zuletzt aktualisiert vor

Rabewerk-Übernahme: Gespräche mit "europäischen Landmaschinen-Herstellern"

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Essen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Bad Essen (as).
Das Rabewerk steht offensichtlich vor einer Übernahme durch einen anderen Landmaschinenhersteller.

Vertreter der Rabe-Geschäftsleitung bestätigten gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass "derzeit Gespräche mit europäischen Landmaschinenherstellern laufen." Mit Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung am Rabewerk, über Jahre hinweg einer der führenden Hersteller von Bodenbearbeitungsgeräten in Europa, größter Arbeitgeber im Wittlager Land und Garant für Wachstum in der Region, könnte ein Insolvenzverfahren (bei eintretender Zahlungsunfähigkeit) abgewendet werden. Im Rabewerk in Bad Essen-Linne sind derzeit noch 395 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. 1992 - vor acht Jahren - waren es rund 800 Beschäftigte gewesen und 1996 rund 600.

In einer Betriebsversammlung am Montag hatte die Geschäftsführung des Rabewerkes die Mitarbeiter über die Situation informiert, aber keine konkreten Angaben zu den Verhandlungspartnern bzw. zur finanziellen Situation gemacht. Mitglieder des Betriebsrates kritisierten am Montag und auch gestern die Geschäftsleitung scharf und erinnerten an die Verantwortung für die Arbeitnehmer und ihre Familien. Obwohl die Beschäftigten "finanzielle Einbußen in Kauf genommen und den Abbau von noch einmal einhundert Arbeitsplätzen in den vergangenen zwei Jahren mitgetragen haben", sei es der Geschäftsführung nicht gelungen, eine Wende zum Bessern herbeizuführen - trotz voller Auftragsbücher.

Kommentar eines Arbeitnehmervertreters: "Es ist einfach nur schlimm. Viele Menschen haben jetzt Angst, was wird." Zum Rabewerk gehören neben dem Stammwerk Linne auch noch die Standorte Bernburg (Sachsen-Anhalt) und Soultz (Frankreich). Der Exportanteil liegt bei 40 Prozent. Im November vergangenen Jahres war die österreichische Pöttinger-Gruppe mit 25 Prozent beim Rabewerk in Bernburg eingestiegen. Ziel: die Kooperation im Segment Drillmaschinen in einem von starken Verwerfungen und immer härterem Wettbewerb gekennzeichneten Landmaschinenmarkt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN