Suche nach kreativen Lösungen Ohne Knöllchen wird es auch in Bad Essen nicht gehen

Das Interesse an der Diskussionsveranstaltung rund um Verkehrssicherheit für Kinder in der Grundschule Bad Essen war beachtlich. Foto: Diana NiesemeyerDas Interesse an der Diskussionsveranstaltung rund um Verkehrssicherheit für Kinder in der Grundschule Bad Essen war beachtlich. Foto: Diana Niesemeyer

Bad Essen. Nur nette Worte helfen nicht. Bei der Diskussionsveranstaltung des Kindergartenvereins Bad Essen zur Sicherheit im Straßenverkehr drehte sich vieles ums Knöllchen. Eltern, Lehrer und Anwohner debattierten intensiv mit Polizei, Politik und Verwaltung über brenzlige Situationen für Schüler und Kindergartenkinder.

Bei acht Unfällen von Kindern im Straßenverkehr musste die Polizei in den vergangenen zwei Jahren in Bad Essen ausrücken, zeigte Polizeihauptkommissar Hauke Klein, Leiter der Polizeistation Bohmte, auf. "Es ist beruhigend, dass der Schutzengel noch häufiger im Einsatz ist, als die Polizei", stellte darauf Moderator Thomas Uhlen fest. Als vierfacher Vater stimmte aber auch Klein zu, dass nicht erst etwas passieren dürfe, sondern man präventiv handeln müsse. 

Hoffnung auf Rückendeckung

Zahlreiche Eltern berichteten in der vollbesetzten Aula der Grundschule Bad Essen von Raserei in den Wohngebieten und Abhol-Chaos nach Schulschluss. Dass es nicht Aufgabe von Lehrern und Eltern sein könne, rücksichtslose Autofahrer zu verwarnen, fand große Zustimmung. Man wünsche sich mehr Rückendeckung von Ordnungsamt und Polizei, wenn rücksichtslos gefahren werde oder Eltern-Taxis in zweiter Reihe, auf Gehwegen oder Zebrastreifen parkten.

Einen Versuch wert

"Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb Kinder mit freier Busfahrkarte von ihren Eltern mit dem Auto gebracht würden", gab Gemeinderatsmitglied Wolfgang Kirstein-Bloem zu bedenken. Gleichzeitig müssten Eltern, die ihr Kind gerne mit dem Bus fahren lassen würden, die Fahrscheine selbst bezahlen, wenn sie näher als zwei Kilometer an der Schule wohnten. "Besser für die Umwelt, sicherer für die Kinder und weniger Parkplätze bräuchte man, wenn einfach alle Grundschulkinder, die mit dem Bus fahren, auch eine kostenlose Fahrkarte bekämen", forderte Uhlen. Einen Versuch sei es allemal wert. 

Messtafeln in Wohngebieten

Zu mehr Achtsamkeit in den Wohngebieten könnte der regelmäßige Einsatz von Geschwindigkeitsanzeigetafeln beitragen. Bürgermeister Timo Natemeyer konnte den Wunsch der Eltern gut nachvollziehen, dass noch mehr als die jetzigen vier Tafeln mit Smileys in Bad Essen an wechselnden Plätzen auch in den Wohngebieten aufgestellt würden. "Für diese und alle weiteren Anregungen seien die Ortsräte die richtigen Ansprechpartner", erklärte Gemeinderatsmitglied Elke Eilers. "Wir müssen einander ernst nehmen und uns zuhören, um akzeptierte und vielleicht auch kreative Lösungen zu finden", fasste Gemeinderatsmitglied Michael Kleine-Heitmeyer zusammen. Der Diskussionsabend war nicht nur in diesem Sinne eine konstruktive eindrucksvolle Veranstaltung. 


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