Einbauverbot ab dem Jahr 2026 Wie viele Ölheizungen sind im Wittlager Land in Betrieb?

Ein Mitarbeiter eines Heizöllieferanten bereitet die Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl vor. Foto: Patrick Pleul/dpaEin Mitarbeiter eines Heizöllieferanten bereitet die Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl vor. Foto: Patrick Pleul/dpa
Patrick Pleul

Altkreis Wittlage. Bis Weihnachten will die Bundesregierung die Maßnahmen für ihr Klimapaket in Gesetzesform gegossen haben. Vorgesehen vom Kabinett diese Woche beschlossen ist unter anderem ein Einbau-Verbot für neue Ölheizungen ab dem Jahr 2026. Was bedeutet das für Besitzer solcher Anlagen im Wittlager Land? Wie viele Ölheizungen sind im Altkreis überhaupt in Betrieb?

Bestehende Ölheizungen sind von dem Verbot nicht betroffen, aber für den Austausch solcher Anlagen sind Förderanreize vorgesehen. Wer seine alte Ölheizung durch ein klimafreundlicheres Modell ersetzen lässt, soll eine "attraktive Austauschprämie" bekommen. Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier soll die Prämie bei 40 Prozent der Investitionskosten liegen. Man könne davon ausgehen, dass dies im Regelfall mehrere tausend Euro seien. Der Heizungsaustausch könne auch von der Steuer abgesetzt werden.

Ein Emissionskataster

Den Altkreis Wittlage bearbeiten zurzeit vier bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger (bBSM). Alle bBSM erstellen jedes Jahr im gesamten  Bundesgebiet ein Emissionskataster für die Bundesregierung und andere  interessierte Stellen. Darin wird bundesweit aufgeführt, wie hoch der Anteil an Öl- oder Gas- oder Feststoffheizungsanlagen und Lüftungsanlagen ist. Es wird aufgezeigt wie viele Einzelraumfeuerstätten für feste Brennstoffe (also der klassische Kamin- oder Pelletofen, Kachelofen, offene Kamine) vorhanden sind und wie die Altersstruktur bei diesen Feuerstätten aussieht. Weiterhin werden auch die  aufgefundenen Mängel dokumentiert. 

"Es ist schwierig diese Zahlen auf einzelne Gemeinden zu beziehen, aber die Prozentzahlen bundesweit spiegeln schon den großen Durchschnitt, auch im Altkreis Wittlage, wieder.  2018 lag die Zahl der Gesamtzahl an Ölfeuerungsanlagen im Altkreis bei rund 2979 Stück", erläutert Jens Wagener aus Eielstädt. Er ist Pressesprecher der Schornsteinfegerinnung Osnabrück-Emsland.

5,4 Millionen Ölheizungen

Die Gesamtzahl an Gasfeuerungsanlagen betrug danach rund 7589 Stück. Die Gesamtzahl an Festfeuerungsanlagen (Hackschnitzel-, Pellets-,  Stückholzkessel) betrug 422 Stück.  Die Gesamtzahl an Einzelraumfeuerungsanlagen lag bei 6326. Ölheizungen machen also nach wie vor einen nicht unerheblichen Anteil aus, auch wenn die Zahl des Gasanlagen mittlerweile deutlich höher ist. Bundesweit gibt es nach Angaben der Schornsteinfeger rund 5,4 Millionen Ölheizungen

Die Bezirksschornsteinfeger sind seit Anfang 2017 dazu verpflichtet, bei der jährlichen Feuerstättenschau die Effizienzlabel an Heizungen, die älter als 15 Jahre sind, anzubringen. Foto: djd/IWO - Institut für Wärme und Oeltechnik

Die Kunden seien schon ziemlich verunsichert, so Wagener. Dort wo keine Gasversorgung vor der Haustür liege, kommen nur kostspieligere Varianten in Betracht: Das wäre zum Beispiel eine Pelletheizung, Hackschnitzelanlage oder Wärmepumpe. "Bei älteren Häusern ist das Problem bei einer Wärmepumpe der hohe Energiebedarf des Hauses. Dort kann die Wärmepumpe schnell an ihre Grenzen stoßen. Es sei denn der Eigentümer investiert auch in weitere energetische  Modernisierungsmaßnahmen: Wärmedämmung der Außenhülle (Wand, Dach), Austausch der Fenster." 

Die Ölbrennwertheizung in Verbindung mit einer Solarthermie Anlage zur Brauchwassererwärmung bleibe aber auch in Zukunft erlaubt und eine Alternative. Immerhin: Die vorhandenen Ölfeuerungsanlagen genießen ja Bestandsschutz. Bürger haben also Zeit, sich Gedanken zu machen, sich über Fördermöglichkeiten zu informieren und am Ende die für sie beste Lösung zu finden..


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