Projekt Kleine Waldschule Kinder lernen in Bad Essen mit allen Sinnen

PM

Michaela Walter (rechts) zeigt den Teilnehmern eine Becherlupe. Foto: Lars HerrmannMichaela Walter (rechts) zeigt den Teilnehmern eine Becherlupe. Foto: Lars Herrmann

Bad Essen. Lernen mit allen Sinnen: die "Kleine Waldschule" von Nessi (Netzwerk Schule – soziale Integration) und Kubikus hat den Unterricht der drei zweiten Klassen aus Bad Essen in den Wald verlegt.

Gemeinsam mit Michaela Walter (Schulsozialarbeiterin im Nessi-Projekt des Kinderhaus Wittlager Land), Lisa- Marie Hallermann (Schulsozialarbeiterin Landesschulbehörde) sowie Nicole Hess (Kubikus) waren sie auf den Spuren der Asseln, Eulen und weiterer Waldbewohner. Auch die Klassenlehrerinnen haben ihre jeweilige Gruppe begleitet, „denn sie stellen sicher, dass die Inhalte im Unterricht aufgegriffen werden und weil sie in diesem Rahmen ganz neue Seiten und Stärken ihrer Schülerinnen und Schüler kennenlernen“, so Michaela Walter.

Blätter und Borkenkäfer

Je einen Vormittag hat jede zweite Klasse der Grundschule Bad Essen im Wiehengebirge verbracht. Doch bevor die Blätter und Borkenkäfer unter die Lupe genommen wurden – im wahrsten Sinne des Wortes –, mussten erst einmal einige Regeln für das Verhalten im Wald aufgestellt werden. Die wichtigste: ruhig sprechen, um kein Tier zu verschrecken.

Michaela Walter hatte die kleine Waldschule bereits im vergangenen Jahr initiiert und begleitet: „Nicole Hess hat das so toll umgesetzt, und es gab reichlich Input für den Sachkundeunterricht. Deshalb war es unser aller Wunsch, diesen Vormittag erneut für die zweiten Klassen anzubieten.“ Möglich wurde dies durch einen Zuschuss des Bildungsfonds Wittlager Land.

Unterwegs auf den Spuren des Borkenkäfers. Foto: Lars Herrmann

Dieses Projekt zu Beginn des Schuljahres sei deshalb so wichtig, weil solche erlebnispädagogischen Aktionen sich erfahrungsgemäß positiv auf das Klassenklima und den Teamgeist auswirken. Die Lehrer können die Kinder einmal fernab des Klassenzimmers kennenlernen und die Kinder sich gegenseitig auch noch einmal von einer anderen Seite. Die Beobachtungen lässt Michaela Walter auch in das Sozialtraining einfließen. Sie erklärt es so: „Die Schüler müssen kleine Insekten vorsichtig mit dem Pinsel in die Becherlupen streichen, um sie nicht zu verletzen. Die Mädchen und Jungen lernen dadurch achtsamen Umgang mit der Natur – und letztlich auch mit ihren Klassenkameraden.“

Die Augen schließen

Eine weitere Aufgabe bestand darin, dass ein Kind eine Partnerin bzw. einen Partner durch den Wald führt. Das geführte Kind sollte die Augen schließen und mit den Händen eine Art Kameralinse vor den Augen bilden. „Auf Kommando ihres Partners haben sie dann die Augen geöffnet und etwas Schönes oder Besonderes gesehen. Diese Übung erfordert Vertrauen, zudem prägen sich die Besonderheiten des Wiehengebirges ein“, beschreibt die Grundschulsozialarbeiterin das Vorgehen.


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