Berater mit aktivem Vereinsleben Infotreffen des SoVD-Ortsverbandes Wehrendorf-Bad Essen

Interessantes zu berichten hatte der SoVD-Kreisvorsitzende Gerd Groskurt beim Treffen in Wehrendorf. Foto: Barbara KortbeinInteressantes zu berichten hatte der SoVD-Kreisvorsitzende Gerd Groskurt beim Treffen in Wehrendorf. Foto: Barbara Kortbein

Wehrendorf. Unlängst trafen sich Mitglieder des SoVD Wehrendorf-Bad Essen und interessierte Nichtmitglieder in der Grundschule Wehrendorf, um sich vom SoVD Kreisvorsitzenden Gerd Groskurt über die aktuellen Herausforderungen in der Arbeit des SoVD informieren zu lassen.

Der SoVD – das ist etwas für alte und kranke Menschen. Diese Meinung, so die Wahrnehmung der Anwesenden, herrsche allenthalben vor. Ebenso wie die Tatsache, dass viele sich nicht der Tatsache stelle möchten, dass auch sie selbst einmal alt und krank sein könnten. 

Selbstverständlich sei die Beratung von Menschen, die sich im Alter oder bei Krankheit mit der Aufgabe überfordert sehen, den bürokratischen Aufwand bei der Beantragung von Rente oder Kranken- bzw. Pflegekassenleistungen allein zu stemmen, eine wichtige Säule der Arbeit des SoVD. Gerade bei der Einstufung in die Pflegegrade werde selten beim ersten Mal der korrekte Pflegegrad zugeteilt. Dies liege zum einen daran, dass der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) die Mengen an Anträgen kaum bewältigen könne, aber auch an den Patienten selbst, die dazu neigten, beim Besuch des MDK von vielfältigen Fähigkeiten zu sprechen, die angeblich noch bestehen, anstatt die tatsächliche Lage einzugestehen.

Widerspruch einlegen

Schamgefühl und Bescheidenheit seien hier oft die Gründe, denn wer gebe schon gerne zu zum Beispiel inkontinent zu sein oder Hilfe bei der Körperhygiene zu benötigen? Da viele nach Eingang des Bescheides der Pflegekasse davor zurückscheuten, gegen diese Entscheidung Widerspruch einzulegen, blieben Pflegebedürftige und ggf. auch Angehörige häufig mit einem nicht unerheblichen finanziellen Eigenanteil zurück, so die Erfahrung der SoVD-Mitglieder. An genau dieser Stelle aber helfe der SoVD, entweder schon beim ersten Gang "zum Amt" oder aber, wenn ein nicht zufriedenstellender Bescheid eingeht. "In den Beratungsstellen, zum Beispiel in Bohmte oder auch in der Kreisverwaltung in Osnabrück, helfen speziell geschulte Personen den Ratsuchenden bei der Durchsetzung ihrer Rechte", so der Hinweis.

"Neben der Beratungstätigkeit wird den rund 9.000 Mitgliedern des SoVD in Stadt und Landkreis Osnabrück aber auch ein interessantes Vereinsleben angeboten. Die in den Ortsverbänden tätigen Personen üben ihre Ämter sämtlich ehrenamtlich, also ohne Entlohnung in ihrer Freizeit aus. Sie organisieren Informationsveranstaltungen in der Regel mit eingeschlossenem Kaffeetrinken, Tagesfahrten und Mitgliederversammlungen. Hierbei handelt es sich jedoch keinesfalls um einen Kaffeetrinker-Club. Jeder Ortsverband des SoVD muss regelmäßig seine Gemeinnützigkeit nachweisen und hierzu diverse Satzungsziele erfüllen, so dass die Mitglieder ihre Beiträge in der Steuererklärung als Spenden absetzen können, ebenso wie anderweitig Spendende. Wichtig ist es dem SoVD, dass die Menschen miteinander in Kontakt bleiben und auch bei Informationsveranstaltungen Anregungen erhalten", heißt es in einer Mitteilung.

Parteipolitisch unabhängig

Eine weitere Säule des SoVD ist seine gesellschaftspolitische Arbeit, bei der der Verband immer bestrebt ist, im Sinne der Mitglieder auf die Politik einzuwirken. Dabei erwies es es sich rückblickend als förderlich, dass der SoVD konfessionell und parteipolitisch unabhängig ist. So konnten im Laufe des 100-jährigen Bestehens schon mit den unterschiedlichsten Regierungskoalitionen Projekte durchgesetzt werden. Nur zweimal in seiner Geschichte ist der SoVD von dieser Regel abgewichen. Zum ersten Mal 1933, als der damalige Reichsbund dazu aufrief, die NSDAP nicht zu wählen und sich dann sogar auflöste, um nicht von den Ideologen des Dritten Reiches für ihre Zwecke vereinnahmt zu werden und erst 1946 wieder auferstanden ist. In neuerer Zeit hat sich der SoVD dazu entschieden, mit der AfD keine Kooperationen oder Kontakte zu knüpfen.


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