Geometrische Formen und weiche Linien Gerhard Ausborn stellt im Bad Essener Schafstall aus

Von Christa Bechtel

Gerhard Ausborns "Landschaft mit Rembrandt" ist nur eines der Kunstwerke, die jetzt neu im Schafstall zu sehen sind.  Foto: Christa BechtelGerhard Ausborns "Landschaft mit Rembrandt" ist nur eines der Kunstwerke, die jetzt neu im Schafstall zu sehen sind. Foto: Christa Bechtel

Bad Essen. Gerhard Ausborns souveräne Maltechnik ermöglicht ihm kühne Verbindungen von abstrakten Elementen mit raffinierten Paraphrasen bekannter Werke aus der Kunstgeschichte. Unter dem Motto „Bilder und Bilder über Bilder“ stellt der Künstler auf Einladung des Kunst- und Museumskreises Bad Essen derzeit einige seiner außergewöhnlichen Werke im Bad Essener Schafstall an der Bergstraße aus.

Mit ungewöhnlichen Klangwelten, die für einige Ohren auch gewöhnungsbedürftig waren, umrahmte Cello-Performer Willem Schulz die Vernissage. In seiner Musik verarbeitet er die Eindrücke des Lebens - minimalistisch, theatralisch. Aber auch bildende Kunst fließen in Schulz‘ Kompositionen ein, der Gerhard Ausborn über das Internet kennenlernte. Deshalb nahm er mit seiner Musik auch Bezug auf dessen Zyklus „Meine Welten“. 

Anfänge während des Krieges

Seine Liebe zur Malerei hat Gerhard Ausborn schon sehr früh entdeckt. „Meine Mutter war begabt und hat in den 1920er Jahren Kurse an der Hamburger Kunstschule besucht. Während des Krieges gab es kein Spielzeug. Da habe ich Buntstifte und Papier bekommen, sodass ich mir meine Welt selber gemalt habe“, erklärt der 1933 in Hamburg Geborene gegenüber unserer Redaktion. Nach seinem Abitur habe sein Vater sich gewünscht, „dass ich, wie er auch, Lehrer werde.“ 

Hartwig Ventker vom Kunst- und Museumskreis (l.) mit dem Künstler Gerhard Ausborn. Foto: Christa Bechtel

Aber bereits nach einem Semester merkte Ausborn, „dass es nicht geht“ und schlug die Laufbahn des Malens ein. „Gott sei Dank bin ich von vielen bedeutenden deutschen Malern gefördert worden.“ Nach fünf Semestern ging der gebürtige Hamburger nach Paris. „Das war damals die Kunsthauptstadt, wo ich gefördert worden bin, Stipendien und Kunstpreise bekam“, erläutert der Künstler, der lange in Aquarell malte. „Da ich keine langen Reisen mehr machen kann – die Aquarelle beziehen sich immer auf Reisen, male ich jetzt in Öl.“ 

"Ich bin mein eigener Stil"

Seine Inspirationen bekommt Gerhard Ausborn, wie er sagt, von innen heraus, „da ich inzwischen rund 65 Jahre Berufserfahrung habe.“ Seine Lieblingsfarben seien Orange und Blau, aber einen bestimmten Stil vertritt er nicht. „Ich bin mein eigener Stil“, betont der Maler. 

Cello-Performer Willem Schulz umrahmte die Vernissage mit seinen ungewöhnlichen Klangwelten. Foto: Christa Bechtel

In seiner Einführung in die Ausstellung ging Hartwig Ventker, stellvertretender Vorsitzender des Kunst- und Museumskreises eingangs auf die Rubrik „Reiseeindrücke“ ein. „Gibt es einen Flecken der Erde, den Sie noch nicht gesehen haben“, fragte Ventker Ausborn, der spontan „Australien“ nannte. Als zweite Rubrik habe der Künstler Hommagen an Malerkollegen kreiert. „Die dritte Verbindung ist Malerei zur Musik“, definierte der Vertreter des Kunst- und Museumskreises.

Reiseeindrücke und Künstlerinspirationen

In seinen Reiseeindrücken habe Gerhard Ausborn viele Eindrücke gesammelt und sie mittels Bildern in Bildern ins Bild gegossen. Wie die Skyline von New York, den Fudschijama in Japan oder Pyramiden in Ägypten. Als Hommage an Maler- oder Musikerkollegen erwähnte Ventker das Werk „Landschaft mit Rembrandt“, dem Besucher gleich im Foyer des Schafstalls begegnen. Versteckt findet man in „Meine Welten“ auch Piet Mondrian, Caspar David Friedrich, Claude Monet oder William Turner.

Foto: Christa Bechtel

 „Es ist ein Spannungsverhältnis zwischen streng geometrischen Formen und weichen Linien“, ging Ventker auf den Malstil des Hamburgers ein. Außerdem ist Gerhard Ausborn ein großer Fan der Orgel, was sich auch in etlichen Bildern mit geometrischer Präzision widerspiegelt. „Wenn man ganz nah an diese Linien herangeht, fangen sie an zu vibrieren, zu atmen“, empfahl der stellvertretende Vorsitzende den Gästen, das zu testen. „Vielleicht ist Gerhard Ausborn ein Komponist, der einen malerischen Raum beschreibt? Vielleicht ist er auch ein Dirigent, der den Taktstock mit dem Pinsel vertauscht?“ warf Ventker abschließend an Fragen auf. 

Öffnungszeiten:

Die Ausstellung kann bis zum 3. November donnerstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr besucht werden. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN