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Zukunft Bilden Azubis in Bad Essen stellen ihre Jobs vor

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Bad Essen. Früher hat er gerne Fahrräder repariert – heute traut er sich an die großen Maschinen: Niels Ole Dierker hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Der 18-Jährige macht zurzeit eine Ausbildung zum Industriemechaniker (Fachrichtung Maschinen- und Anlagenbau) bei Kesseböhmer in Bad Essen.

Der Auszubildende im dritten Lehrjahr repariert und baut Einzelteile, wartet Maschinen und kommt dabei auch an der Fräse sowie der Drehbank zum Einsatz. „ Es macht Spaß, selbstständig zu arbeiten. Außerdem lernt man eine Menge“, erzählt Niels Ole.

Das Unternehmen Kesseböhmer wurde 1954 gegründet und produziert mit über 2000 Mitarbeitern an fünf Standorten unter anderem Einbau- und Beschlagsysteme für Küchenmöbel, Einbausysteme für die Caravan-Industrie, Warenpräsentationssysteme und Komponenten der Ergonomietechnik für die Büromöbelindustrie. Es gibt zwölf verschiedene Ausbildungsberufe und die Möglichkeit, ein duales Studium in drei verschiedenen Fachrichtungen zu absolvieren.

Einstellungstest

Während seiner Ausbildung durchläuft Niels Ole zahlreiche Stationen und Lehrgänge. Schließlich gibt es allein in seinem Bereich rund 28 Abteilungen. Handfertigkeit und technisches Verständnis sind bei der Ausbildung zum Industriemechaniker sehr wichtig. Niels Ole wurde das Interesse daran schon in die Wiege gelegt: „Mein Vater ist Maschinenbaumeister“, sagt der 18-Jährige. Auf die Ausbildung bei Kesseböhmer ist er bei einem Bewerberfachtag an seiner Schule aufmerksam geworden. „Anfang der 10. Klasse hab ich mich dann beworben“, so der Azubi, der den erweiterten Realschulabschluss gemacht hat. Einfach sei der Einstellungstest nicht gewesen: Mathe, Politik, Deutsch und technisches Verständnis seien abgefragt worden. Bei „Zukunft Bilden“ macht Niels Ole nun schon zum zweiten Mal mit. „Das hat mir auf jeden Fall was gebracht. Ich würde ohne das Projekt weniger Zeitung lesen“, so der Azubi. Am Quiz nimmt er regelmäßig teil, und auch bei dem einen oder anderen Mitmach-Event war er schon dabei.

Wenn er im Sommer die Ausbildung beendet, würde er gerne in einer Fachabteilung arbeiten. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht: „Jeder Azubi mit bestandener Abschlussprüfung bekommt erst einmal einen befristeten Job für ein Jahr angeboten“, erklärt Holger Meyer, der für die gewerblich-technische Ausbildung zuständig ist.

Diese Perspektive findet auch Azubi Matthias Reich gut. Der 20-Jährige macht zurzeit eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker Stanztechnik. Zuletzt hat er im großen Magazin gearbeitet. „Ich habe dort Teile und Betriebsmittel ausgegeben“, erklärt Matthias. Als angehender Werkzeugmechaniker lernt er, wie man Einzelteile für Werkzeuge herstellt. Zur Ausbildung gehören neben einer Metallgrundausbildung unter anderem auch Lehrgänge in den Bereichen Schweißen, Pneumatik, Drehen und Fräsen. „Die Lehrgänge find ich gut. Das macht echt Spaß, und man lernt so viel auf einmal“, findet der 20-Jährige, der im zweiten Jahr seiner Ausbildung ist. Außerdem sei es toll, dass andere Auszubildende einem etwas beibrächten.

Auch Matthias hat schon immer gerne repariert und gebastelt. „Erst am Rad, dann am Roller“, so der Azubi, der die Fachhochschulreife hat. Die Metallgrundausbildung war erst einmal ungewohnt: „Am Anfang hatte ich noch Blasen an den Händen, und auch an das lange Stehen musste ich mich erst gewöhnen.“ Doch das sei schnell gegangen.

In Zukunft würde Matthias gerne weiterhin bei Kesseböhmer arbeiten: „Man hat eine Jobgarantie, gute Bezahlung und geregelte Arbeitszeiten.“ Außerdem lerne man etwas für das Leben.

Eine Menge gelernt hat der 20-Jährige auch durch „Zukunft Bilden“: „Vorher hab ich gar nicht gelesen und Nachrichten immer weggeschaltet. Doch jetzt lese ich die Zeitung morgens zum Kaffee, und das Wissen hilft mir in der Schule. Vor allem in Politik“, so der Azubi. Auch nach dem Projekt werde er weiterhin lesen. „Es ist schon ein gutes Gefühl, sich auszukennen und mitreden zu können“, findet Matthias.


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