Vorentscheid: Rock in der Region Tomb of Giants ziehen aus Bad Essen ins Finale ein

PM

Mit klassischem Heavy Metal den Finaleinzug gesichert: Tomb of Giants. (v.l.:) Yannik Moszynski, Daniel Melchior, Sergio Cisternino, Oliver Nienhüser. Foto: Tim HenrichsMit klassischem Heavy Metal den Finaleinzug gesichert: Tomb of Giants. (v.l.:) Yannik Moszynski, Daniel Melchior, Sergio Cisternino, Oliver Nienhüser. Foto: Tim Henrichs

Bad Essen. Jede einzelne der vier Bands, die im Trio Bad Essen um den Rock in der Region-Finaleinzug spielten, konnte die zahlreichen Zuschauer überzeugen. Dennoch gab es am späten Samstagabend eine klare Entscheidung: Tomb of Giants kommen ins Finale, Close to Reality dürfen als Zweitplatzierte an der Relegation teilnehmen.

30 Minuten hatte jede Band Zeit, um die Jury und die Zuschauer von sich zu überzeugen. Die Reihenfolge der Bands wurde vor dem Konzert ausgelost. Als erstes spielten Close to Reality.

Frei nach dem Motto „Die Wut gebündelt auf das Publikum loslassen“ eröffneten die vier den Abend gleich sehr verheißungsvoll. Dabei wurden die Nackenmuskeln vom Headbangen nicht nur von den „mitgebrachten“ Fans beansprucht. Große Teile des gesamten Publikums waren angetan vom Stil der Band. Insgesamt traten bei Close to Reality die Metal- und Hardcore Einflüsse deutlich hervor; gekennzeichnet durch gescreamten Gesang und Breakdowns, bei denen die Geschwindigkeit des Songs deutlich reduziert wird. Darüber hinaus brachte die Band aber auch schnelle, akzentuierte Riffs, einige Gitarrenharmonien und auch cleane Parts in ihr Repertoire mit auf. Diese Mischung von Heavy Metal-, Metalcore- und Hardcoreelementen überzeugte Jury und Zuschauer gleichermaßen.

Nachdem sich Close to Reality auf der Bühne verausgabt hatten, ließen es Privacy ruhiger angehen: Sie gestalteten die Strophen ihrer Lieder ruhig und melancholisch, bis sie in den Refrains energetischer wurden. Ihre Songs zeichneten sich durch mehrstimmigen Gesang aus – teilweise auch noch mehr unterstützt durch das Publikum, das lauthals mitsang.

Metalcore mit viel Energie: Die Zweitplatzierten Close to Reality: (v.l.) Patrick Otto, Jonas Plenter, Thomas Bönisch. Foto: Tim Henrichs

Weniger melancholisch, dafür aber mit mehr Dampf als Privacy unterwegs war Lockslay. Punk-typisch spielten die drei Gitarristen des Quintetts sehr akkordlastig und regten zum Mitklatschen an. Insgesamt verbreitete Lockslay eine euphorische Stimmung, sodass vor der Bühne auch getanzt wurde und sich Moshpits bildeten. Dabei verstand es Lockslay auch, Tempowechsel in ihre Songs einzubauen und von Volldampf auch auf Halftime ein paar Gänge zurückzuschalten, um dann wieder an Fahrt aufzunehmen. 

Elitäre Metalsänger

Als letzte Band des Abends spielte Tomb of Giants. Sie brauchten nicht lange, um das Publikum komplett zu vereinnahmen. Dabei sind nicht nur die einzelnen Bandmitglieder hervorzuheben wie etwa Sänger Sergio, der mit seinem hohen, röhrenden Gesang an elitäre Metalsänger wie Rob Halford erinnerte oder Drummer Mirco, der mit nicht enden wollender Energie anspruchsvolle Drum-Parts spielte. Es war auch die ganze Band, die es schaffte, hochkomplexe Passagen fehlerfrei auf den Punkt zu spielen.

Die Teilnehmer des Vorentscheids in Bad Essen. Foto: Tim Henrichs

Dadurch, dass jeder Zuschauer auf seinem Stimmzettel zwei Kreuze für seine beiden Favoriten setzen durfte und die vier Bands unterschiedliche Stile sehr gut umsetzten, fiel das Publikumsvoting sehr eng aus: Keine Band konnte sich wirklich stark absetzen, alle Bands erhielten zwischen 20 und 27 Prozent der Stimmen. Den Ausschlag gab die Jury, die Tomb of Giants besonders in den technischen Kategorien zu überzeugen wusste und sich mit 43 Prozent der Stimmen klar durchsetzen konnte. Die Zweitplatzierten Close to Reality erhielten 24 Prozent der Jury-Stimmen. Auf Platz drei folgte Privacy und Platz vier belegte Lockslay. Sie verpassten den zweiten Platz nur knapp.

Ein toller Abend

Die Gewinnerband Tomb of Giants zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Es war einfach ein richtig toller Abend“, so Drummer Mirco. „Aber auch auf jeden Fall Respekt an die anderen Bands. Der Vorentscheid war richtig hochkarätig besetzt und ich hätte jeder anderen Band auch den Finaleinzug gegönnt.“ Als erster Sieger der Vorentscheide seien sie vor allem gespannt, wer noch in das Finale einziehe und werden in der nächsten Zeit weiter intensiv üben .

Etwas ruhigere Klänge präsentierte Privacy. Foto: Tim Henrichs


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