Kommunale Gemeinschaft tagte Dem Wittlager Land in besonderer Weise verbunden

PM

Helmut Kohring, Vorsitzender der Kommunalen Gemeinschaft Wittlage, gibt Erläuterungen zu den Ausstellungsstücken im Rathaus Bad Essen. Archivfoto: Rainer WestendorfHelmut Kohring, Vorsitzender der Kommunalen Gemeinschaft Wittlage, gibt Erläuterungen zu den Ausstellungsstücken im Rathaus Bad Essen. Archivfoto: Rainer Westendorf

Wittlage. Die Kommunalen Gemeinschaft Wittlage (KG WTL) hat sich Mitgliederversammlung 2019 getroffen. Die KG WTL, das sind ehemalige Bedienstete des Altkreises Wittlage, seiner damaligen Gemeinden und Zweckverbände sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jetzigen kommunalen Körperschaften des Wittlager Landes und weitere Menschen, die sich dem Lebensraum Wittlage in besonderer Weise verbunden fühlen.

Als Ausdruck ihres Interesses an Land und Leuten besuchen die Vereinsmitglieder vor dem offiziellen Teil der Mitgliederversammlung seit vielen Jahren eine kommunale, soziale oder wirtschaftliche Einrichtung, die für den Altkreis Wittlage von Bedeutung war oder noch ist. So trafen sich die Gruppe in diesem Jahr zunächst im Federkernmuseum auf der ehemaligen Hofstelle der Familie Grothaus in Barkhausen, dem Ausgangsort der Federkernproduktion der Firma Agro, die heute weltweit tätig ist und wegen des enormen Bedarfes in mehreren sehr großen Hallen am Senfdamm in Wittlage ihrer Art und Verwendung nach vielfältige Federkerne entwickelt, herstellt und vertreibt. 

Neben den interessanten Ausführungen zur Restaurierung, Gestaltung und Ausstattung des Museumsgebäudes wurden sehr informative Einblicke in die Anfänge und weitere Entwicklung der Produktion vermittelt. Einige alte Lichtbilder von Barkhausener Frauen, die damals - zum Teil in Heimarbeit -  für die Firma arbeiteten, lies so manche Erinnerung wieder wach werden.

Im DRK-Sozialzentrum

Nach kurzer Fahrt wurden alle im neuen DRK-Sozialzentrum Bad Essen an der Lindenstraße 193 in Wittlage erwartet. Der 2. Vorsitzende des DRK-Ortsvereines Bad Essen und Mitglied der KG WTL, Günter Harmeyer, führte die Teilnehmer sachkundig und kurzweilig durch die in dem großen Gebäudekomplex geschaffenen Einrichtungen des Sanitätsdienstes, des Katastrophenschutzes, des Blutspende- und Verpflegungsdienstes und der Kleiderkammer, stellte die Räume des Jugendrotkreuzes sowie deren Funktion vor und erläuterte die Neueinrichtung der Wittlager Mahlzeit mit dem dahinterstehenden Konzept.

Wahrzeichen des Altkreises: die Burg Wittlage. Archivfoto: Oliver Krato

Im zweiten Obergeschoss des DRK-Gebäudes befinden sich drei Archivräume sowie ein Büro- und ein Besprechungsraum -  seit 2017 die neue Heimstatt der Kommunalen Gemeinschaft. Mit großem Interesse haben sich die Teilnehmer die Räume angesehen. Seit dem Auszug aus dem Turmanbau der Wittlager Burg lagern in den neuen Archivräumen neben den vereinseigenen Unterlagen die von dem inzwischen verstorbenen Hermann Dierker übernommene, sehr umfangreiche Sammlung sowie drei weitere größere Sammlungen von Dokumenten und andere Gegenstände. Schnell wurde hier und da mit dem Interesse am Neuen oder auch intensiver gesucht, geblättert und erkundet.

Systematisch erfassen

Sodann schloss sich der offizielle Teil der Mitgliederversammlung an. In seinem Geschäftsbericht legte der Vorsitzende Helmut Kohring  insbesondere dar, dass es sich bis auf das von der KG angelegte Archiv um Bestände handele, die erst systematisch erfasst und bestimmten Schlagworten etc. zugeordnet werden müssten, um ihre Inhalte bei Anfragen in angemessener Zeit zur Verfügung zu haben. Zu einem großen Teil seien die sehr alten Urkunden bereits brüchig und schon deshalb in ihrem Fortbestand erheblich gefährdet. 

Im Übrigen zeichne sich erfreulicherweise ab, das weiteres historisches Material hinzu- kommen dürfte, weil es im Wittlager Land eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen gebe, die darum bemüht seien, die von ihnen gesammelten Unterlagen über ihre Lebenszeit hinaus sicher verwahrt und genutzt zu wissen. Sie seien herzlich eingeladen, sich insoweit jederzeit an die Mitglieder des Vorstandes aber auch an jedes Mitglied der Gemeinschaft wenden.  

Historische Urkunden

Angesichts dieser Situation hat die KG sich entschlossen, das Archivgut digital zu archivieren und zu verwalten, um es später auf diese Weise der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Dazu bedarf es jedoch zunächst eines entsprechenden (relativ teuren) PC-Programmes, eines geeigneten Rechners, eines speziellen Scanners zur elektronischen Erfassung der größer formatigen historischen Urkunden und ergänzender Ausstattungsgegenstände. "Die erforderlichen Angebote sind eingeholt und die Anträge auf finanzielle Förderung auf den Weg gebracht worden. Ohne eine solche Unterstützung kann der zur Zeit lediglich 34 Mitglieder zählende Verein diese Kosten nicht aufbringen", sagte Kohring.


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