich am offenen Feuer zu wärmen. Die Bahnhofsfrauen haben hier Quartier bezogen, die sonst am Wehrendorfer „Hauptbahnhof“ in den Sommermonaten mit Kaffee und Kuchen an Wehrendorfs Hauptverkehrsader für Aufsehen sorgen.

Das neue Angebot heißt Brotbacken am Stock, das gut angenommen wurde. Überhaupt ist der ganze Budenzauber im Hinterhof von Grundschule und Kindertagesstätte von den einheimischen Clubs und Vereinen selbst arrangiert. Da bleibt jeder überschüssige Euro der Veranstaltung im Ort, das ist versprochen und Tradition. Und das muss an dieser Stelle auch geschrieben werden, dass so manche Arbeitsstunde im Vorfeld und beim Rückbau von der Gemeinschaft für den guten Zweck geleistet wird.

Kein Weihnachtsmarkt ohne Programm, das auch bei Regen und bestenfalls Schnee für die Hauptdarsteller unter einem geschützten Dach vonstattengeht.

Kaffeeduft und mehr

Seit einigen Jahren nennen die Wehrendorfer eine fest installierte Freilichtbühne ihr Eigen, die hinterher nicht zurückgebaut werden muss. Hermann Beeck begleitet und gibt das Mikrofon pünktlich um 14.30 Uhr für Ortsbürgermeister Torsten Bühning frei. Der dankte den Aktiven, die diesen Markt schon seit 33 Jahren mittragen. Das konnte auch Gemeindebürgermeister Timo Natemeyer bestätigen.

Bratwurst- und Glühweinduft zog um die Buden, als für den nächsten gesanglichen Programmpunkt die Kindertagesstätte unter Leitung von Sigrid Wallberg-Schwarz zuständig war. Nicht fehlen darf wie in jedem Jahr der Posaunenchor aus Bad Essen, der von Olaf Haase geleitet wurde.

Dann erklommen die Grundschulkinder die Bühne, alle Klassen hatten Musikstücke geübt.

Mit Bollerwagen

Der Gemischte Chor Wehrendorf unter dem Vorsitzenden Hardwig Krämer und Chorleiterin Andrea Gerhards konnte mit jungen Stimmen wunderschöne weihnachtliche Stimmung verbreiten. Jetzt musste er doch kommen, war zumindest als Hoffnung von Hermann Beeck verkündet worden. Vom hohen Norden per Bollerwagen kam der Nikolaus daher. Der Mann mit dem weißen Bart muss seit dem Vorjahr auf Kutsche und Pony „Zottel“ verzichten, weil beide in Rente sind.

Für den Nikolaus gab es, auf der Bühne angekommen, das Nikolauslied, dann der Marathon von Gedichten und Liedern, die unter höchster Anspannung dem Bärtigen in Gestalt von Günter Natemeyer präsentiert wurden. Der Lohn der Aufregung in Form einer Tüte mit Süßigkeiten war allen sicher. Knapp wurden die 200 gepackten Tüten nicht, es gab hier Überschüsse, die nicht bis zum nächsten Mal durchhalten werden.

Den Abschluss auf der Bühne bildete eine Frau vom Wehrendorfer Berg. Luise Koch hatte auf Platt ein Gedicht parat. Fazit: Der Wehrendorfer Weihnachtsmarkt hat wieder bewiesen, dass die von der Dorfgemeinschaft getragene Veranstaltung besondere Akzente setzt.